Krisensichere Aktien: Gibt es wirklich sichere Aktien in der Krise?
In unsicheren Marktphasen suchen viele Anleger nach sogenannten „krisensicheren Aktien“. Gemeint sind meist Unternehmen, die auch bei Inflation, Rezession oder Marktturbulenzen als vergleichsweise stabil gelten. Doch gibt es solche Aktien wirklich, und welche Unternehmen gelten heute als “krisensichere Aktien”?
Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Konsultieren Sie einen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.
Gerade im aktuellen Marktumfeld 2026 stellt sich für viele Anleger die Frage, welche Aktien in unsicheren Zeiten als vergleichsweise stabil gelten können.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- was Anleger mit dem Begriff „krisensichere Aktien“ meinen
- welche Merkmale defensive Aktien oft auszeichnenwelche Branchen als widerstandsfähig gelten
- warum auch vermeintlich stabile Aktien Risiken mit sich bringen können
- welche Beispiele, Chancen und Grenzen es gibt
- welche Möglichkeiten Anleger haben, sich diesem Thema zu nähern
Inhaltsverzeichnis
- Was sind „krisensichere Aktien“ – und gibt es sie wirklich?
- Warum gelten manche Aktien in Krisenzeiten als stabiler?
- Woran erkennt man defensive Aktien? Merkmale krisenfester Unternehmen
- Welche Branchen gelten als krisensicher? Beispiele für defensive Sektoren
- Welche Aktien gelten als krisensicher? Beispiele für defensive Titel
- Sind „krisensichere Aktien“ wirklich sicher? Risiken im Überblick
- Wie kann man in defensive Aktien investieren?
- Krisensichere Aktien handeln: Chancen und Risiken mit CFDs
- Weitere interessante Artikel
- Häufig gestellte Fragen zu krisensicheren Aktien
Was sind „krisensichere Aktien“ – und gibt es sie wirklich?
Kurz erklärt:
„Krisensichere Aktien“ sind Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen als vergleichsweise stabil gelten. Absolute Sicherheit gibt es an der Börse jedoch nicht, weshalb der Begriff eher als Marktbezeichnung als als feste Zusage zu verstehen ist.
Der Begriff „krisensichere Aktien“ wird im Börsenalltag häufig verwendet. Gemeint sind damit meist Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen als vergleichsweise stabil gelten.
Dazu zählen oft Firmen aus Bereichen, in denen die Nachfrage selbst während einer Rezession nicht vollständig einbricht, etwa bei Basiskonsumgütern, Gesundheit oder Versorgern.
Wichtig ist jedoch: Eine vollständig krisensichere Aktie gibt es nicht. Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden, und auch defensiv aufgestellte Unternehmen können unter Marktverwerfungen, regulatorischen Änderungen, steigenden Kosten oder sinkender Nachfrage leiden. Der Ausdruck sollte deshalb eher als gebräuchlicher Marktbegriff verstanden werden und nicht als absolute Zusage von Sicherheit.
Wenn Anleger von krisenfesten oder defensiven Aktien sprechen, meinen sie in der Regel Unternehmen mit mehreren stabilisierenden Eigenschaften. Dazu gehören häufig ein robustes Geschäftsmodell, relativ konstante Umsätze, eine starke Marktposition und Produkte oder Dienstleistungen, die auch in wirtschaftlich schwächeren Phasen benötigt werden. Solche Aktien können in Abschwungphasen mitunter geringere Kursschwankungen zeigen als zyklischere Werte, sind aber dennoch nicht vor Verlusten geschützt.
Für Anleger ist daher weniger die Frage entscheidend, ob eine Aktie wirklich „krisensicher“ ist, sondern eher, wie widerstandsfähig ein Unternehmen in einem schwierigen Marktumfeld sein könnte. Genau hier lohnt sich ein genauer Blick auf Geschäftsmodell, Branche, Bilanzqualität und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Am Ende geht es also nicht um absolute Sicherheit, sondern um relative Stabilität. Wer das versteht, kann den Begriff „krisensichere Aktien“ realistischer einordnen und fundierter bewerten, welche Unternehmen in unsicheren Zeiten möglicherweise defensiver aufgestellt sind als andere.
Warum gelten manche Aktien in Krisenzeiten als stabiler?
Nicht alle Unternehmen reagieren gleich auf wirtschaftliche Abschwünge. Während sogenannte zyklische Aktien stark von Konjunktur und Konsum abhängig sind, zeigen sich andere Geschäftsmodelle oft robuster. Das liegt vor allem daran, dass bestimmte Produkte und Dienstleistungen auch in Krisenzeiten benötigt werden.
Typischerweise steigt die Unsicherheit an den Märkten in Phasen wie:
- hoher Inflation
- wirtschaftlicher Abschwächung oder Rezession
- geopolitischen Spannungen
- steigenden Zinsen
In solchen Situationen richten viele Anleger ihren Fokus verstärkt auf Unternehmen, die als defensiv gelten. Diese Firmen bieten häufig Produkte des täglichen Bedarfs oder essenzielle Dienstleistungen, auf die Verbraucher kaum verzichten können.
Welche Aktien steigen in der Krise – und warum?
Eine häufige Suchfrage lautet: „Welche Aktien steigen in der Krise?“
Die kurze Antwort: Nicht unbedingt „steigen“, aber manche fallen weniger stark oder erholen sich schneller.
Genau hier liegt ein wichtiger Unterschied:
- Es gibt keine Garantie für steigende Kurse
- Einige Aktien zeigen historisch eine höhere Stabilität
Gründe dafür können sein:
- konstante Nachfrage (z. B. Lebensmittel, Medikamente)
- stabile Einnahmequellen (z. B. Versorger)
- starke Marktposition oder Markenloyalität
- solide Bilanzen und geringe Verschuldung
Unterschied zwischen zyklischen und defensiven Aktien
Eine zentrale Unterscheidung für Anleger ist die zwischen zyklischen und defensiven Aktien:
Diese Einordnung hilft Anlegern, besser zu verstehen, warum manche Aktien in Krisenzeiten als widerstandsfähiger gelten als andere.
Rolle von Anlegerverhalten in unsicheren Märkten
Neben fundamentalen Faktoren spielt auch das Verhalten der Marktteilnehmer eine wichtige Rolle. In unsicheren Zeiten neigen viele Anleger dazu, Kapital aus risikoreicheren Anlagen abzuziehen und in vermeintlich stabilere Werte umzuschichten.
Dieser Effekt kann dazu führen, dass:
- defensive Aktien relativ besser performen
- volatilere Titel stärker unter Druck geraten
- bestimmte Branchen stärker in den Fokus rücken
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie unterschiedliche Anlageklassen in Krisenzeiten reagieren können, lesen Sie auch unseren Artikel darüber, wie man in Silber investieren kann.
Diese Dynamik zeigt: Der Begriff „krisensichere Aktien“ ist eng mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Geschäftsmodellen und Anlegerpsychologie verknüpft. Im nächsten Schritt schauen wir uns genauer an, welche Merkmale solche Aktien typischerweise auszeichnen.
Woran erkennt man defensive Aktien? Merkmale krisenfester Unternehmen
Wenn Anleger von „krisensicheren Aktien“ sprechen, beziehen sie sich meist auf Unternehmen mit bestimmten Eigenschaften, die sie widerstandsfähiger gegenüber wirtschaftlichen Abschwüngen machen können. Diese Merkmale bieten keine Garantie für stabile Kurse, können aber Hinweise darauf geben, wie robust ein Geschäftsmodell in unsicheren Zeiten ist.
Stabile Geschäftsmodelle und konstante Nachfrage
Ein zentrales Merkmal defensiver Aktien ist ein Geschäftsmodell, das weniger stark von Konjunkturzyklen abhängig ist. Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen regelmäßig benötigt werden, können auch in Krisenzeiten relativ stabile Umsätze erzielen.
Dazu zählen beispielsweise:
- Lebensmittel und Getränke
- Gesundheitsdienstleistungen und Medikamente
- Energie- und Wasserversorgung
Solche Bereiche decken grundlegende Bedürfnisse ab, die auch bei wirtschaftlicher Unsicherheit bestehen bleiben.
Starke Marktposition und Wettbewerbsvorteile
Unternehmen mit einer führenden Marktstellung oder klaren Wettbewerbsvorteilen können Krisen oft besser überstehen. Dazu gehören:
- bekannte Marken mit hoher Kundenbindung
- hohe Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber
- globale Präsenz oder breite Diversifikation
Diese Faktoren können dazu beitragen, Umsätze und Margen auch in schwierigen Marktphasen stabiler zu halten.
Solide Finanzkennzahlen und Cashflow
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Typische Kennzeichen sind:
- stabile und planbare Cashflows
- moderate Verschuldung
- ausreichende Liquidität
Unternehmen mit gesunden Bilanzen sind häufig besser in der Lage, wirtschaftliche Rückgänge zu überstehen und notwendige Investitionen fortzuführen.
Geringere Volatilität im Vergleich zum Gesamtmarkt
Defensive Aktien zeigen historisch oft eine geringere Schwankungsbreite als zyklische Werte. Das bedeutet nicht, dass sie nicht fallen, sondern dass ihre Kursbewegungen in vielen Fällen weniger stark ausfallen können.
Für Anleger kann dies insbesondere in unsicheren Marktphasen relevant sein, da:
- große Kurseinbrüche möglicherweise abgefedert werden
- Portfolios insgesamt stabiler wirken können
Regelmäßige Dividenden als Stabilitätsfaktor
Viele defensive Unternehmen zahlen kontinuierlich Dividenden. Diese können für Anleger ein zusätzlicher Faktor sein, da sie:
- regelmäßige Erträge bieten können
- ein Hinweis auf stabile Geschäftsentwicklung sein können
Allerdings gilt auch hier: Dividenden sind nicht garantiert und können in Krisenzeiten gekürzt oder ausgesetzt werden.
Übersicht: Typische Merkmale defensiver Aktien
Diese Merkmale helfen dabei, Unternehmen zu identifizieren, die häufig als defensiv oder krisenfest wahrgenommen werden. Dennoch sollten Anleger stets beachten, dass auch solche Aktien Marktrisiken unterliegen.
Im nächsten Abschnitt betrachten wir, welche Branchen typischerweise als besonders krisenresistent gelten und warum.
Welche Branchen gelten als krisensicher? Beispiele für defensive Sektoren
Wenn von sogenannten „krisensicheren Aktien“ die Rede ist, stehen häufig bestimmte Branchen im Fokus, da sie als besonders stabil in wirtschaftlich schwierigen Phasen gelten. Der Grund: Einige Sektoren bieten Produkte und Dienstleistungen, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten benötigt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Branchen immun gegenüber Kursverlusten sind – sie gelten lediglich als vergleichsweise widerstandsfähig.
Basiskonsumgüter (Consumer Staples)
Unternehmen aus dem Bereich der Basiskonsumgüter stellen Produkte her, die zum täglichen Leben gehören. Dazu zählen unter anderem:
- Lebensmittel
- Getränke
- Haushaltswaren
- Hygieneprodukte
Da Verbraucher auf diese Güter kaum verzichten können, bleibt die Nachfrage oft auch in Krisenzeiten relativ stabil. Unternehmen in diesem Sektor gelten daher häufig als klassische defensive Aktien.
Gesundheitswesen und Pharma
Der Gesundheitssektor wird oft als besonders robust wahrgenommen. Gründe dafür sind:
- kontinuierlicher Bedarf an medizinischer Versorgung
- langfristige Nachfrage nach Medikamenten und Therapien
- teilweise staatlich regulierte oder unterstützte Märkte
Pharmaunternehmen, Medizintechnikhersteller und Gesundheitsdienstleister können daher auch in wirtschaftlich schwächeren Phasen stabile Umsätze erzielen.
Versorger (Utilities)
Versorgungsunternehmen liefern grundlegende Dienstleistungen wie:
- Strom
- Gas
- Wasser
Diese Leistungen sind essenziell und werden unabhängig von der wirtschaftlichen Lage benötigt. Viele Versorger arbeiten zudem in regulierten Märkten, was zu relativ planbaren Einnahmen führen kann.
Rohstoffe und Edelmetalle
Auch Rohstoffe – insbesondere Gold – werden häufig im Zusammenhang mit Krisensicherheit genannt. Sie gelten für einige Anleger als Möglichkeit, sich gegen Inflation oder wirtschaftliche Unsicherheit abzusichern.
Wichtig ist jedoch:
- Rohstoffpreise können stark schwanken
- sie unterliegen eigenen Marktmechanismen
- sie sind keine klassische „defensive Aktie“, sondern eine eigene Anlageklasse
Wer sich tiefer mit diesem Thema beschäftigen möchte, kann mehr dazu in unserem Artikel darüber lesen, wie man in Gold investieren kann.
Übersicht: Branchen mit potenziell defensiven Eigenschaften
Diese Branchen zeigen, dass sich das Konzept „krisensichere Aktien“ oft auf grundlegende wirtschaftliche Bedürfnisse stützt. Dennoch bleibt es wichtig, jedes Unternehmen individuell zu betrachten, da auch innerhalb stabiler Branchen Unterschiede bestehen können.
Im nächsten Abschnitt sehen wir uns konkrete Beispiele an und erklären, welche Aktien häufig als widerstandsfähig angesehen werden und warum.
Welche Aktien gelten als krisensicher? Beispiele für defensive Titel
Viele Anleger suchen gezielt nach Beispielen für sogenannte „krisensichere Aktien“. Dabei ist wichtig zu betonen: Es handelt sich nicht um konkrete Anlageempfehlungen, sondern um Unternehmen, die aufgrund ihrer Geschäftsmodelle und Marktstellung häufig als defensiv oder vergleichsweise widerstandsfähig eingeordnet werden.
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von Unternehmen aus verschiedenen Branchen, die oft im Zusammenhang mit stabileren Marktphasen genannt werden.
Beispiele aus dem Bereich Basiskonsumgüter
Unternehmen, die Produkte des täglichen Bedarfs herstellen, werden häufig als defensiv betrachtet. Dazu gehören international bekannte Konzerne wie:
- Nestlé
- Procter & Gamble
- Coca-Cola
Diese Unternehmen profitieren oft von:
- globaler Präsenz
- starken Marken
- kontinuierlicher Nachfrage
Selbst in wirtschaftlich schwächeren Zeiten kaufen Verbraucher weiterhin Lebensmittel, Getränke und Haushaltsprodukte, was zu relativ stabilen Umsätzen beitragen kann.
Beispiele aus dem Gesundheitssektor
Auch der Gesundheitsbereich wird häufig als widerstandsfähig angesehen. Beispiele sind:
- Johnson & Johnson
- Pfizer
- Roche
Diese Unternehmen sind in Bereichen tätig, die langfristig gefragt bleiben, etwa:
- Medikamentenentwicklung
- medizinische Versorgung
- biotechnologische Forschung
Dennoch können auch hier Faktoren wie regulatorische Entscheidungen oder Forschungsergebnisse die Kursentwicklung beeinflussen.
Beispiele aus dem Bereich Versorger
Versorgungsunternehmen gelten aufgrund ihrer stabilen Nachfrage oft als defensiv. Beispiele können sein:
- NextEra Energy
- E.ON
- RWE
Diese Unternehmen bieten grundlegende Dienstleistungen wie Energieversorgung, die auch in Krisenzeiten benötigt werden. Gleichzeitig können regulatorische Eingriffe oder Energiepreisentwicklungen eine Rolle spielen.
Was diese Unternehmen gemeinsam haben
Obwohl sie aus unterschiedlichen Branchen stammen, weisen viele dieser Unternehmen ähnliche Eigenschaften auf:
Warum Beispiele allein nicht ausreichen
Auch wenn solche Unternehmen häufig als „krisenfest“ gelten, sollten Anleger beachten:
- vergangene Stabilität ist keine Garantie für die Zukunft
- selbst große Unternehmen können unter Druck geraten
- externe Faktoren wie Zinsen, Inflation oder geopolitische Ereignisse beeinflussen alle Märkte
Daher ist es wichtig, nicht nur auf einzelne Aktien zu schauen, sondern eine breitere Perspektive einzunehmen und verschiedene Faktoren zu berücksichtigen.
Mehr über langfristige Anlageansätze und verschiedene Instrumente erfahren Sie auch in unserem ETF-Ratgeber.
Sind „krisensichere Aktien“ wirklich sicher? Risiken im Überblick
Auch wenn bestimmte Aktien als stabiler gelten, bleibt eine zentrale Erkenntnis: Absolute Sicherheit gibt es an den Finanzmärkten nicht. Der Begriff „krisensichere Aktien“ kann daher irreführend sein, wenn er als Garantie verstanden wird.
In der Praxis geht es vielmehr um relative Widerstandsfähigkeit, nicht um Risikofreiheit. Gerade für langfristig orientierte Anleger ist es wichtig, neben den Chancen auch die möglichen Risiken realistisch einzuordnen.
Marktrisiko bleibt immer bestehen
Unabhängig von Branche oder Geschäftsmodell unterliegen alle Aktien dem sogenannten Marktrisiko. Das bedeutet:
- allgemeine Börsenrückgänge können nahezu alle Aktien betreffen
- auch defensive Werte können in starken Abwärtsphasen fallen
- globale Ereignisse (z. B. Finanzkrisen, geopolitische Spannungen) wirken oft marktübergreifend
Selbst Unternehmen mit stabilen Einnahmen sind nicht vollständig vor Kursschwankungen geschützt. Auch die Deutsche Bundesbank weist darauf hin, dass wirtschaftliche Unsicherheit, Inflation und Zinsentwicklungen die Finanzmärkte deutlich beeinflussen können.
Branchenspezifische Risiken
Auch innerhalb als stabil geltender Branchen gibt es spezifische Risiken, die Anleger berücksichtigen sollten:
- Gesundheitssektor: regulatorische Änderungen, Patentabläufe
- Versorger: politische Eingriffe, Energiepreisregulierung
- Konsumgüter: steigende Produktionskosten oder verändertes Konsumverhalten
Das zeigt: Eine „defensive Branche“ bedeutet nicht automatisch ein geringes Risiko für jedes einzelne Unternehmen.
Einfluss von Zinsen und Inflation
Makroökonomische Faktoren spielen eine entscheidende Rolle für die Bewertung von Aktien:
- steigende Zinsen können Aktienbewertungen unter Druck setzen
- Inflation kann Margen beeinflussen
- Finanzierungskosten können steigen
Auch vermeintlich stabile Unternehmen können durch solche Entwicklungen belastet werden.
Unternehmensspezifische Risiken
Neben allgemeinen Markt- und Brancheneffekten gibt es auch individuelle Risiken auf Unternehmensebene:
- Managemententscheidungen
- strategische Fehlentwicklungen
- Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer
- technologische Veränderungen
Diese Faktoren können sich direkt auf die Geschäftsentwicklung und damit auf den Aktienkurs auswirken.
Bedeutung der Diversifikation
Ein zentraler Grundsatz im Umgang mit Risiken ist die Diversifikation. Das bedeutet:
- Verteilung des Kapitals auf verschiedene Branchen
- Kombination unterschiedlicher Anlageklassen
- Vermeidung von Klumpenrisiken
Diversifikation kann dazu beitragen, das Gesamtrisiko eines Portfolios zu steuern, ersetzt jedoch keine sorgfältige Analyse einzelner Anlagen.
Übersicht: Wichtige Risiken im Zusammenhang mit defensiven Aktien
Diese Betrachtung macht deutlich: Auch wenn bestimmte Aktien als vergleichsweise stabil gelten, sollten Anleger stets eine ganzheitliche Perspektive einnehmen und Risiken nicht unterschätzen.
Im nächsten Abschnitt geht es darum, wie Anleger sich dem Thema praktisch nähern können und welche Möglichkeiten es gibt, in solche Aktien zu investieren.
Wie kann man in defensive Aktien investieren?
Wer sich für „krisensichere Aktien“ interessiert, kann das Thema auf unterschiedliche Weise angehen. Wichtig ist, zwischen langfristigem Investieren und kurzfristigem Handeln zu unterscheiden.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
Wie kann man defensive Aktien auswählen?
Wer in defensive Aktien investieren möchte, kann sich schrittweise an das Thema annähern. Hilfreich ist es, nicht nur auf den Begriff „krisensicher“ zu achten, sondern das Unternehmen genauer zu prüfen.
1. Branche analysieren
Prüfen Sie zuerst, ob das Unternehmen in einem Bereich tätig ist, der auch in wirtschaftlich schwächeren Phasen eine relativ stabile Nachfrage aufweisen kann.
2. Geschäftsmodell und Marktstellung bewerten
Achten Sie darauf, ob das Unternehmen über starke Marken, wiederkehrende Umsätze oder eine gefestigte Marktposition verfügt.
3. Finanzkennzahlen vergleichen
Kennzahlen wie Verschuldung, Cashflow und Gewinnentwicklung können helfen, die finanzielle Stabilität eines Unternehmens besser einzuordnen.
4. Diversifikation einplanen
Setzen Sie nicht nur auf einzelne Titel, sondern prüfen Sie, wie sich das Investment in ein breiter aufgestelltes Portfolio einfügt.
Direkt in einzelne Aktien investieren
Beim Direktinvestment wählen Anleger einzelne Unternehmen aus. Das bietet gezielte Chancen, erhöht aber auch das Einzelwertrisiko. Deshalb sind Bilanz, Geschäftsmodell und Branche besonders wichtig.
Über ETFs breiter streuen
Eine andere Möglichkeit sind ETFs auf defensive Branchen oder breite Indizes. Dadurch lässt sich das Risiko stärker streuen als mit Einzelaktien. Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Artikel zum Thema ETF.
Diversifikation bleibt zentral
Auch bei defensiven Aktien sollte das Kapital nicht nur auf wenige Titel verteilt werden. Eine breite Streuung über Branchen und Anlageklassen kann helfen, Schwankungen abzufedern.
Langfristige Strategie statt Sicherheitserwartung
Entscheidend ist eine realistische Erwartung: Nicht absolute Sicherheit, sondern mögliche Stabilität in schwierigeren Marktphasen steht im Vordergrund.
Krisensichere Aktien handeln: Chancen und Risiken mit CFDs
Neben einem klassischen Investment können defensive Aktien auch über CFDs gehandelt werden. CFDs sind derivative Produkte, mit denen Anleger auf steigende oder fallende Kurse spekulieren können, ohne die zugrunde liegende Aktie direkt zu besitzen.
Welche Chancen bieten CFDs?
CFDs ermöglichen es, auf kurzfristige Marktbewegungen zu reagieren. Das kann in volatilen Phasen interessant sein, wenn Anleger nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse setzen möchten.
Welche Risiken sind zu beachten?
CFDs sind komplexe Instrumente und mit einem hohen Risiko verbunden. Durch den Hebel können Gewinne und Verluste verstärkt werden. Deshalb sind CFDs nicht für alle Anleger geeignet.
Investment oder Trading?
Während ein Direktinvestment eher auf langfristigen Vermögensaufbau abzielt, steht beim CFD-Handel meist die kurzfristige Kursbewegung im Mittelpunkt. Beide Ansätze unterscheiden sich deutlich bei Risiko, Haltedauer und Strategie.
Wer sich zunächst mit den Grundlagen beschäftigen möchte, findet weitere Informationen in unserem Überblick zum Aktienhandel sowie in unserem Artikel über ETFs.
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Weitere interessante Artikel
Wenn Sie das Thema weiter vertiefen möchten, finden Sie hier drei passende Beiträge rund um Diversifikation und alternative Anlageklassen:
- ETF: Was Anleger wissen sollten
- In Gold investieren: Was Anleger wissen sollten
- In Silber investieren: Chancen und Risiken
Häufig gestellte Fragen zu krisensicheren Aktien
Gibt es wirklich krisensichere Aktien?
Nicht im absoluten Sinn. Mit „krisensicheren Aktien“ sind meist Aktien von Unternehmen gemeint, die in wirtschaftlich schwierigen Phasen als vergleichsweise stabil gelten. Auch diese Aktien können jedoch im Wert fallen.
Welche Branchen gelten oft als defensiv?
Häufig genannt werden Basiskonsumgüter, Gesundheitswesen und Versorger. Diese Sektoren decken grundlegende Bedürfnisse ab und gelten deshalb oft als stabiler, auch wenn sie nicht frei von Risiken sind.
Sind defensive Aktien automatisch risikoarm?
Nein. Auch defensive Aktien können in Krisenzeiten oder bei starken Marktbewegungen deutlich an Wert verlieren. Sie gelten oft nur als vergleichsweise stabiler als zyklische Aktien.
Kann man in defensive Aktien auch über ETFs investieren?
Ja. ETFs können eine breitere Streuung über mehrere Unternehmen oder Branchen ermöglichen und so dazu beitragen, das mit einzelnen Aktien verbundene Risiko zu steuern. Ein allgemeines Marktrisiko bleibt jedoch bestehen.
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