Aktien Branchen erklärt: Die 11 wichtigsten Aktiensektoren im Überblick

Aktien Branchen helfen Anlegern dabei, Unternehmen nach ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit einzuordnen und verschiedene Bereiche des Aktienmarktes miteinander zu vergleichen. Nach dem weltweit verbreiteten Global Industry Classification Standard (GICS) wird der Aktienmarkt in 11 übergeordnete Sektoren unterteilt - darunter Informationstechnologie, Finanzwesen, Gesundheitswesen, Industrie, Energie und Konsumgüter. Diese Einteilung kann beispielsweise bei der Aktienanalyse und bei der Diversifikation eines Portfolios helfen.

Aktien Branchen mit 11 Aktiensektoren im Überblick und Börsenchart

Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Konsultieren Sie einen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.

Wer Aktien nach Branchen betrachtet, erkennt außerdem schneller, dass Unternehmen unterschiedlich auf Konjunktur, Zinsen, Inflation oder Veränderungen der Verbrauchernachfrage reagieren können. Eine Branchenanalyse ersetzt jedoch keine individuelle Unternehmensanalyse und kann Verluste nicht ausschließen.

Was sind Aktien Branchen und Aktiensektoren?

Aktien Branchen und Aktiensektoren dienen dazu, börsennotierte Unternehmen anhand ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit zu gruppieren. Ein Sektor bildet dabei eine übergeordnete Kategorie, während eine Branche Unternehmen mit spezifischeren und vergleichbaren Geschäftsmodellen zusammenfasst. So gehört beispielsweise der Bereich Informationstechnologie zu den großen Aktiensektoren, während Software oder Halbleiter deutlich spezifischere Tätigkeitsbereiche innerhalb dieses Sektors darstellen.

Eine der international wichtigsten Klassifikationen ist der Global Industry Classification Standard (GICS) von S&P Dow Jones Indices und MSCI. Der aktuelle GICS unterteilt Unternehmen hierarchisch in 11 Sektoren, 25 Industriegruppen, 74 Branchen und 163 Subbranchen. Die Zuordnung eines Unternehmens basiert hauptsächlich auf seiner primären Geschäftstätigkeit beziehungsweise seinen Umsätzen und berücksichtigt darüber hinaus unter anderem Gewinne und die Wahrnehmung des Unternehmens am Markt.

Für Anleger bietet diese Struktur einen praktischen Rahmen, um Unternehmen innerhalb ähnlicher Geschäftsbereiche miteinander zu vergleichen. Wer beispielsweise eine Aktienanalyse durchführt oder sich grundsätzlich mit der Auswahl einzelner Aktien beschäftigt, kann neben den Kennzahlen eines Unternehmens auch berücksichtigen, wie sich der jeweilige Sektor entwickelt. Weitere Grundlagen finden Anleger im Admirals Ratgeber Aktien kaufen für Anfänger.

Dabei ist wichtig: Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Branche sagt allein nichts darüber aus, ob eine Aktie attraktiv bewertet ist oder sich künftig positiv entwickeln wird. Branchen- und Sektoranalysen sind vielmehr ein zusätzlicher Baustein, der zusammen mit fundamentalen, technischen und makroökonomischen Faktoren betrachtet werden kann.

Welche Aktien Branchen gibt es? Die 11 Aktiensektoren im Überblick

Welche Aktien Branchen es gibt, hängt von der verwendeten Klassifikation ab. Einer der weltweit etablierten Standards ist der Global Industry Classification Standard (GICS) von S&P Dow Jones Indices und MSCI. Er teilt börsennotierte Unternehmen aktuell in 11 übergeordnete Aktiensektoren ein. Darunter befinden sich wiederum 25 Industriegruppen, 74 Branchen und 163 Subbranchen.

Die 11 Aktien Branchen und Aktiensektoren im Überblick

Aktiensektor  Typische Branchen und Tätigkeitsbereiche  Beispielunternehmen 
Informationstechnologie  Software, IT-Dienstleistungen, Hardware, Halbleiter  Microsoft, NVIDIA 
Finanzwesen  Banken, Versicherungen, Finanzdienstleistungen, Kapitalmärkte  JPMorgan Chase, Allianz 
Gesundheitswesen  Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik, Gesundheitsdienstleistungen  Roche, Novo Nordisk 
Industrie  Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Transport, Bau- und Ingenieurwesen  Siemens, Airbus 
Zyklische Konsumgüter  Automobile, Einzelhandel, Freizeit, Hotels, Luxusgüter  Amazon, Mercedes-Benz Group 
Basiskonsumgüter  Lebensmittel, Getränke, Haushalts- und Körperpflegeprodukte  Nestlé, Procter & Gamble 
Energie  Öl, Gas, Energiedienstleistungen und damit verbundene Infrastruktur  Exxon Mobil, Shell 
Grundstoffe  Chemie, Metalle, Bergbau, Baustoffe, Papier und Verpackungen  BASF, Rio Tinto 
Kommunikationsdienste  Telekommunikation, Medien, Unterhaltung und digitale Plattformen  Alphabet, Deutsche Telekom 
Versorger  Strom-, Gas- und Wasserversorgung  E.ON, Duke Energy 
Immobilien  Immobiliengesellschaften, Immobilienverwaltung und REITs  Vonovia, Realty Income 

Quelle zur Sektorklassifikation: S&P Dow Jones Indices - Global Industry Classification Standard (GICS). Die genannten Unternehmen dienen ausschließlich als Beispiele zur Veranschaulichung der jeweiligen Aktiensektoren und stellen keine Anlageempfehlung dar. Die Zuordnung einzelner Unternehmen kann sich durch Veränderungen der Geschäftstätigkeit oder Anpassungen der Klassifikation ändern.

Die Einteilung zeigt, wie unterschiedlich Aktien innerhalb des gesamten Aktienmarktes sein können. Ein Halbleiterhersteller gehört beispielsweise zum Sektor Informationstechnologie, während ein Biotechnologieunternehmen dem Gesundheitswesen zugeordnet wird. Wer sich näher mit diesem Bereich beschäftigen möchte, findet im Admirals Ratgeber zu Biotech Aktien weitere Informationen.

Auch innerhalb eines einzelnen Sektors können sich Geschäftsmodelle, Risiken und Wachstumstreiber erheblich unterscheiden. Im Energiesektor können beispielsweise traditionelle Öl- und Gasunternehmen neben Unternehmen stehen, die in anderen Bereichen der Energieversorgung tätig sind. Einen vertiefenden Überblick zu einem Teil dieses Marktes bietet der Admirals Artikel über Erneuerbare Energien Aktien.

Die Zuordnung zu einer Aktienbranche sollte deshalb nicht als Qualitätsmerkmal oder Kaufargument verstanden werden. Sie dient in erster Linie dazu, Unternehmen systematisch einzuordnen und besser miteinander vergleichen zu können. Für die Auswahl einzelner Wertpapiere bleiben unternehmensspezifische Faktoren wie Geschäftsmodell, Bilanz, Bewertung, Wettbewerbssituation und Risiken entscheidend.

Zyklische und defensive Aktien Branchen - was ist der Unterschied?

Aktiensektoren reagieren nicht alle gleich auf Veränderungen der Wirtschaft. Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen zyklischen und defensiven Branchen. Zyklische Aktien sind stärker von der Konjunktur abhängig, während defensive Aktien häufig aus Bereichen stammen, deren Produkte und Dienstleistungen auch in wirtschaftlich schwächeren Phasen benötigt werden.

Zyklische Aktien Branchen

Als zyklische Aktien werden Unternehmen bezeichnet, deren Geschäftsentwicklung vergleichsweise stark mit dem Konjunkturzyklus verbunden ist. Die Deutsche Börse nennt beispielsweise Konsumwerte, Automobilaktien und Technologietitel als typische zyklische Aktien.

Zu den häufig zyklisch geprägten Bereichen zählen unter anderem:

  • Automobilindustrie
  • Industrie und Maschinenbau
  • zyklische Konsumgüter
  • Reisen und Freizeit
  • Teile des Technologie- und Rohstoffsektors

Steigt die wirtschaftliche Aktivität und nimmt die Nachfrage zu, können Unternehmen aus diesen Branchen davon profitieren. Bei einer Konjunkturabschwächung kann sich die Nachfrage dagegen reduzieren und die Geschäftsentwicklung stärker unter Druck geraten.

Defensive Aktien Branchen

Defensive Aktien stammen häufig aus Branchen, deren Produkte oder Dienstleistungen relativ unabhängig von der aktuellen Konjunkturlage nachgefragt werden. Typische Beispiele sind Basiskonsumgüter, Gesundheitswesen und Versorger.

So benötigen Verbraucher beispielsweise auch während einer wirtschaftlichen Schwächephase Lebensmittel, Medikamente, Strom oder Wasser. Unternehmen aus solchen Bereichen können deshalb teilweise weniger konjunkturabhängig sein als Unternehmen aus zyklischen Branchen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass defensive Aktien automatisch sicher oder risikoarm sind. Auch sie können deutlich im Wert fallen und sind unter anderem Unternehmens-, Markt-, Zins- und regulatorischen Risiken ausgesetzt. Einen ausführlicheren Überblick zu diesem Thema bietet der Admirals Ratgeber über krisensichere und defensive Aktien.

Die Unterscheidung zwischen zyklischen und defensiven Aktien Branchen ist daher vor allem ein Analysewerkzeug. Sie kann Anlegern helfen, besser einzuschätzen, wie unterschiedliche Unternehmen auf Veränderungen von Wachstum, Konsum oder Konjunktur reagieren könnten - eine Garantie für eine bestimmte Kursentwicklung liefert sie jedoch nicht.

Warum sind Aktien Branchen für Anleger wichtig?

Die Einteilung von Aktien nach Branchen und Sektoren kann Anlegern helfen, ein Portfolio strukturierter zu analysieren. Besonders wichtig ist dabei die Diversifikation nach Branchen. Denn mehrere Aktien im Depot bedeuten nicht automatisch, dass das Risiko breit gestreut ist.

Besitzt ein Anleger beispielsweise fünf verschiedene Halbleiteraktien, stammen diese Unternehmen zwar aus unterschiedlichen Firmen, hängen aber häufig von ähnlichen Einflussfaktoren ab - etwa der Nachfrage nach Chips, Investitionszyklen in der Technologiebranche oder Veränderungen bei Lieferketten. Eine breitere Streuung über verschiedene Aktiensektoren kann solche Konzentrationsrisiken reduzieren.

Diversifikation über verschiedene Branchen

Bei der Diversifikation geht es darum, Kapital auf unterschiedliche Anlagen, Unternehmen oder Marktbereiche zu verteilen. Neben einzelnen Unternehmen können deshalb auch verschiedene Branchen berücksichtigt werden.

Mögliche Einflussfaktoren unterscheiden sich je nach Sektor:

  • Finanzwesen: Zinsentwicklung, Kreditnachfrage und Regulierung
  • Energie: Öl- und Gaspreise sowie geopolitische Entwicklungen
  • Technologie: Innovation, Investitionszyklen und Bewertungen
  • Konsum: Kaufkraft und Verbrauchervertrauen
  • Industrie: Konjunktur, Investitionen und globale Nachfrage
  • Gesundheitswesen: Forschung, Zulassungen und regulatorische Rahmenbedingungen

Eine Streuung über mehrere Branchen kann dazu beitragen, dass ein Portfolio weniger stark von der Entwicklung eines einzelnen Wirtschaftsbereichs abhängig ist. Sie kann Verluste jedoch nicht ausschließen.

Wer sich grundsätzlich mit diesem Thema beschäftigt, findet im Admirals Ratgeber zur Diversifikation weitere Informationen zu verschiedenen Möglichkeiten der Risikostreuung.

Branchen reagieren unterschiedlich auf Marktbedingungen

Aktien Branchen können unterschiedlich auf Veränderungen bei Inflation, Zinsen, Wirtschaftswachstum oder Rohstoffpreisen reagieren. Steigende Zinsen können beispielsweise andere Auswirkungen auf Banken haben als auf hoch bewertete Wachstumsunternehmen. Höhere Energiepreise können Energieunternehmen unterstützen, gleichzeitig aber die Kosten anderer Branchen erhöhen.

Für Anleger bedeutet das: Die Betrachtung von Aktiensektoren kann helfen, Risiken und Abhängigkeiten innerhalb eines Portfolios besser zu erkennen. Sie ersetzt jedoch weder eine Analyse des einzelnen Unternehmens noch ein individuelles Risikomanagement.

Wie können Anleger Aktien Branchen analysieren?

Eine Branchenanalyse betrachtet nicht nur einzelne Unternehmen, sondern untersucht, welche wirtschaftlichen Faktoren einen gesamten Aktiensektor beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise Konjunktur, Zinsen, Inflation, Rohstoffpreise, Regulierung oder technologische Veränderungen.

Wichtige Faktoren bei der Branchenanalyse

Bei der Analyse verschiedener Branchen am Aktienmarkt können Anleger unter anderem auf folgende Punkte achten:

  • Umsatz- und Gewinnentwicklung: Wachsen Unternehmen innerhalb einer Branche oder stehen Margen und Gewinne unter Druck?
  • Bewertung: Wie hoch sind typische Bewertungskennzahlen innerhalb des Sektors und wie unterscheiden sie sich zwischen einzelnen Unternehmen?
  • Konjunkturabhängigkeit: Reagiert die Branche stark auf wirtschaftliche Auf- und Abschwünge?
  • Wettbewerb: Wie intensiv ist der Wettbewerb und wie hoch sind mögliche Markteintrittsbarrieren?
  • Regulierung: Welche gesetzlichen oder politischen Veränderungen könnten die Branche beeinflussen?
  • Technologie und Innovation: Können neue Technologien bestehende Geschäftsmodelle verändern oder verdrängen?

Eine Branchenanalyse kann damit einen zusätzlichen Kontext für die Bewertung einzelner Unternehmen liefern. Sie sollte jedoch mit einer individuellen Unternehmensanalyse kombiniert werden. Im Admirals Ratgeber zur Aktienanalyse werden unter anderem die fundamentale und technische Analyse näher erläutert.

Ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang ist die Sektorrotation. Damit wird die Verlagerung von Kapital zwischen verschiedenen Aktiensektoren bezeichnet, wenn sich beispielsweise Erwartungen zu Wirtschaftswachstum, Inflation oder Zinsen verändern. Welche Branchen davon profitieren oder belastet werden, lässt sich jedoch nicht zuverlässig allein aus einer bestimmten Phase des Konjunkturzyklus ableiten.

Die Entwicklung eines gesamten Aktiensektors kann deshalb Hinweise auf Markttrends geben, ist aber keine Garantie für die Kursentwicklung einzelner Aktien.

Wenn Sie die Unterschiede zwischen Aktienbranchen zunächst ohne Einsatz von echtem Kapital beobachten möchten, können Sie verschiedene Märkte und Sektoren in einem Demokonto kennenlernen.

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FAQ zu Aktien Branchen

Welche Aktien Branchen gibt es?

Zu den wichtigsten Aktien Branchen beziehungsweise Aktiensektoren zählen Informationstechnologie, Finanzwesen, Gesundheitswesen, Industrie, zyklische Konsumgüter, Basiskonsumgüter, Energie, Grundstoffe, Kommunikationsdienste, Versorger und Immobilien.

Wie viele Aktiensektoren gibt es?

Nach dem Global Industry Classification Standard (GICS) gibt es 11 übergeordnete Aktiensektoren. Darunter befinden sich weitere Industriegruppen, Branchen und Subbranchen.

Welche Aktien Branchen gelten als defensiv?

Als defensive Aktien Branchen gelten häufig Basiskonsumgüter, Gesundheitswesen und Versorger. Unternehmen aus diesen Bereichen sind teilweise weniger stark von Konjunkturschwankungen abhängig. Das bedeutet jedoch nicht, dass defensive Aktien sicher oder frei von Kursrisiken sind.

Welche Aktien Branchen sind zyklisch?

Zu den häufig zyklisch geprägten Branchen zählen unter anderem Automobil, Industrie, zyklischer Konsum, Reisen und Teile des Technologie- und Rohstoffsektors. Ihre Geschäftsentwicklung kann stärker von Konjunktur und Nachfrage abhängen.

Warum ist Diversifikation nach Branchen wichtig?

Eine Diversifikation über verschiedene Aktien Branchen kann helfen, Konzentrationsrisiken zu reduzieren. Befinden sich viele Aktien aus demselben Sektor im Portfolio, können ähnliche wirtschaftliche Faktoren mehrere Positionen gleichzeitig beeinflussen.

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Stanislav Todorov
Stanislav Todorov Finanzautor, Admirals

Stanislav ist Finanzanalyst mit Hintergrund in Wirtschaft und Technologie. Er liefert klare, datengestützte Analysen und erstellt Bildungsinhalte, Investment-Trainings und finanzbezogene Materialien für verschiedene Zielgruppen.

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