Gleitender Durchschnitt erklärt: SMA, EMA und Strategien
Ein gleitender Durchschnitt zählt zu den wichtigsten Werkzeugen der technischen Analyse. Er glättet Kursschwankungen und kann Tradern helfen, Trends, mögliche Unterstützungs- und Widerstandsbereiche sowie Marktphasen besser einzuordnen.
Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Konsultieren Sie einen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.
Ob Aktien, Forex, Indizes, Rohstoffe oder CFDs: Der auch als Moving Average bekannte Indikator wird in vielen Märkten genutzt. Besonders verbreitet sind der einfache gleitende Durchschnitt (SMA), der exponentielle gleitende Durchschnitt (EMA) sowie bekannte Linien wie die 50-Tage-Linie und die 200-Tage-Linie.
Wichtig: Gleitende Durchschnitte basieren auf vergangenen Kursdaten. Sie können Hinweise liefern, aber keine zukünftigen Kursbewegungen garantieren. Trading und Investieren sind mit Risiken verbunden; Verluste können entstehen.
Kurz erklärt: Was ist ein gleitender Durchschnitt?
Ein gleitender Durchschnitt ist ein technischer Indikator, der den Durchschnittskurs eines Finanzinstruments über eine bestimmte Anzahl von Perioden berechnet. Mit jeder neuen Periode wird der Wert aktualisiert, wodurch eine Linie entsteht, die Kursbewegungen glättet und Trends sichtbarer machen kann. Ein SMA gewichtet alle Kurse gleich, während ein EMA jüngere Kurse stärker berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein gleitender Durchschnitt?
- Welche Arten von gleitenden Durchschnitten gibt es?
- Wie wird der gleitende Durchschnitt berechnet?
- Wie nutzen Trader den gleitenden Durchschnitt im Trading?
- Welche Einstellungen sind beliebt? 20, 50 und 200 Perioden
- Welche Vor- und Nachteile hat der gleitende Durchschnitt?
- Häufige Fragen zum gleitenden Durchschnitt
Was ist ein gleitender Durchschnitt?
Ein gleitender Durchschnitt zeigt den Durchschnitt eines Kurses über eine bestimmte Anzahl von Perioden. Je nach gewähltem Chart können diese Perioden Minuten, Stunden, Tage, Wochen oder Monate sein. In einem Tageschart steht ein gleitender Durchschnitt mit 20 Perioden zum Beispiel für den Durchschnitt der letzten 20 Handelstage.
Der Begriff „gleitend“ beschreibt, dass die Berechnung mit jeder neuen Kerze im Chart weiterläuft. Kommt ein neuer Schlusskurs hinzu, fällt der älteste Wert aus der Berechnung. So entsteht eine fortlaufende Linie, die sich mit dem Markt bewegt.
Das Ziel des Indikators ist nicht, jeden einzelnen Kursausschlag abzubilden. Stattdessen soll er kurzfristiges Marktrauschen reduzieren und die übergeordnete Richtung sichtbarer machen. Deshalb wird der Moving Average häufig als Trendfolgeindikator bezeichnet. Auch die CME Group beschreibt gleitende Durchschnitte als eines der häufig genutzten Werkzeuge, mit denen technische Trader ihre Kursanalyse beginnen.
Gleitender Durchschnitt einfach erklärt
Stellen Sie sich vor, eine Aktie schließt an fünf aufeinanderfolgenden Tagen bei 100, 102, 101, 103 und 104 Euro. Der einfache Durchschnitt dieser fünf Schlusskurse beträgt 102 Euro. Wird am nächsten Tag ein neuer Schlusskurs hinzugefügt, wird der älteste Wert entfernt und der Durchschnitt neu berechnet.
Genau daraus entsteht die Linie des gleitenden Durchschnitts im Chart. Sie reagiert weniger sprunghaft als der aktuelle Kurs und kann dadurch helfen, die Marktrichtung ruhiger zu betrachten.
Warum nutzen Trader Moving Averages?
Trader nutzen gleitende Durchschnitte unter anderem, um:
- Trends zu erkennen oder zu bestätigen
- kurzfristige Kursschwankungen zu glätten
- mögliche Unterstützungs- und Widerstandsbereiche einzuordnen
- verschiedene Zeiträume miteinander zu vergleichen
- mögliche Trendwechsel über Kreuzungen zweier Durchschnitte zu beobachten
Ein Kurs oberhalb eines steigenden gleitenden Durchschnitts kann auf einen Aufwärtstrend hindeuten. Ein Kurs unterhalb eines fallenden gleitenden Durchschnitts kann dagegen auf eine schwächere Marktphase hinweisen. Solche Signale sollten jedoch nicht isoliert betrachtet werden.
Wer tiefer in die Grundlagen der Chartanalyse einsteigen möchte, findet bei Admirals eine Einführung in die technische Analyse sowie einen Überblick über wichtige Trading Indikatoren. Admirals erklärt, dass technische Indikatoren auf Kursbewegungen reagieren und Tradern helfen können, die aktuelle Marktsituation besser einzuordnen.
Ein nachlaufender Indikator - keine Prognose
Der gleitende Durchschnitt basiert auf vergangenen Kursdaten. Deshalb reagiert er immer mit einer gewissen Verzögerung. Je länger die gewählte Periode, desto glatter ist die Linie - aber desto später können mögliche Signale entstehen.
Genau deshalb sollte ein Moving Average nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage genutzt werden. Sinnvoller ist es, ihn mit weiteren Analysewerkzeugen zu kombinieren, zum Beispiel mit Kursstruktur, Unterstützungs- und Widerstandszonen oder anderen Indikatoren wie dem MACD oder RSI. Bei Admirals gibt es dazu weiterführende Artikel zum MACD Indikator, zum RSI Indikator und zu Unterstützung und Widerstand im Trading.
Merke: Ein gleitender Durchschnitt kann Trends sichtbarer machen. Er ersetzt jedoch keine eigene Analyse, kein Risikomanagement und keine Prüfung, ob ein Finanzinstrument zur persönlichen Situation passt.
Welche Arten von gleitenden Durchschnitten gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von gleitenden Durchschnitten. In der Praxis begegnen Tradern besonders häufig der einfache gleitende Durchschnitt (SMA) und der exponentielle gleitende Durchschnitt (EMA). Beide verfolgen dasselbe Grundziel: Sie glätten Kursdaten und machen Trends im Chart leichter erkennbar.
Der Unterschied liegt vor allem in der Gewichtung der Daten. Während der SMA alle Kurse innerhalb der gewählten Periode gleich behandelt, legt der EMA mehr Gewicht auf die jüngsten Kurse. Dadurch reagiert der EMA in der Regel schneller auf neue Marktbewegungen, kann aber auch anfälliger für kurzfristige Fehlsignale sein. Fidelity beschreibt den EMA ebenfalls als Durchschnitt, der aktuelle Kursdaten stärker gewichtet und sich deshalb enger am Kurs bewegen kann als ein vergleichbarer SMA.
Einfacher gleitender Durchschnitt - SMA
Der Simple Moving Average, kurz SMA, ist die einfachste Form eines gleitenden Durchschnitts. Er berechnet den Durchschnittskurs über eine festgelegte Anzahl von Perioden. Bei einem SMA 20 werden zum Beispiel die Schlusskurse der letzten 20 Perioden addiert und anschließend durch 20 geteilt.
Der SMA wird häufig genutzt, um die übergeordnete Trendrichtung ruhiger zu betrachten. Besonders bekannte Beispiele sind die 50-Tage-Linie und die 200-Tage-Linie, die viele Marktteilnehmer bei Aktien, Indizes und anderen Märkten beobachten.
Ein Vorteil des SMA ist seine einfache Interpretation. Ein Nachteil ist, dass er auf neue Kursbewegungen vergleichsweise langsam reagiert. Deshalb eignet er sich eher zur Trendbestätigung als für sehr frühe Signale.
Mehr Details finden Sie im Admirals Artikel zum Simple Moving Average Indikator. Der Artikel erklärt den SMA als einfachen gleitenden Durchschnitt, der bei der Identifizierung und Bestätigung von Markttrends helfen kann.
Exponentieller gleitender Durchschnitt - EMA
Der exponentielle gleitende Durchschnitt, kurz EMA, gewichtet jüngere Kursdaten stärker als ältere. Dadurch reagiert er schneller auf aktuelle Kursbewegungen als der SMA. Das kann vor allem in dynamischen Märkten hilfreich sein, in denen Trader frühere Hinweise auf mögliche Trendveränderungen suchen.
Ein EMA 20 bewegt sich beispielsweise meist näher am aktuellen Kurs als ein SMA 20. Dadurch kann er kurzfristige Trendimpulse schneller sichtbar machen. Gleichzeitig bedeutet diese höhere Sensibilität, dass der EMA in unruhigen Seitwärtsphasen häufiger Fehlsignale liefern kann.
Der EMA wird auch in anderen technischen Indikatoren verwendet. Ein bekanntes Beispiel ist der MACD Indikator, der auf exponentiellen gleitenden Durchschnitten basiert. Admirals weist im eigenen EMA-Artikel darauf hin, dass die Kombination des EMA mit Indikatoren wie MACD oder RSI helfen kann, Trends zu bestätigen und Fehlsignale zu reduzieren.
Mehr dazu lesen Sie im Admirals Leitfaden zum EMA Indikator.
SMA vs. EMA: Was ist der Unterschied?
Ob SMA oder EMA besser geeignet ist, hängt vom Handelsstil ab. Wer längerfristige Trends betrachten möchte, nutzt häufig den SMA. Wer kurzfristigere Signale analysieren möchte, arbeitet oft mit dem EMA. Eine allgemein „beste“ Variante gibt es nicht.
Wie wird der gleitende Durchschnitt berechnet?
Die Berechnung eines gleitenden Durchschnitts hängt davon ab, ob Sie einen SMA oder einen EMA nutzen. Der SMA ist mathematisch besonders leicht nachvollziehbar. Der EMA ist komplexer, weil er jüngere Kursdaten stärker gewichtet.
SMA Formel
Die einfache Formel lautet:
SMA = Summe der Schlusskurse / Anzahl der Perioden
Ein Beispiel:
Berechnung:
SMA 5 = (100 + 102 + 101 + 103 + 104) / 5 = 102 €
Der SMA 5 liegt in diesem Beispiel also bei 102 €. Kommt am nächsten Tag ein neuer Schlusskurs hinzu, fällt der älteste Wert aus der Berechnung heraus. Dadurch „gleitet“ der Durchschnitt mit jeder neuen Periode weiter.
Auch Investopedia beschreibt die SMA-Berechnung als Summe der Kurse innerhalb einer gewählten Periode, geteilt durch die Anzahl der Perioden.
EMA Berechnung kurz erklärt
Beim EMA wird ebenfalls ein Durchschnitt gebildet. Allerdings bekommen neue Kurse mehr Einfluss auf das Ergebnis als ältere Kurse. Dafür wird ein Glättungsfaktor genutzt.
Vereinfacht gesagt:
- Je kürzer die gewählte Periode, desto stärker reagiert der EMA auf neue Kursdaten.
- Je länger die Periode, desto ruhiger verläuft die EMA-Linie.
- Ein EMA 10 reagiert schneller als ein EMA 50.
- Ein EMA 200 ist deutlich träger und wird eher für langfristige Trendanalysen genutzt.
Investopedia erklärt die EMA-Berechnung ebenfalls über einen Multiplikator, der jüngere Kursdaten stärker berücksichtigt.
Für die praktische Anwendung müssen Trader die Formel jedoch meist nicht manuell berechnen. In Handelsplattformen wie dem MetaTrader ist der Moving Average als Standardindikator verfügbar. Im Admirals Artikel zum Moving Average im MetaTrader wird erklärt, dass der Indikator in MetaTrader zu den Standardwerkzeugen gehört und nicht separat heruntergeladen werden muss.
Kurz gesagt: Der SMA ist einfacher und ruhiger. Der EMA ist schneller und sensibler. Beide können hilfreich sein, sollten aber immer im Kontext von Marktumfeld, Zeiteinheit und Risikomanagement betrachtet werden.
Wie nutzen Trader den gleitenden Durchschnitt im Trading?
Ein gleitender Durchschnitt wird im Trading vor allem genutzt, um die Trendrichtung einzuordnen. Dabei geht es nicht darum, den nächsten Kurs exakt vorherzusagen. Vielmehr kann der Indikator helfen, die aktuelle Marktstruktur klarer zu sehen und mögliche Signale in einen größeren Kontext zu setzen.
Trendrichtung erkennen
Eine einfache Interpretation lautet:
- Liegt der Kurs über einem steigenden gleitenden Durchschnitt, kann das auf einen Aufwärtstrend hindeuten.
- Liegt der Kurs unter einem fallenden gleitenden Durchschnitt, kann das auf einen Abwärtstrend hindeuten.
- Verläuft der gleitende Durchschnitt seitwärts, kann der Markt richtungslos oder in einer Konsolidierung sein.
Wichtig ist dabei nicht nur, ob der Kurs oberhalb oder unterhalb der Linie liegt. Auch die Neigung des Moving Average spielt eine Rolle. Ein stark steigender Durchschnitt zeigt eine andere Marktdynamik als eine fast waagerechte Linie.
Unterstützung und Widerstand einschätzen
Gleitende Durchschnitte können auch als dynamische Unterstützungs- oder Widerstandsbereiche betrachtet werden. In einem Aufwärtstrend kann der Kurs zum Beispiel mehrfach an einen steigenden Durchschnitt zurücklaufen und dort wieder Käufer finden. In einem Abwärtstrend kann ein fallender Durchschnitt dagegen als Widerstand wirken.
Solche Bereiche sind jedoch keine festen Marken. Märkte können gleitende Durchschnitte jederzeit durchbrechen - besonders bei hoher Volatilität, Nachrichtenereignissen oder geringer Liquidität. Admirals erklärt im Guide zu Unterstützung und Widerstand im Trading, dass Unterstützungs- und Widerstandszonen Orientierung geben können, aber keine sichere Prognose darstellen.
Moving Average Crossover Strategie
Eine bekannte Moving Average Strategie ist das sogenannte Crossover. Dabei werden zwei gleitende Durchschnitte mit unterschiedlichen Perioden kombiniert, zum Beispiel ein kurzfristiger EMA 50 und ein langfristiger EMA 200.
Kreuzt der schnellere Durchschnitt den langsameren von unten nach oben, wird dies häufig als mögliches bullishes Signal interpretiert. Diese Konstellation wird auch Golden Cross genannt. Kreuzt der schnellere Durchschnitt den langsameren von oben nach unten, sprechen Marktteilnehmer oft von einem Death Cross, also einem möglichen bearishen Signal.
Admirals beschreibt im EMA-Leitfaden ebenfalls die Kombination zweier EMAs, etwa einer 50- und einer 200-Perioden-Linie, als beliebte Methode zur Einordnung möglicher Trendwechsel.
Grenzen von Crossover-Signalen
Crossover-Signale können besonders in trendstarken Märkten hilfreich sein. In Seitwärtsphasen liefern sie jedoch häufig verspätete oder widersprüchliche Signale. Deshalb sollten Trader sie nicht isoliert verwenden.
Sinnvoller ist es, ein Crossover mit weiteren Faktoren zu prüfen, zum Beispiel:
- übergeordneter Trend
- Unterstützungs- und Widerstandszonen
- Volatilität
- Handelsvolumen, falls verfügbar
- Risikomanagement und Positionsgröße
Mehr praktische Ansätze finden Sie im Admirals Artikel zu Trading Strategien.
Welche Einstellungen sind beliebt? 20, 50 und 200 Perioden
Die Wahl der richtigen Einstellung hängt davon ab, welchen Markt, welchen Zeitrahmen und welchen Handelsstil Sie analysieren. Ein kurzfristig orientierter Trader nutzt andere gleitende Durchschnitte als ein langfristig orientierter Anleger.
Eine universell „beste“ Einstellung gibt es nicht. Häufig genutzte Perioden wie 20, 50 oder 200 sind vor allem deshalb wichtig, weil viele Marktteilnehmer sie beobachten.
Kurzfristige Durchschnitte: 9, 10 oder 20 Perioden
Kurze gleitende Durchschnitte reagieren schneller auf Kursveränderungen. Dazu gehören zum Beispiel:
- EMA 9
- EMA 10
- SMA 20
- EMA 20
Sie werden häufig in kurzfristigeren Chartanalysen eingesetzt, etwa im Daytrading oder Swing Trading. Der Vorteil liegt in der schnellen Reaktion. Der Nachteil: Je kürzer die Periode, desto größer ist die Gefahr von Fehlsignalen.
Ein SMA 20 wird zudem in bekannten Indikatoren wie den Bollinger Bändern verwendet. Admirals erklärt im Artikel zu Trading Strategien, dass die mittlere Linie der Bollinger Bänder häufig ein 20-Tage Simple Moving Average ist.
Mittelfristige Durchschnitte: 50 Perioden
Die 50-Tage-Linie oder ein EMA 50 wird oft genutzt, um mittelfristige Trends zu beurteilen. Sie reagiert langsamer als ein EMA 20, liefert dafür aber häufig ein ruhigeres Bild.
Trader können eine 50-Perioden-Linie nutzen, um:
- die mittelfristige Trendrichtung zu prüfen
- Pullbacks innerhalb eines Trends einzuordnen
- kurzfristige Signale mit einem größeren Trendfilter abzugleichen
- mögliche Crossover mit längeren Durchschnitten zu beobachten
Langfristige Durchschnitte: 100 oder 200 Perioden
Die 200-Tage-Linie zählt zu den bekanntesten langfristigen Durchschnittslinien. Viele Analysten, Investoren und Trader beobachten sie, um die übergeordnete Marktrichtung einzuschätzen.
Ein Kurs oberhalb der 200-Tage-Linie wird häufig als Zeichen relativer Stärke betrachtet. Ein Kurs unterhalb der 200-Tage-Linie kann dagegen auf eine schwächere Marktphase hindeuten. Auch hier gilt: Das ist keine Garantie, sondern nur ein technischer Hinweis.
Der 200er Durchschnitt wird oft mit einer kürzeren Linie kombiniert, zum Beispiel mit dem EMA 50 oder SMA 50. Daraus entstehen bekannte Crossover-Signale wie Golden Cross und Death Cross.
Welche Einstellung passt zu welchem Trading-Stil?
Die beste Einstellung ist daher immer kontextabhängig. Je kürzer der Durchschnitt, desto schneller reagiert er - aber desto mehr Fehlsignale können entstehen. Je länger der Durchschnitt, desto stabiler wirkt die Linie - aber desto später entstehen mögliche Signale.
Vor der Nutzung in einem Live-Konto kann es sinnvoll sein, verschiedene Einstellungen zunächst in einem Demokonto zu testen. Dort können Nutzer die Plattform und Strategien mit virtuellem Kapital kennenlernen, ohne eigenes Kapital einzusetzen.
Welche Vor- und Nachteile hat der gleitende Durchschnitt?
Ein gleitender Durchschnitt ist beliebt, weil er einfach zu verstehen und vielseitig einsetzbar ist. Gleichzeitig hat der Indikator klare Grenzen. Wer ihn im Trading nutzt, sollte deshalb nicht nur die möglichen Vorteile, sondern auch typische Schwächen kennen.
Vorteile des gleitenden Durchschnitts
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
- Klare Trenddarstellung: Der Moving Average glättet Kursbewegungen und macht Trends sichtbarer.
- Flexible Anwendung: Er kann in Aktien, Forex, Indizes, Rohstoffen und weiteren Märkten genutzt werden.
- Verschiedene Zeiteinheiten: Trader können ihn in Minuten-, Stunden-, Tages- oder Wochencharts einsetzen.
- Einfache Kombination: Der gleitende Durchschnitt lässt sich mit anderen Indikatoren wie MACD, RSI oder Bollinger Bändern verbinden.
- Nützlicher Trendfilter: Er kann helfen, kurzfristige Signale nur in Richtung des übergeordneten Trends zu betrachten.
Gerade für Einsteiger in die technische Analyse ist der gleitende Durchschnitt ein verständlicher Ausgangspunkt. Er zeigt auf einen Blick, ob sich der Kurs eher oberhalb, unterhalb oder nahe an einer Durchschnittslinie bewegt.
Nachteile und typische Fehler
Der größte Nachteil: Ein gleitender Durchschnitt ist ein nachlaufender Indikator. Er basiert auf vergangenen Kursen und reagiert deshalb immer verzögert auf neue Entwicklungen.
Typische Schwächen sind:
- Signale entstehen oft erst nach einer bereits erfolgten Kursbewegung.
- In Seitwärtsmärkten kann es viele Fehlsignale geben.
- Kurze Durchschnitte reagieren schneller, aber unruhiger.
- Lange Durchschnitte sind stabiler, liefern Signale aber später.
- Ein einzelner Moving Average ersetzt keine vollständige Marktanalyse.
Ein häufiger Fehler besteht darin, ein Kreuzungssignal automatisch als Kauf- oder Verkaufssignal zu interpretieren. Besser ist es, das Signal im Kontext zu prüfen: Gibt es einen klaren Trend? Liegt eine wichtige Unterstützungs- oder Widerstandszone in der Nähe? Passt das Signal zum gewählten Zeitrahmen?
Kombination mit anderen Indikatoren
Viele Trader kombinieren gleitende Durchschnitte mit weiteren Analysewerkzeugen. Der MACD Indikator basiert beispielsweise auf exponentiellen gleitenden Durchschnitten und kann genutzt werden, um Momentum und mögliche Trendveränderungen einzuordnen. Mehr dazu finden Sie im Admirals Leitfaden zum MACD Indikator.
Auch der RSI Indikator kann ergänzend betrachtet werden, etwa um überkaufte oder überverkaufte Marktphasen zu analysieren. Zusätzlich können Kursstruktur, Trendlinien sowie Unterstützung und Widerstand helfen, Signale besser einzuordnen.
Wichtig bleibt: Kein Indikator liefert sichere Ergebnisse. Gleitende Durchschnitte können die Analyse unterstützen, ersetzen aber kein Risikomanagement und keine eigenständige Prüfung des jeweiligen Marktes.
Bevor gleitende Durchschnitte in einem Live-Konto eingesetzt werden, können Trader deren Zusammenspiel mit anderen Indikatoren zunächst in einem Demokonto mit virtuellem Kapital testen.
Häufige Fragen zum gleitenden Durchschnitt
Was ist ein gleitender Durchschnitt?
Ein gleitender Durchschnitt ist ein technischer Indikator, der den Durchschnittskurs eines Finanzinstruments über eine bestimmte Anzahl von Perioden berechnet. Mit jeder neuen Periode wird der Wert aktualisiert, wodurch eine fortlaufende Durchschnittslinie im Chart entsteht.
Was ist besser: SMA oder EMA?
Weder SMA noch EMA ist grundsätzlich besser. Der SMA verläuft ruhiger, weil alle Werte gleich gewichtet werden. Der EMA reagiert schneller, weil jüngere Kurse stärker berücksichtigt werden. Welche Variante geeigneter ist, hängt vom Markt, Zeitrahmen und Handelsstil ab.
Welche gleitenden Durchschnitte nutzen Trader häufig?
Häufig genutzte Einstellungen sind 20, 50, 100 und 200 Perioden. Kurzfristige Trader verwenden oft EMA 9, EMA 10 oder EMA 20. Für mittelfristige Analysen ist die 50-Tage-Linie beliebt, während die 200-Tage-Linie häufig zur langfristigen Trendbeurteilung genutzt wird.
Ist die 200-Tage-Linie ein Kaufsignal?
Die 200-Tage-Linie ist kein automatisches Kaufsignal. Sie kann als Orientierung für die langfristige Trendrichtung dienen. Liegt der Kurs oberhalb der 200-Tage-Linie, wird dies oft als Zeichen relativer Stärke betrachtet. Dennoch sollten weitere Faktoren wie Marktumfeld, Volatilität und Risikomanagement berücksichtigt werden.
Kann man nur mit gleitenden Durchschnitten traden?
Gleitende Durchschnitte können Bestandteil einer Trading-Strategie sein. Sie sollten jedoch nicht isoliert genutzt werden. Sinnvoller ist die Kombination mit weiteren Analysewerkzeugen, klaren Regeln für Einstieg und Ausstieg sowie einem angemessenen Risikomanagement.
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