Gold Analyse: Dollar und Zinsen initiieren neue Schwächephase

März 30, 2021 12:00
  • Aktuelle Gold Analyse 30.03.2021: Chartanalyse, Wochenausblick, Set-Ups und mehr – für aktive Daytrader

Autor der aktuellen Analyse: Markus Grüne

Überblick: Gold, das große Bild

Gold Chartanalyse am 30.03.2021 Daily - Gold Aktuell

Lange sah es ganz danach aus, als würde die vergangene Handelswoche ebenso ereignisarm verlaufen, wie die vorige. Jedenfalls blieb bis kurz nach Beginn des regulären Handelsbeginns an den US-amerikanischen Wertpapierbörsen am gestrigen Montag die auf Jerome Powells und Janet Yellens Ausführungen vor dem Kongress folgende Preisbewegung vom letzten Donnerstag schon die einzige nennenswerte. Die Mischung aus einem zum gestrigen Börsenstart anziehenden US-Dollar, genau zeitgleich kräftig steigenden Anleiherenditen sowie schwächelnden Aktienmärkten sorgten dann jedoch für ein plötzliches Absacken des Goldpreises, zwischen 15:30 Uhr und 16:00 Uhr verlor das Edelmetall gut 15 Dollar. Die darauf folgende Stabilisierung war nur von kurzer Dauer, im asiatischen Handel der vergangenen Nacht setzte sich die Abwärtsbewegung weiter fort.

Insbesondere die zum Börsenstart nachgebenden Aktienmärkte dürften als Auslöser für den ersten Preisrutsch eine wesentliche Rolle gespielt haben. Zwar war diese Schwäche für sich betrachtet nicht aussergewöhnlich, gerade auch vor dem Hintergrund der Schlussrally vom vorangegangenen Freitag, die Nervosität über den Umfang eines an dieser Stelle möglicherweise unter der Oberfläche schwelenden Problems strahlte jedoch aus. Nachdem am Freitag noch Rätselraten über die Beweggründe, und vor allem den oder die Auftraggeber, für ungewöhnlich hohe Verkaufsaktivitäten an den US-Wertpapierbörsen herrschte, klärte sich das Bild am Wochenende: nachdem ein grosses Family Office (Family Office klingt immer nach kleiner Nische, Archegos Capital hatte aber die Grösse durchaus namhafter Hedgefonds) mit Teilen seines stark gehebelten Portfolios in Schieflage geraten war, zwangen Margincalls zum Verkauf von Wertpapieren im Gegenwert von über 20 Milliarden US-Dollar. An einem Tag! Unsicherheit herrschte nun vor allem darüber, ob bereits alle erforderlichen Transaktionen abgewickelt worden waren, wieviel noch folgen könnte und ob möglicherweise weitere Marktteilnehmer in diesem Strudel mitgerissen werden könnten. Bei Archegos stark engagierte Banken, wie Nomura und Credit Suisse, meldeten bereits am Montagmorgen herbe, daraus resultierende Verluste, was weitere Alarmglocken schrillen liess. Die Sorge besteht, dass die teils beispiellosen Tagesverluste einzelner Werte zu neuen Margincalls bei weiteren Marktteilnehmern führen könnten und so weitreichender Liquiditätsbedarf entsteht. Vor diesem Hintergrund gilt wieder einmal „Cash is King“, und leicht liquidierbare Assets, wie Gold, folgen dann den Aktien. Auch wenn die Lage in dieser Hinsicht weiterhin fragil wirkt, scheint es, als sei die Kuh nun erst einmal vom Eis. Die Märkte zeigen sich nervös, aber befinden sich nicht im Panikmodus, S&P und Nasdaq erholten sich beeindruckend, der Dow Jones erreichte im Tagesverlauf sogar ein neuer Allzeithoch. Dennoch bleibt Vorsicht angeraten, schwarze Schwäne haben eben die Eigenart, dass man sie erst bemerkt, wenn sie da sind. Dass die Aktienmärkte seit geraumer Zeit nach klassischen Maßstäben nicht gerade unterbewertet sind, rechtfertigt die aktuelle Nervosität durchaus. Der Rückblick auf den März des vergangenen Jahres zeigt das Potenzial für im Fall des Falles erhebliche Kollateralschäden auch bei Gold.

Der schon in der vergangenen Woche erwähnte Vorschlag eines weiteren US- Konjunkturprogramms soll nun bereits in dieser Woche dem Präsidenten vorgestellt werden. In Rede stehen dabei weitere drei Billionen US-Dollar für Infrastukurmassnahmen, wie Brückensanierungen und Strassenbau sowie allein 400 Milliarden Dollar für den Themenkomplex „Green Energy/Green Buildings“. Sollte das Programm in dieser Höhe tatsächlich verabschiedet werden, stützte diese Entwicklung  natürlich zu vorderst das Inflationsargument, bedenken Sie darüber hinaus auch die entstehende reale Nachfrage nach Industriemetallen. Der Blick über den Tellerrand in Richtung Silber, Platin und Kupfer könnte ausgesprochen lohnend sein. Wenn es seit geraumer Zeit auch ein wenig in Vergessenheit geraten scheint, aber zur Finanzierung derartiger Ausgaben ist eine ausreichend starke Wirtschaftsleistung notwendig. Und angesichts der zur Bewertung der Corona-Krise herangezogenen Daten verdüstern sich die Aussichten darauf leider gerade wieder. Die Zahl der weltweiten Fälle (gemäß Definition) ist in der fünften Woche in Folge angestiegen, auch die Zahl der Todesfälle nimmt insgesamt weiter zu. Das CDC (in etwa das US-amerikanische Pendant zu unserem RKI) äusserte in Sachen Covid gestern ungewöhnlich deutlich sehr pessimistische Zukunftsaussichten. Es steht zu befürchten, dass weitere wirtschaftseinschränkende Maßnahmen die anlaufende Konjunktur diesseits wie jenseits des Atlantiks abermals einbremsen und die Nachfrageseite abwürgen könnten. Und Gold steht nicht unbedingt ganz oben auf der Einkaufsliste, wenn die existenziellen Sorgen wachsen.

Unterdessen verringerten sich laut Commitments-of-Traders-Report (COT) vom vergangenen Freitag die spekulativen Longpositionen am Terminmarkt wieder. Das sich bei dieser Marktteilnehmergruppe vorsichtig andeutende Interesse ließ im jüngsten Erhebungszeitraum also bereits wieder nach und liegt nun so niedrig, wie seit Mai 2019 nicht mehr. Allerdings sind die Commercials, also Produzenten, Verarbeiter etc., sprich diejenigen, die gemeinhin als „smart Money“ bezeichnet werden, gemessen an ihrer durchschnittlichen Positionierung mittlerweile ausgesprochen bullish aufgestellt. Der für diese Beurteilung herangezogene COT-Index befindet sich bereits seit Ende Februar innerhalb seines Kaufbereichs am Maximalwert. Daraus leitet sich zwar kein unmittelbares Kaufsignal ab, bei einem Bruch des laufenden Abwärtstrends führt eine solche Konstellation jedoch üblicherweise zu einem stabilen Trendwechsel, daher sei an dieser Stelle schon einmal vorausschauend darauf hingewiesen.

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Gold - Betrachtung im 4h Chart und Setups für die kommenden Tage

Gold Chartanalyse am 30.03.2021 h4 - Gold Aktuell

Nachdem ein potenzieller, von der Aktienseite ausgelöster, Liquiditätsschock weitestgehend ausblieb, konnte sich Gold im Verlauf des gestrigen Nachmittags zunächst auf tieferem Niveau unterhalb seiner engen Seitwärtszone stabilisieren. Mit der in den frühen Morgenstunden eingeleiteten Fortsetzung der gestrigen Abwärtsbewegung reagiert das Edelmetall sowohl auf den zu dieser Zeit wieder kräftig anziehenden US-Dollar sowie den gestern begonnen und sich heute fortsetzenden Renditesprung am US-Anleihemarkt. Dabei steht die wachsende Konkurrenz durch höhere Zinsen gar nicht unbedingt im Vordergrund, da die Realrenditen immer noch wenig attraktiv sind. Steigende Zinsen, auch auf absolut gesehen niedrigem Niveau, verteuern jedoch die Kreditkosten, damit den US-Dollar und in Dollar denominierte Assets. Die Bären scheinen hier aktuell zu kapitulieren, der Dollar-Index verzeichnet  das beste Quartal seit einem Jahr. Kurzfristig kann ein kräftiger Short-Squeeze dort für einen weiteren Abverkauf bei Gold und anderen währungssensiblen Rohstoffen sorgen.

Gold: Die Trading Setups

Long-Setup: Nachdem Gold seine enge, seit Mitte März bestehende, stabile Seitwärtszone zwischen rund 1.725 und 1.745 US-Dollar zum Wochenbeginn nach unten verlassen hat, sucht das Edelmetall im Bereich der nächsten Unterstützung um $1.700 nach neuem Halt. Diese Region konnte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach als valide Unterstützung beweisen, sollte jedoch angesichts des aktuellen Gegenwinds insbesondere von der Währungsseite nicht zu vorschnell zum Einstieg genutzt werden. Vernünftiger wäre es, zunächst abzuwarten, ob sich das Edelmetall in diesem Bereich tatsächlich stabilisieren kann. Gelingt dies, wird eine schnelle Gegenreaktion wieder bis in den Bereich um $1.725 wahrscheinlich. Diese Marke biete sich dann auf Grund ihrer in den vergangenen zwei Wochen gewachsenen Bedeutung als Ausstiegsbereich an. Ein unmittelbares Überwinden wäre überraschend, zumindest ohne erneute verbale Schützenhilfe seitens der Fed. Oberhalb dieses Widerstands liegt das das nächste Ziel bei 1.745 Dollar. Setzt Gold seine Abwärtsbewegung fort, könnte der Start der letztjährigen All-Time-High-Rally um $1.670 halt und eine weiter Möglichkeit zum Longeinstieg bieten. Konsequente Risikokontrolle bleibt in jedem Fall das A und O.

Short-Setup: Der schnelle Abverkauf der vergangenen Stunden macht am aktuell erreichten Unterstützungsbereich bei $1.700 zumindest eine technische Gegenreaktion wahrscheinlich, erwartbar wäre ein Anstieg bis in die Region um $1.710/&1.715. Bleibt eine nachhaltigere Stabilisierung daraufhin aus und setzt Gold seine Abwärtsbewegung fort, könnte ein neuerlicher Bruch der 1.700-Dollar-Marke den Shorteinstieg triggern, mit nächstem Ziel im Bereich zwischen dem bisherigen Bewegungstief um $1.675 und dem Start der ATH-Rally bei $1.670. Ohne entsprechende Erholung bieten sich neue Shorts unmittelbar unterhalb des heutigen Tiefs ($1.695) an, mit gleichem Ziel. Bei Eintritt des unter „Long-Setup“ beschriebenen Szenarios, deutliche Erholung bis in die Region um $1.725, werden and dieser Stelle antizyklische Shortpositionen interessant. Die Ziele liegen dann bei zunächst $1.715, dann wieder an der runden 1.700er-Marke.

 

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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski
Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.