EURUSD Analyse: US-Präsident leitet Übergabe der Amtsgeschäfte ein

November 25, 2020 13:00
  • R/USD Analyse & Wochenausblick mit Set-ups - für aktive Forex-Trader

Wochenanalyse EUR/USD KW 48 /49 2020

Der US-Präsident Donald Trump hat die Übergabe der Amtsgeschäfte eingeleitet, seine Niederlage bei den Wahlen jedoch offiziell noch nicht eingestanden. Während die europäischen Märkte optimistisch auf diese Nachricht reagierten, bestimmen weiterhin die Corona-Maßnahmen das politische und wirtschaftliche Geschehen.

Der aktuelle Lockdown soll weiter aufrechterhalten werden, damit bleibt es dabei, dass Hotels nur für Geschäftsreisende und Gastronomie geschlossen blieben, bzw. nur außer Haus liefern dürfen. Die Situation in den Branchen Gastronomie und Tourismus bleibt damit weiter angespannt, zumal nicht klar ist, wie es zu Jahresbeginn weitergehen wird. Viel wird davon abhängen, wie verantwortungsvoll die Menschen Weihnachten und Silvester feiern. Zwar wird wahrscheinlich mit den Impfungen in Kürze begonnen werden, es wird aber noch Monate dauern, bis alle Menschen entsprechend geimpft sind. Auf die Wirtschaft bezogen bedeutet dies, dass es vielleicht ab Februar 2021 zu einer wirtschaftlichen Erholung kommen könnte, von einem Normalzustand wird wahrscheinlich erst in der 2. Jahreshälfte zu sprechen sein.

Der Schwur wird aber dann erst kommen, wenn klar ist, welche Kosten die Pandemie verursacht hat und wie diese bezahlt werden sollen. Die Krankenkassen haben schon eine deutliche Beitragserhöhung angekündigt, die Politik bringt einen Corona Soli ins Gespräch. Fakt ist, dass die zusätzlichen Schulden der letzten Monate, die durch die Corona Krise verursacht wurden, wahrscheinlich über höhere Steuern und Abgaben finanziert werden.

EURUSD-Rückblick (18.11.2020 - 24.11.2020)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1877 und damit gut 50 Pips über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar konnte sich am Vormittag zunächst etwas erholen, gab dann aber wieder deutlicher nach. Es ging im Zuge dessen bis zum Abend an die 1,1851. Zwar kam es im Frühhandel zu einer leichten Erholung, diese wurde aber am Donnerstag morgen gleich wieder abverkauft. Der EUR konnte sich erst im Bereich der 1,1816 stabilisieren und dann auch dynamisch erholen. Die 1,1880 konnten erst am Freitag knapp überschritten werden, der EUR schaffte es aber nicht, sich dort auch festzusetzen. Zu Wochenschluss ging es wieder an die 1,1855 zurück. Am Montag dieser Woche ging es gleich dynamisch aufwärts. Der EUR konnte sich bis an die 1,1906 schieben, er schaffte es aber nicht, dieses Level zu halten. Was folgte waren breite Abgaben, die dynamischen Charakter hatten. Diese gingen bis zum Abend an die 1,1800. Erst hier gelang die Stabilisierung und die Erholung, die am Dienstag bis an die 1,1894 lief.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt über der 1,1900 und über dem Level der Vorwoche. Damit hat sich der EUR wieder etwas weiter erholen können. Das Tief konnte an der Marke bei 1,1800 formatiert werden, es liegt aber deutlich über dem Niveau der Vorperiode. Auch im aktuellen Betrachtungszeitraum ist die Range wieder gesunken. Sie lag knapp über der 100 Pips Marke und wurde praktisch an einem Handelstag ausgebildet.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1899/1,1901 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 1,1910/12 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde nicht erreicht, das Setup hat damit nicht gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1809/07 nicht ganz an unser nächstes Anlaufziel bei 1,1799/97. Diese Marke wurde ganz knapp verpasst.

  • Hoch*: 1,1906 Vorperiode: 1,1894
  • Tief*: 1,1800 Vorperiode: 1,1745
  • Wochenschluss: 1,1855 Vorwoche: 1,1834
  • Range*: 106 Pips Vorperiode: 149 Pips

* Betrachtungszeitraum 18.11.2020 – 24.11.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,1889....1,1900/15/43....1,2095.....1,2180...1,2272
  • Euro-US: 1,1880....1,791/34/15....1,1643....1,1581/66.....1,1467/13.....1,1331.....1,1183.....1,1090/51

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • I-Day-Marke 1,1926 und 1,1744
  • Tagesschlussmarken 1,2039 und 1,1572
  • Boxbereich 1,2555 bis 1,0504
  • Range 1,3479 bis 0,9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im Weekly:

Der EUR hat sich mittlerweile über der SMA20 (aktuell bei 1,1774) etabliert. Es ging in den letzten Handelswochen immer mal wieder an diese Durchschnittslinie, die aber auf Wochenbasis gehalten hat. Somit ist der übergeordnete Aufwärtstrend nach wie vor in Takt. Der EUR hat die Chance weiter zu steigen.

Solange der EUR über der SMA20 notiert, kann er theoretisch jederzeit die 1,1950/60 bzw. im Nachgang das Jahreshoch anlaufen. Rücksetzer könnten bis an die SMA20 gehen. Kommt es im Bereich dieser Linie nicht zu einer Erholung, bzw. wird sie deutlich unterschritten und auch ein Wochenschluss unter diesem Level formatiert, könnten sich die Abgaben weiter fortsetzen. Anlaufziel könnte dann die SMA200 (aktuell bei 1,1429) sein.



Daily:

Im Daily hat sich das Chartbild in der letzten Handelswoche weiter aufgehellt. Der EUR konnte sich mit Momentum über die SMA50 (aktuell bei 1,1774) und über die SMA20 (aktuell bei 1,1806) schieben und etablieren. Es ging vor einigen Handelstagen zwar noch einmal an die beiden Linien, der EUR konnte sich aber exakt an den beiden Durchschnittslinien erholen und wieder in Richtung Norden laufen. Somit ist auch das Daily als bullisch zu interpretieren.

Solange der EUR über diesen beiden Durchschnittslinien notiert, solange könnte es weiter aufwärts gehen. Sollte der EUR über der 1,1880 etablieren können, so könnten die Anlaufziele bei 1,1910/20 und dann übergeordnet bei 1,1950/60 erreicht werden können. Das Anlaufziel bei 1,1910/20 wurde in der letzten Handelswoche fast erreicht.

Rücksetzer haben das Potential bis an die SMA20/50 zu gehen. Aktuell liegen beide Linien noch vergleichsweise eng zusammen, was den EUR vergleichsweise gut stützen könnte. Selbst wenn die Linien unterschritten werden sollte, würde dies nicht unbedingt und notwendigerweise auf weitere Abgaben hindeuten. Wesentlich ist, dass es der EUR schafft, einen Tagesschluss über diesen beiden Durchschnittslinien zu formatieren.

Sollte dies aber nicht gelingen, und ein Tagesschluss unter der SMA20/50 am Folgetag bestätigt werden, könnten sich übergeordnet weitere Abgaben bis an die SMA200 (aktuell bei 1,1384) gehen.

4H-Chart:

Der EUR hat sich in den letzten Handelstagen immer im Dunstkreis der SMA20 (aktuell bei 1,1871) bzw. der SMA50 (aktuell bei 1,1858) gehalten. Es ging nicht wesentlich unter die SMA50 und nicht wesentlich über die SMA20.

Solange der EUR über der SMA20 notiert, könnte es weiter aufwärts gehen. Die Anlaufziele auf der Oberseite wurden bereits im Daily genannt. Solange sich der EUR über der SMA20 und der SMA50 halten kann, sind die oberen Anlaufziele aktiv.

Rücksetzer könnten sich zunächst an die SMA20/50 und dann übergeordnet bis an die SMA200 (aktuell bei 1,1795) gehen. Spätestens im Bereich der SMA200 bzw. bei 1,1750/30 sollten sich bei Rücksetzern, die diesen Bereich anlaufen, stabilisieren und erholen.


Fazit: die übergeordneten Chartbilder im Weekly und im Daily sind bullisch zu interpretieren. Der EUR hat damit die Chance weiter zu steigen. Anlaufziele könnten erneut die 1,1910/20 und dann der Bereich bei 1,1950/60 sein. Sollte es zu einem Tagesschluss unter der 1,1770 kommen, der am Folgetag bestätigt wird, könnte es zunächst abwärts gehen.

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario: 75 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario: 55 %

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Kann sich der EUR über der 1,1900 behaupten, so könnte er versuchen unsere Anlaufziele bei 1,1910/12, bei 1,1919/21 bzw. bei 1,1929/31 zu erreichen. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, so wären die 1,1938/40, die 1,1947/49, die 1,1955/57 und dann die 1,1961/63 unsere nächsten Anlaufziele. Über der 1,1961/63 wären unsere nächsten Anlaufmarken bei 1,1970/72, bei 1,1979/81, bei 1,1988/90, bei 1,1992/94, bei 1,2002/04, bei 1,208/10, bei 1,2017/19 und dann bei 1,2025/27 zu finden.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,1900 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst unsere Anlaufziele bei 1,891/89, bei 1,1880/78 und dann bei 1,1871/69 erreichen. Kommt es hier zu keinen Erholungen, so könnte sich die Abwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,1863/61, bei 1,1859/57 bzw. bei 1,1854/52 zu finden. Setzt der EUR bis an die 1,1871/52 zurück, so hätte er in diesem Bereich vergleichsweise gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Gelingen diese aber nicht, bzw. wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es weiter abwärts gehen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,1845/43, bei 1,1837/35, bei 1,1829/27, bei 1,1821/19, bei 1,1809/07, bei 1,1799/97, bei 1,1785/83 und dann bei 1,1777/75 zu finden.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/aufwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 26.11.2020: EUR – EZB-Sitzungsprotokoll
  • 27.11.2020: USA – Feiertag: Erntedankfest
  • 30.11.2020: USA – Schwebende Hausverkäufe
  • 01.12.2020: USA – ISM Einkaufsmanagerindex


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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.