EURUSD Analyse: Arbeitsmarkt stottert, Inflation steigt

Mai 12, 2021 12:00
  • EUR/USD Analyse & Wochenausblick 12.05.2021 mit Set-ups - für aktive Forex-Trader, Daytrading

Der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag der letzten Woche sind ernüchternd ausgefallen. Der Jobaufbau verläuft nicht wie erwartet, die US-Arbeitslosigkeit ist leicht gestiegen. Den Aktienmärkten hat diese Nachricht jedoch Schub gegeben, da unterstellt wird, dass die ultralockere Geldpolitik zunächst weiter fortgesetzt wird.

Das mag, auf Sicht der nächsten Monate, durchaus der Fall sein. Allerdings ist denkbar, dass die Zinsen doch schneller als erwartet angepasst werden.

In den letzten Tagen hat sich ein Mitglied des EZB Direktoriums dahingehend eingelassen, dass mittelfristig mit einer Inflation von deutlich über 3% zu rechnen ist. Die Zentralbank argumentiert, dass dieser Anstieg nur vorübergehend sein wird, und die Zinsen erst einmal dort bleiben, wo sie sind. Ob sich das dann auch in der Realität so einstellen wird, bleibt abzuwarten.

EURUSD-Rückblick (05.05.2021 - 11.05.2021)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,2012 und damit gut 60 Pips unter dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar bildete bereits am Mittwoch das Tief im Betrachtungszeitraum aus. Von hier aus ging es zunächst in einer Box seitwärts. Erst am Donnerstag ging es über die 1,2050 zurück, wobei der EUR im Nachgang dessen in einer Box seitwärts lief. Am Freitag kam es dann zu einer dynamischen und von Momentum getragenen Aufwärtsbewegung, die bis an die 1,2171 ging. Der Wochenschluss wurde knapp unter diesem Tageshoch formatiert. Zu Wochenbeginn ging es zunächst in einer engen Box seitwärts weiter, ehe am Montag Abend Schwäche einsetzte. Das Währungspaar konnte sich erst am Dienstag stabilisieren. Es dauerte einige Zeit bis wieder etwas Kaufdruck aufkam. Der EUR konnte im Zuge dessen auch das Hoch des Vortags erneut anlaufen und auch bestätigen.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt über dem Level der Vorperiode, das Tief knapp darunter. Der EUR hat es aber geschafft, einen Wochenschluss über der Vorwoche als auch über der 1,2100 zu markieren. Die Range war mit 195 Pips deutlich größer als im letzten Betrachtungszeitraum.

Wir hatten auf der Oberseite damit gerechnet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,2170/72 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 1,2177/79 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde erreicht und auch überschritten, das Setup auf der Oberseite hat damit nicht gegriffen. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,2001/1,1999 ganz knapp unter unser nächstes Anlaufziel bei 1,1989/87.

  • Hoch*: 1,2181                    Vorperiode: 1,2136
  • Tief*:   1,1986                    Vorperiode: 1,1993
  • Wochenschluss: 1,2163        Vorwoche:  1,2017
  • Range*: 195 Pips                Vorperiode: 137 Pips

* Betrachtungszeitraum 05.05.2021 - 11.05.2021 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,2163/86.....1,2241/62/79/89......1,2333/73.....1,2433
  • Euro-US: 1,1955/50/40......1,1851.....1,1791/48/07......1,1687/43.....1,1581/66....1,1467

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • I-Day-Marke                          1,2222  und  1,1974
  • Tagesschlussmarken               1,2377  und  1,1791
  • Boxbereich                            1,2555  bis   1,0504
  • Range                                   1,3479  bis   0,9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im Weekly:

Der EUR notiert nach wie vor im Dunstkreis der SMA20 (aktuell bei 1,2038). Die vorletzte Wochenkerze war rot und ist unter diese Durchschnittslinie gelaufen, in der letzten Handelswoche ging es wieder darüber. Die aktuelle Wochenkerze befindet sich deutlich über der SMA20 hat sich aber wieder rot eingefärbt.

Dennoch hat der EUR die Chance weiter zu steigen, solange er sich auf Wochenschlussbasis über der SMA20 halten kann. Übergeordnetes Anlaufziel könnte der Bereich bei 1,2200/40 und dann übergeordnet das Jahreshoch sein. Rücksetzer könnten bis an die SMA20 gehen. Stabilisiert sich der EUR nicht an dieser Durchschnittslinie, so könnten sich weitere Rücksetzer einstellen, die übergeordnet bis in den Bereich der 1,1955/50 gehen könnten.

Chartbild Weekly: bullisch

Daily:

Auch auf Tagesbasis ist zu erkennen, dass sich der EUR über die 1,1950/55 schieben und etablieren konnte. In den letzten Handelstagen ging es aber wieder zurück an die SMA20 (aktuell bei 1,2066) Die Tageskerze am Mittwoch der letzten Handelswoche hat diese Durchschnittslinie unterschritten. Der Tagesschluss wurde aber nicht bestätigt. Es ging zum Wochenschluss hin wieder dynamisch über die SMA20. Solange sich der EUR über der SMA20 halten kann, hat er die Perspektive weiter zu steigen. Übergeordnete Anlaufziele wurden im Weekly genannt.

Rücksetzer könnten bis in den Bereich der SMA20 gehen, ohne dass sich das Chartbild eintrüben würde. Geht es aber per Tagesschluss unter diese Durchschnittslinie, wäre Vorsicht angebracht. Dann könnten weitere Rücksetzer folgen, die bis in den Bereich der 1,1955/50 gehe könnten. Im Chart ist erkennbar, dass er auf diesem Level vergleichsweise gut unterstützt ist. Zum einen stützt die SMA50 (aktuell bei 1,1951) als auch die SMA200 (aktuell bei 1,1951). Wird dieser Bereich mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so ist vorstellbar, dass es auch mit einer laufenden Tageskerze unter den Support geht. Wichtig ist aber, dass es zu keinem Tagesschluss unter der 1,1950 kommt. Sollte sich das aber einstellen, könnten sich weitere Abgaben einstellen, die bis in den Bereich der 1,1730/00 gehen könnten.

Chartbild Daily: bullisch

4H-Chart:

Im Chart ist erkennbar, dass sich das kurzfristige Chartbild etwas eingetrübt hat. Der EUR ist unter die SMA20 (aktuell bei 1,2142) gefallen. Er notiert aber noch über der SMA50 (aktuell bei 1,2078). 

Um kurzfristig wieder Perspektiven auf der Oberseite zu haben, muss der EUR muss der EUR wieder über die SMA20 und er muss sich vor allem darüber etablieren. Gelingt dies, so wäre der Weg nach Norden frei.

Verbleibt der EUR aber unter der SMA20, so könnten sich die Rücksetzer ausdehnen und bis in den Bereich der SMA50 gehen könnten. Rutscht der EUR unter die SMA50 könnte es weiter abwärts bis in den Bereich der 1,1955/50 gehen. In diesem Bereich könnte sich der EUR stabilisieren und erholen. Darunter würde sich das Chartbild deutlich eintrüben.

Chartbild 4h Chart: neutral

Fazit: der EUR muss sich zunächst über der 1,2145 etablieren, um weitere Perspektiven auf der Oberseite zu haben. Diese könnten zunächst bis in den Bereich der 1,2200/40 gehen. Sollte es per Tagesschluss unter die 1,2060 gehen, so könnte dies ein Hinweis auf weitere Abgaben sein.

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario: 60 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario: 40 %

 

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EURUSD Tages-Updates, jeden Morgen gegen 09 Uhr frisch und aktuell

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EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Kann sich der EUR über der 1,2135 behaupten, so könnte er versuchen unser nächstes Anlaufziel bei 1,2141/43 zu erreichen. Kann er sich über die 1,2141/43 schieben, so könnte sich die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,2149/51, bei 1,2160/62, bei 1,2170/72, bei 1,2177/79, bei 1,2183/85, bei 1,2192/94 bzw. bei 1,2201/03 zu finden. Geht es über die 1,2201/03, so könnte der EUR unsere nächsten Anlaufmarken bei 1,2210/12, bei 1,2219/21, bei 1,2228/30, bei 1,2237/39, bei 1,2249/51 und dann bei 1,2260/62 anlaufen.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,2135 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst unsere nächsten Anlaufziele bei 1,2127/25, bei 1,2119/17, bei 1,2110/08, bei 1,2100/1,2098, bei 1,2089/87, bei 1,2079/77 und dann bei 1,2069/67 anlaufen. Setzt der EUR bis in den Bereich der 1,2079/67 zurück, so hätte er hier gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Gelingen diese aber nicht, bzw. wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es auch direkt weiter abwärts gehen. Unsere nächsten Anlaufziele wären dann bei 1,2060/58 bzw. bei 1,2050/48 zu finden. Unter der 1,2050/48 wären die 1,2042/40, die 1,2031/29, die 1,2022/20, die 1,2013/11, die 1,2005/03, die 1,1998/96 und dann die 1,1988/86 unsere nächsten Anlaufziele.

Erwartete Wochenrange auf Basis unseres Setups

1,2179 (1,2230) bis 1,2088 (1,2050)

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/aufwärts

 

 

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 13.05.2021: USA – Erstanträge Arbeitslosenhilfe
  • 14.05.2021: EUR – Geldpolitischer Begleittext
  • 14.05.2021: USA – Einzelhandelsumsätze
  • 19.05.2021: EUR – Verbraucherpreisindex

 

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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.