EURUSD Analyse: Aktienmärkte erholen sich

Februar 03, 2021 12:30
  • EUR/USD Analyse & Wochenausblick 03.02.2021 mit Set-ups - für aktive Forex-Trader

Die Aktienmärkte haben sich zu Wochenbeginn deutlicher erholen können. Hintergrund ist die Perspektive, dass der Lockdown zeitnah aufgehoben werden könnte. Wir haben in Deutschland zwar in den letzten Tagen deutlich niedrigere Infektionszahlen zu verzeichnen, die Kliniken sind aber nach wie vor ausgelastet. Somit ist nicht die Zahl der Neuinfektionen das kritische Momentum, sondern die freien Intensivbetten in den Krankenhäusern.

Wir erwarten deshalb, dass der Lockdown noch bis Ende Februar verlängert und dann schrittweise aufgehoben wird. Neue Mutanten könnten wieder einen dynamischen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben. Ausreichend Impfangebote wird es erst Ende des 3. Quartals geben. Bis dahin wird man sich, insbesondere in Deutschland, weiter durchhangeln.

Die USA und Großbritannien sind deutlich weiter was die Impfung der Bevölkerung angeht, somit könnten Lockerungen hier auch durchaus schneller realisiert werden. In den USA werden aktuell neue Hilfsprogramme für die Bevölkerung und die Wirtschaft geschnürt, was auch die Aktienkurse beflügelt.

EURUSD-Rückblick (27.01.2021 - 02.02.2021)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,2163 und damit gut 15 Pips über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar formatierte bereits am Mittwoch morgen das Hoch im Betrachtungszeitraum. Von hier ging es dynamisch an und unter die 1,2100. Der EUR konnte sich im Bereich der 1,2058 stabilisieren und am Freitag nach einer längeren Seitwärtsphase erholen. Diese Erholung ging am Freitag bis an die 1,2156. Der Wochenschluss wurde knapp unter diesem Level formatiert. Zu Wochenbeginn setzte sich erneute Schwäche durch. Der EUR gab am Montag bis in den Bereich der 1,2056 nach und fiel am Dienstag dann nach einer kleineren Zwischenerholung im Rahmen des Frühhandels weiter, teilweise in dynamischen Impulsen bis an die 1,2011. Erst hier gelang die Stabilisierung und eine kleinere Erholung.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt erneut unter dem Level der Vorperiode, das Tief liegt ebenfalls unter dem Niveau des letzten Betrachtungszeitraums. Die Range war mit 152 Pips etwas größer als in der Vorwoche. Der Wochenschluss lag über der 1,2100 aber gut 35 Pips unter dem Level der Vorwoche.

Wir hatten auf der Oberseite damit gerechnet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,2155 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 1,2161/63 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde exakt getroffen, das Setup hat damit perfekt gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,2044/42 noch deutlich unter unser maximales Anlaufziel auf der Unterseite bei 1,2035/33. Hier hat das Setup nicht gepasst.

  • Hoch*: 1,2163                    Vorperiode: 1,2189
  • Tief*:   1,2011                    Vorperiode: 1,2076
  • Wochenschluss: 1,2163        Vorwoche:  1,2170
  • Range*: 152 Pips                Vorperiode: 113 Pips

* Betrachtungszeitraum 27.01.2021 – 02.02.2021 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS:     1,2145/86.....1,2213/26/62/79/89......1,2333/73.....1,2433
  • Euro-US: 1,2039.....1,1981/71/10.....1,1791/15......1,1643.....1,1581

 

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • I-Day-Marke                          1,2269  und  1,2028
  • Tagesschlussmarken               1,2378  und  1,1940
  • Boxbereich                            1,2555  bis   1,0504
  • Range                                   1,3479  bis   0,9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im Weekly:

Der EUR hat sich verbindlich über der SMA20 (aktuell bei 1,1971) etabliert. Es ging in den letzten Handelswochen und -monaten immer mal wieder an diese Durchschnittslinie, die aber auf Wochenbasis gehalten hat. In den letzten Handelswochen wurde diese Linie nicht mehr angelaufen. Zu Wochenbeginn hat sich aber deutliche Schwäche eingestellt, die den EUR durchaus noch in den Bereich der SMA20 bringen könnte. In diesem Bereich hat er sich Anfang November stabilisieren und wieder erholen können.

Somit könnten sich die folgenden Szenarien einstellen: der EUR könnte sich an der SMA20 stabilisieren und dann wieder in dynamischen Impulsen über die 1,2100 und weiter in Richtung der 1,2200 laufen. Um in den Bereich der 1,2200 zu kommen hätte er dann einige wichtige Widerstände zu überwinden, aber die Perspektive in Richtung der 1,2200 wäre gegeben.

Kann sich der EUR nicht an der SMA20 stabilisieren, bzw. wird diese Durchschnittslinie mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es auch ohne große Erholungen weiter abwärts gehen. Das Chartbild würde sich nachhaltig eintrüben. Anlaufziel könnte dann übergeordnet die SMA50 (aktuell bei 1,1559) sein.

Chartbild Weekly: bullisch

Daily:

Der EUR konnte sich vor einigen Handelswochen mit Momentum über die SMA20 (aktuell bei 1,2134) und über die SMA50 (aktuell bei 1,2134) schieben und etablieren. Zu Jahresbeginn ging es dann wieder an und unter diese Durchschnittslinie. Der EUR hat im Zuge dessen zwar einen Rücksetzer bis an die SMA50 ausgebildet, konnte sich aber im Bereich dieser Linie stabilisieren und wieder nach Norden laufen. Er ist aber nicht mehr über die SMA20 gekommen. Dies ist im Chart gut erkennbar. Beide Linien sind in den letzten Handelstagen immer weiter zusammengelaufen und liegen jetzt zusammen. Zu Wochenbeginn ist der EUR unter die SMA50 gerutscht und hat den Tagesschluss am Dienstag bestätigt. Damit hat sich das Chartbild auf Tagesbasis eingetrübt.

Der EUR muss, um wieder Perspektiven auf der Oberseite zu haben, wieder an und über die SMA50/20 und das auf Tagesschlussbasis. Ob das so ohne weiteres möglich halten wir auf Basis der aktuellen Kursmuster für eher unwahrscheinlich. Denkbar wären durchaus Erholungen zurück an die beiden Durchschnittslinien. Wir haben aber Zweifel, dass es ohne weiteres über diese Linien geht. Vorstellbar wäre, dass sich spätestens an diesen Linien erneute Rücksetzer einstellen. Im Chart ist auch erkennbar, dass es der EUR seit Jahresbeginn nicht mehr geschafft hat sich über die SMA20 zu schieben, was unsere zurückhaltende Einstellung stützt.

Solange der EUR unter diesen beiden Durchschnittslinien notiert, solange könnte es weiter abwärts gehen. Anlaufziel wäre zunächst der Bereich bei 1,2070 (Anlaufziel aus dem Weekly) Auf Tagesbasis wäre übergeordnet noch Platz bis in den Bereich der SMA200 (aktuell 1,1678).

Chartbild Daily: bärisch

4H-Chart:

Der EUR konnte am Freitag zwar noch einmal an und über die SMA50 (aktuell bei 1,2118) und über die SMA20 (aktuell bei 1,2083) laufen. Er schaffte es aber nicht sich über diese beiden Linien auch zu etablieren. Zu Wochenbeginn ging es dann dynamisch und mit Momentum unter die 1,2100 bis fast in den Bereich der 1,2000. Um wieder Perspektiven auf der Oberseite zu haben, muss der EUR aber übergeordnet über die SMA200 (aktuell bei 1,2183) Im Chart ist auch ersichtlich, dass er zuletzt an der SMA200 gescheitert und nicht über diese Linie gekommen ist. Somit sind die 1,2200 aktuell kein realistisches Anlaufziel.

Denkbar ist, dass es zu, auch größeren, Erholungen kommen könnte. Diese haben das Potential an die SMA20 bzw. an die SMA50 zu laufen. An beiden Durchschnittslinie können sich aber Rücksetzer einstellen und es könnte wieder abwärts gehen.

Die Anlaufziele auf der Unterseite ergeben sich aus dem Daily und dem Weekly

Chartbild 4h Chart: bärisch

Fazit: Die Richtungsentscheidung, von der wir im letzten Setup geschrieben haben, hat sich eingestellt. Der EUR hat sich nach Süden orientiert. Vorstellbar sind Erholungen, die bis in den Bereich der 1,2110/20 gehen könnten. Auf der Unterseite könnte es noch bis an die 1,1970 bzw. übergeordnet an die 1,1680/70 gehen.

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario: 25 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario: 75 %

 

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Kann sich der EUR über der 1,2040 behaupten, so könnte er versuchen unsere Anlaufziele bei 1,2047/49, bei 1,2053/55, bei 1,2063/65, bei 1,2071/73 und dann bei 1,2081/83 zu erreichen. Kommt es bei 1,2081/83 zu keinen Rücksetzern, bzw. wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es weiter aufwärts gehen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,2090/92, bei 1,2099/1,2101, bei 1,2108/10 und dann bei 1,2116/18 zu finden. Über der 1,2116/18 wären unsere nächsten Anlaufziele die 1,2123/25 bzw. die 1,2132/34. Kann sich der EUR über die 1,2132/34 schieben, so wären unsere nächsten Anlaufziele bei 1,2140/42, bei 1,2149/51, bei 1,2160/62, bei 1,2171/73, bei 1,2179/81, bei 1,2190/92 und dann bei 1,2199/1,2201 zu finden.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,2040 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst unsere nächsten Anlaufziele bei 1,2033/31, bei 1,2024/22, bei 1,2013/11, bei 1,2005/03, bei 1,1998/96, bei 1,1988/86, bei 1,1979/77 und dann bei 1,1972/70 erreichen. Kommt es bei 1,1972/70 zu keinen Erholungen, so könnten sich die Abgaben weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann die 1,1968/66, die 1,1959/57, die 1,1951/49, die 1,1942/40, die 1,1934/32 und dann die 1,1924/22.

Erwartete Wochenrange auf Basis unseres Setups

1,2082 (1,2125) bis 1,2011 (1,1970)

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: abwärts

 

 

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 04.02.2021: USA – Erstanträge Arbeitslosenhilfe
  • 05.02.2021: EUR – Non-farm Payrolls
  • 09.02.2021: USA – JOLTs Stellenangebote
  • 10.02.2021: USA – Verbraucherpreisindex

 

EURUSD Tages-Updates, jeden Morgen gegen 09 Uhr frisch und aktuell

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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.