DAX Wochenausblick: Die Schwäche setzt sich fort!

Mai 08, 2022 19:30

Das Chartbild für den DAX bleibt weiter bärisch zu interpretieren, an der Ausgangssituation hat sich nichts geändert. Neue Jahrestiefs in den nächsten Wochen sind nicht unwahrscheinlich! 

  • Aktuelle Analyse, Prognose, Wochenausblick und Setups für den deutschen Leitindex DAX – Chartanalyse für aktive Trader
    ✅ DAX News ✅ DAX Aktuell ✅ DAX Prognose

DAX Rückblick: (02.05.2022 - 06.05.2022)

Der DAX ging am Montagmorgen bei 13.867 Punkten in den vorbörslichen Handel. Der Index notierte damit 49 Punkte unter der ersten vorbörslichen Notierung am Montagmorgen der Vorwoche und 34 Punkte unter dem Wochenschluss am Freitagabend der Vorwoche. Der Index konnte sich zunächst etwas erholen, gab die Gewinne aber im späteren Handel am Montag wieder ab. Es ging am Dienstag als auch am Mittwoch in einer Range seitwärts weiter. Erst am Mittwochabend kam es zu einer dynamischen Impulsbewegung an und über die 14.250 Punkte. Im Rahmen des Frühhandels am Donnerstag konnte der DAX40 etwas zulegen und am Donnerstagmorgen dann das Wochenhoch formatieren. Im Nachgang dessen ging es dann in den Rückwärtsgang abwärts. Die Bullen hatte es zwar zunächst geschafft, den DAX im Bereich der 14.150 Punkte zu stabilisieren und eine kleinere Erholung einzuleiten, am Nachmittag schlugen dann die Bären zu. Es ging bis zum Handelsschluss weiter abwärts. Der Freitag war ebenso von Abgaben geprägt, allerdings stellte sich am Freitagnachmittag dann so eine Art Stabilisierung ein. Den Bullen gelang es einen Wochenschluss über der 13.600 Punkte-Marke zu formatieren.

Das Wochenhoch konnte über dem Level der Vorwoche markiert werden, das Wochentief lag knapp über dem Niveau der Vorwoche. Die Bullen haben es erneut nicht geschafft einen Wochengewinn auszuweisen. Es wurde der fünfte Wochenverlust in Folge und der 18. Wochenverlust in diesem Jahr formatiert. Stichtagsbezogen liegt der DAX gut 1.800 Punkte unter dem Niveau des Vorjahres. Die Range war etwas größer als fünf Handelstage zuvor.

Wir hatten auf der Oberseite mit dem Überschreiten der 14.245/47 Punkte damit gerechnet, dass der DAX40 weiter an unser maximales Anlaufziel auf der Oberseite bei 14.261/63 Punkten laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde erreicht und überschritten, das Setup hat damit nicht gegriffen. Die Rücksetzer gingen mit Unterschreiten der 13.612/10 Punkte unter unser nächstes Anlaufziel auf der Unterseite bei 13.598/96 Punkten.   

DAX - Wie könnte es weitergehen:

Dax Widerstände

  • 13.709/49/84
  • 13.822/53
  • 13.912/43/57/76/83
  • 14.004/37/77
  • 14.215

Dax Unterstützungen

  • 13.638/09
  • 13.570/01
  • 13.450
  • 13.379/31
  • 13.295/44
  • 13.177

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres DAX Setups:

  • Intraday-Marke                                13.852  und  13.502
  • Tagesschlussmarken                     14.077  und  13.223
  • Break1  Bull (Wochen-Schluss)                    (14.167)
  • Break2  Bull (Monats-Schluss)                    (12.866)
  • Boxbereich                                  16.230  bis  6.669
  • Zyklische Bewegungen 2020 – 2033
  • Range                                         17.127  bis  1.778

DAX Chartcheck - Betrachtung im Daily / 4h Chart:

DAILY

Der DAX40 konnte sich bis zur Wochenmitte in Richtung der beiden Durchschnittslinien SMA20 (aktuell bei 14.037 Punkten) bzw. der SMA50 (aktuell bei 14.078 Punkten) schieben. Es ist am Mittwoch dann gelungen, einen Tageschluss über diesen Linien zu formatieren; die Bullen haben es aber nicht geschafft, diesen Tagesschluss auch am Folgetag zu bestätigen. Die letzten beiden Tageskerzen sind rot: das Chartbild bleibt damit weiter bärisch zu interpretieren, an der Ausgangssituation hat sich nichts geändert.

Die Einschätzung aus dem letzten Update kann damit fortgeschrieben werden: solange der DAX keinen Tagesschluss über der SMA20 bzw. über der SMA50 formatieren kann (der auch am Folgetag bestätigt wird), so lange sind die Bären im Vorteil. Das bedeutet, dass sich jederzeit Rücksetzer einstellen könnten, die übergeordnet immer neue Jahrestiefs formatieren könnten.

Entspannen würde sich die Situation erst dann, wenn es der DAX40 schafft sich per Tagesschluss über der SMA50 / SMA20 zu etablieren. Beide Linien liegen aktuell praktisch zusammen, was ein Überwinden noch einmal schwerer machen könnte, was auch in der abgelaufenen Handelswoche belegt wurde. Sollte dies aber gelingen, was im Rahmen von dynamischen Impulsbewegungen ohne weiteres denkbar und möglich ist, könnten die Bewegungen übergeordnet in Richtung der SMA200 (aktuell bei 15.237 Punkten) gehen.

  • Einordnung langfristiges Chartbild, Prognose (Daily): bärisch

4h Chart:

Im 4h Chart ist erkennbar, dass der DAX am Mittwochabend dynamisch an und über die SMA200 (aktuell bei 14.215 Punkten) laufen konnte, es aber nicht geschafft hat, sich auch über dieser Durchschnittslinie festzusetzen. Es kam was kommen musste - der Index gab bereits am Donnerstag sämtliche Gewinne wieder ab und rutschte im Zuge der Rücksetzer sowohl unter die die SMA20 (aktuell bei 13.976 Punkten) als auch unter die SMA50 (aktuell bei 13.943 Punkten). Diese beiden Durchschnittlinien lagen vergleichsweise eng zusammen, haben aber dennoch keinen wesentlichen Support geliefert. Es ging am Freitag weiter abwärts, wobei die Rücksetzer nicht die Dynamik des Vortags hatten. Das einzig Positive der letzten Handelstage ist, dass der DAX einen Wochenschluss über der 13.600 Punkte-Marke formatieren konnte.

Das Chartbild hat sich in den letzten Handelstagen deutlich eingetrübt. Der Index notiert aktuell unter allen drei Durchschnittslinien. Solange der DAX unter der SMA20 / SMA50 notiert, können sich weitere Abgaben einstellen, die übergeordnet bis an die 13.400/380 und dann übergeordnet bis in den Bereich der 13.000 Punkte gehen könnten.

Sollten sich Erholungen einstellen, so könnten diese zunächst bis an die SMA20 / SMA50 gehen. Gelingt es den Bullen den DAX40 wieder über diese beiden Durchschnittslinien zu schieben und nachfolgend dann auch zu etablieren, so würde sich das Chartbild wieder etwas aufhellen. Weitere Erholungsbewegungen wären dann denkbar, die übergeordnet erneut an die SM200 gehen könnten

  • Einordnung kurzfristiges Chartbild, Prognose (4h): neutral / bärisch

Fazit: der DAX muss einen Tagesschluss über der 14.080 Punkte-Marke formatieren und am Folgetag auch bestätigen. Dann würde sich das Chartbild etwas entspannen. Solange der Index sich aber unter der 13.940 Punkte-Marke aufhält sind die Bären im Vorteil.

Die Kursmuster auf Tagesbasis lassen sich aktuell so interpretieren, dass sich die Schwäche eher fortsetzen könnte, als dass es zu größeren Erholungsbewegungen kommen könnte.

  •   Wahrscheinlichkeit Bull Szenario auf Basis unseres Setups:      35 %
  •   Wahrscheinlichkeit Bear Szenario auf Basis unseres Setups:     65 %.

DAX Rahmenbedingungen:

Am Mittwoch hat die US FED den erwarteten Zinsschritt gemacht. Sie hob den Basiszins um 0,5% an, was im Rahmen des war, was die Zentralbank im Vorfeld auch hat verlauten lassen. Die Anleger reagierten erleichtert, die amerikanischen Indizes legten in den letzten beiden Handelsstunden am Mittwochabend deutlich zu. Die Ernüchterung folgte aber direkt am Donnerstag. Es stellte sich die Frage, ob die FED die Zinsen nicht schneller erhöhen könnte als angekündigt. Die Inflationsrate ist nach wie vor so hoch wie seit Jahrzehnten nicht und wird es, in unseren Augen, auch zunächst bleiben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir noch in diesem Jahr zweistellige Preissteigerungen sehen werden. Nach wie vor belastet der Russland/Ukraine-Krieg die Weltwirtschaft, eine viel höhere Bedeutung hat aber die Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierung. Ballungszentren werden dicht gemacht und über Wochen geschlossen. In Shanghai, dem größten Containerhafen der Welt stauen sich die Schiffe. Das wieder in den Takt zu bringen, wird Monate dauern. Somit kann davon ausgegangen werden, dass die Lieferketten noch mindestens bis ins Jahr 2023 gestört sein werden, was die Inflation weltweit weiter anheizen könnte.

Die EZB lag mit ihren Prognosen zur Inflation in den letzten Jahren immer falsch, was dazu führt, dass die Zinsen weiter negativ bzw. bei Null sind, während wir eine Inflation von deutlich über 6 % haben. Auch in Europa werden die Preise weiter ansteigen, vielleicht sogar schneller als in den USA. Die Energiepreise aber auch die Lebensmittelpreise werden weiter ansteigen. Mittlerweile kommen die Preissteigerungen für Lebensmittel beim Verbraucher an, die für Energie machen sich an den Zapfsäulen bemerkbar, bzw. bei der nächsten Abrechnung der Energieversorger. Speziell letzteres könnte im 1. Quartal 2023 zu einem negativen wirtschaftlichen Effekt führen, da vielen Verbrauchern nicht bewusst ist, was die Preissteigerungen für Gas und Öl in der Konsequenz auf den Geldbeutel haben.

Jeden Morgen vor 09 Uhr neu für aktive Daytrader mit aktuellen Setups:

DAX Trading Setups
Einschätzung für die neue DAX Handelswoche:

Long Setups: Die Bullen könnten zunächst versuchen, den DAX über der 13.680 Punkte-Marke zu halten. Sollte das gelingen, so könnte es weiter aufwärts an unsere nächsten Anlaufziele bei 13.693/95, bei 13.709/11, bei 13.720/22, bei 13.733/35, bei 13.745/47, bei 13.759/61, bei 13.772/74 und dann bei 13.783/85 Punkte gehen. Geht es über die 13.783/85 Punkte, so könnte sich die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere nächsten Anlaufziele wären bei 13.792/94, bei 13.804/06, bei 13.815/17, bei 13.829/31, bei 13.840/42, bei 13.853/55, bei 13.869/71, bei 13.885/87, bei 13.899/901, bei 13.911/13, bei 13.923/25, bei 13.934/36 und dann bei 13.942/44, bei 13.951/53 bzw. bei 13.968/70 Punkten zu finden. Kommt es im Bereich der 13.942/70 Punkten zu keinen Rücksetzern, so wären die 13.982/84, die 13.995/97, die 14.005/07, die 14.019/21, die 14.031/33, die 14.042/44, die 14.051/53, die 14.062/64 und dann die 14.075/77 Punkte unsere nächsten Anlaufziele.

Short Setups: Kann sich der DAX40 nicht über der 13.680 Punkte halten, so könnten sich Abgaben einstellen, die unsere nächsten Anlaufziele bei 13.668/66, bei 13.652/50, bei 13.640/38, bei 13.626/24, bei 13.613/11, bei 13.603/01, bei 13.589/87 und dann bei 13.578/76 Punkten erreichen könnten. Unter der 13.578/76 Punkte-Marke könnte es weiter abwärts an unsere nächsten Anlaufziele bei 13.564/62, bei 13.549/47, bei 13.536/34, bei 13.522/20, bei 13.509/07, bei 13.496/94 und dann bei 13.482/80 Punkten gehen. Unter der 13.482/80 Punkte-Marke wären unsere nächsten Anlaufziele bei 13.467/65, bei 13.454/52, bei 13.442/40, bei 13.428/26, bei 13.413/11, bei 13.399/97, bei 13.983/81, bei 13.369/67 und dann bei 13.355/53 Punkten zu finden.

Übergeordnete erwartete Tendenz in der KW 18 / 2022:

  • seitwärts / abwärts

Handelsoptionen des DAX40 Cash Indizes mit CFD in beide Marktrichtungen

Geht man von steigenden Kursen beim DAX aus, kann der risikobewusste Trader eine BUY-Position aufgeben. Geht man von fallenden Kursen aus, tätigt man eine SELL-Order. Wenn die Handelsstrategie aufgeht und der Händler auf der richtigen Marktseite ist, können in beiden Richtungen des Marktes Tradinggewinne erzielt werden. Geht die Handelsstrategie nicht auf, macht der Trader Verluste. Der Hebel bis zu 1:20 mit dem DAX40 CFD multipliziert dabei die möglichen Gewinne oder Verluste. 

Möchten Sie den DAX als Daytrader aktiv handeln? Dann eröffnen Sie ein kostenloses CFD Demokonto bei Admirals oder starten Sie live mit einem Tradingkonto zum aktivem DAX Daytrading. 

 

Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

► Handeln Sie verantwortungsvoll ◄
Diese Informationen dienen lediglich der allgemeinen Information und stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Es sollte nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Insbesondere berücksichtigen die Informationen nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die Autoren können ganz oder teilweise in den besprochenen Werten investiert sein. Obwohl die Autoren und das Unternehmen Admirals nicht ausdrücklich darauf beschränkt sind, vor der Umsetzung unserer Analysen, Meinungen, Publikationen oder Artikel zu handeln, versuchen wir diese nicht zu nutzen, bevor sie den Kunden zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich um eine Werbemitteilung, welche nicht allen gesetzlichen Vorschriften zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen genügt und keinem Handelsverbot vor der Veröffentlichung der Analysen unterliegen.

Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.