Gold Analyse: Washout bereinigt überkaufte Lage – Erholung ist angelaufen

August 18, 2020 10:45
  • Aktuelle Gold Analyse: Chartanalyse, Wochenausblick, Set-Ups und mehr – für aktive Trader

Autor der aktuellen Analyse: Markus Grüne

Überblick: Gold, das große Bild

Gold Chartanalyse Tagesansicht 18.08.2020

Mit dem Hinweis auf die alte Weisheit von den nicht in den Himmel wachsenden Bäumen machte man sich am vergangenen Dienstag und Mittwoch bei den Goldbullen nicht unbedingt Freunde, folgte dem noch am Freitag zuvor erreichten Allzeithoch, nach einem auf den letzten Metern parabolischen Preisanstieg, doch der jähe Absturz. Immerhin gut 210 Dollar (oder 10,2 Prozent) handelte Gold am frühen Mittwochmorgen unter dem Hoch des vorangegangenen Freitags, der eigentliche Crash, wenn man denn so will, erfolgte innerhalb von gut 24 Stunden. Das war für den ein oder anderen sicher schmerzhaft, der Blick auf oben dargestellten Langfristchart sollte das Leid aber schon zu diesem Zeitpunkt relativiert haben. Mittlerweile bewegt sich Gold wieder in der Nähe des Vorabsturzniveaus.

Auslöser der heftigen Marktbewegung von Anfang der vergangenen Woche war die Mischung aus Impfstoffhoffnung (die Russen nennen das Projekt bedeutungsschwanger „Sputnik", bleibt zu hoffen, dass nicht in Kürze „Kodak" daraus wird), besser als erwarteten US-Wirtschaftsdaten, ein wieder angestiegener US-Dollar, wenn auch von seit über zwei Jahren nicht mehr gesehenen Tiefstkursen ausgehend, und, der entscheidende Trigger, merklich anziehende US-Yields.

Eben jene, also die Renditen der maßgeblichen 10-jährigen US-Staatsanleihen, rentierten noch am 05.08. nur kurz über 0,5 Prozent (brutto wohlgemerkt, sprich ohne Einbeziehung der Inflation), wenige Handelstage später lag deren Rendite schon bei 0,7 Prozent, was zumindest prozentual gesehen eine kräftige Trendumkehr darstellt. Und da Gold ja bekanntlich keine Zinsen zahlt, werden in diesem Moment Anleihen, zumindest für Großinvestoren, wieder attraktiver. So die Theorie auf Grund derer dann Goldverkäufe eingeleitet werden. Es bleibt jedoch fraglich, ob ein derartiger „Renditesprung" insbesondere angesichts einer (mehrerer!) weiter auf Hochtouren laufenden Gelddruckerpresse und massiven finanziellen Vorwahlgeschenken in den USA an die breite Bevölkerung (der Einkommenssteuererlass für jeden mit einem unter 100.000 USD liegenden Jahressalär kommt dem vielzitierten Helikoptergeld praktisch gleich) überhaupt von Bedeutung ist, denn die Erwartung einer in absehbarere Zeit deutlich anziehende Inflation ist aus diesen Gründen mehr als vernünftig. Auch ein sich wieder erholender US-Dollar ist in der aktuellen Situation kaum eine Erfolgsmeldung. Bedenken Sie, auf welches Niveau er absolut gesehen gefallen ist und auch, dass dieser Trend, trotz Zwischenerholung, weiter besteht und hier aktuell schon wieder neue Tiefs angesteuert werden. Eine abwertende Währungen importiert ihrerseits Inflation, da sich eingeführte Produkte dadurch im Inland verteuern. Vor diesem Hintergrund sollte man anziehende Bruttorenditen von Staatsanleihen nicht überschätzen, unter dem Strich, sprich unter Einbeziehung der Inflation, sieht die Sache nämlich anders aus.

Am schon im letzten Marktkommentar erwähnten Ende der mehr als einmonatigen Serie von Goldzuflüssen in die großen Edelmetall-ETFs hat sich bisweilen nichts geändert. Bereits seit sieben Tagen verzeichnen diese Netto-Abflüsse, möglicherweise sah der ein oder andere die jüngsten Hochs als Niveau zum Einfahren der Ernte an und nahm Gewinne mit. Mehr noch dürfte jedoch der Schock über die Geschwindigkeit des Abverkaufs eine Rolle gespielt und nicht wenige der sogenannten „schwachen Hände" aus dem Markt gedrängt haben. Auf Grund der breiten medialen Aufmerksamkeit, der diesem Sektor seit geraumer Zeit zuteil wird, dürften sich auch hier eine Vielzahl der Anlegern tummeln, die ihre Fühler jüngst aus den erst kürzlich für sich entdeckten Aktienmärkten auch in Richtung Edelmetalle ausgestreckt haben. Da im Aktienbereich das Phänomen gelegentlich auch fallender Preise seit Monaten weitgehend unbekannt ist, ist die dann aufkommende Panik verständlich und wirkt sozusagen als Brandbeschleuniger. Größen wie Goldman Sachs, Ray Dalio und Warren Buffett bleiben, beziehungsweise wurden, jedoch sehr positiv gegenüber dem gelben Edelmetall. Insbesondere Dalio und Buffet engagieren sich nun mit signifikanten Summen in diesem Sektor (Buffets $563 Millionen Investment in Barrick Gold bedeutet eine glatte 180 Grad-Wende in seinem bisherigen Anlagekonzept), und Goldman stellt Gold immer wieder als sinnvollen Inflationsschutz heraus. Eben jene Namen gelten auf Grund ihrer Investmenthistorie als sogenannte „starke Hände".

Bemerkenswerterweise reduzierte sich die Nettolongposition der Spekulantenseite schon in der Woche bis zum 11.08. um weitere knapp 17.000 Kontrakte (wenn Sie die Möglichkeit haben, werfen Sie heute Abend einmal einen Blick auf den dann erscheinenden aktuellen COT-Report). Damit entfernt sich deren Positionierung weiter vom Höchstwert von Ende Februar und liegt mit insgesamt nur knapp über 300.000 Kontrakten auf sehr moderatem Niveau, aus dieser Sicht ist also weiteres Kaufpotenzial vorhanden.

Gold - Betrachtung im 4h Chart und Setups für die kommenden Tage

Gold Chartanalyse 4h Ansicht 18.08.2020

Nachdem die gut 15-Prozent-Rally der vergangenen 30 Tage im reinigenden Gewitter der letzen Woche eingebremst wurde, notiert das Edlemetall aktuell bereits wieder über der 2.000-Dollar-Marke und hat sich damit komfortable rund 140 Dollar vom Tief der jüngsten Abwärtsbewegung abgesetzt. Seit eben jenem Tief vom frühen Vormittag des vergangenen Mittwochs läuft das Edelmetall volatil aufwärts, wobei das Momentum dieser Bewegung bereits wieder ansteigt, gut erkennbar an der zunehmenden Steilheit der eingezeichneten Pfeile. So wie die zuletzt parabolische Bewegung auf den langen Zeiteinheiten in einem starken Abverkauf endete, sind auch starke Gegenbewegungen auf den kurze Ebenen erwartbar. Am langfristig weiterhin bullishen Bild würden diese jedoch bislang nichts ändern, und inbesondere die Geschwindigkeit der Erholung spricht für eine anstehende Fortsetzung des bisherigen Trends.

Gold - Die Trading Setups

Long-Setup: Mit dem seit Mittwoch der vergangenen Woche laufenden stabilen Aufwärtstrend und abermaligem Überschreiten der zumindest psychologisch wichtigen 2.000-Dollar-Marke haben allzu ambitionierte Bären-Szenarien wieder an Wert verloren. Neue Long-Einstiege bieten sich prozyklisch bei Überschreiten des Widerstandsbereiches um $2.030 an (mit Zielen dann um das Allzeithoch bei $2.075, danach $2.120 und $2.170) oder im Falle eines Rücksetzers an der bei rund $1.980 liegenden Unterstützung. Dazwischen handelt Gold praktisch im Niemandsland, dieser Bereich wurde sowohl auf dem Weg nach oben als auch in der vergangenen Woche nach unten ansatzlos durchlaufen, wodurch sich keine bedeutsamen technischen Niveaus herausgebildet haben. Starke Rücksetzer sind jedoch weiterhin möglich, die sich versteilende Preiskurve deutete eine abermalige Überhitzung auf der kürzeren Zeitebene an. Angesichts der guten Gesamtsituation lassen sich diese zur Positionsaufstockung oder für Neuengagements nutzen, gute, tiefe Niveaus finden sich unter den schon genannten 1.980 Dollar insbesondere im Bereich um $1.940 und $1.900.

Short-Setup: Den großen Gold-Crash scheint es momentan wohl nicht zu geben, die bemerkenswert solide Aufwärtsbewegung als Reaktion auf den Ausverkauf von Anfang letzter Woche spricht deutlich dagegen. Nichtsdestotrotz zeigt diese Bewegung, wie schon oben erwähnt, Anzeichen dafür, heiß zu laufen, kurzfristig kann also mit kurzen, aber heftigen, Gegenbewegungen gerechnet werden. Erfolgversprechend ist ein Short-Einstieg im Bereich des Widerstandsniveaus um $2.030, insbesondere, wenn der Markt zügig in diese Richtung läuft. Das Ziel liegt dann im Bereich zwischen $1.990 (Fibonacci-Levels) und $1.980 (Unterstützung). Sollte dieser Trade fehlschlagen, bietet sich ein weitere Versuch im Bereich des Allzeithochs bei $2.075 an, dann mit Ziel $2.030. Im Falle eines abermaligen Durchrutschens unter die wichtigen Unterstützungsmarken bei $1.980 und $1.930 kann es sich lohnen, noch auf den fahrenden Zug auf zu springen. Die vergangenen Woche hat gezeigt, dass dieser durchaus Fahrt aufnehmen kann, wenn er erstmal ins Rollen kommt. Bei $1.795 wäre der Startpunkt der letzten, Mitte Juli begonnen, Rally erreicht.

Auf Grund der aktuellen Dynamik sei wieder einmal auf eine konsequente Risikosteuerung hingewiesen, sei es durch passende Stopps, vernünftige Positionsgrößen oder eher konservative Hebel.


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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