Gold Analyse: Impulsiver Aufwärtsschub (vorerst) gestoppt

Mai 19, 2020 11:15
  • Aktuelle Gold Analyse: Chartanalyse, Wochenausblick, Set-Ups und mehr – für aktive Trader

Überblick: Gold, das große Bild

Aufwärts lautete die Hauptbewegungsrichtung im Edelmetallsektor in der vergangenen Woche. Gold, Silber, Platin, Palladium – wohin man auch schaut, beeindruckend grüne Vorzeichen bestimmen das Bild seit dem vergangenen Marktkommentar. Erst am gestrigen Montag wurde wieder auf die Bremse getreten, angesichts eines massiv in Richtung „Risk-On" drehenden Sentiments.

Auf 15 Billionen US-Dollar (also „deutschen" Billionen, die Amerikaner nennen das „Trillions") beläuft sich mittlerweile der Gegenwert, mit dem die Wirtschaft derzeit mit finanziellen Corona-Stimulanzien versorgt wird, global betrachtet. Und das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht zu sein. In den USA bleibt das Thema weiterhin auf dem Tisch, US-Fed-Chef Jerome Powell zumindest sieht die heimische Wirtschaft in einer Situation, die es erforderlich mache, zentralbankseitig „mehr zu tun". Dessen Rede am vergangenen Mittwoch war in dieser Hinsicht doch bemerkenswert, eine derartig besorgte und pessimistische Einschätzung kam unerwartet. Die folgenden abermals desaströsen US-Arbeitsmarktdaten schlugen dann auch in die gleiche Kerbe. Das Gold zu Beginn der vergangenen Woche auf die an sich deflationären Daten aus China nicht negativer reagiert hat, kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass dieses wohl auch die chinesische Zentralbank zu einem „mehr" an geldpolitischen Lockerungen veranlassen könnte. Weltweite niedrigste bis negative Zinsen, eine andauernde Geldschwemme, keine realistische Aussicht auf ein Ende dieser Situation und nun möglicherweise kommende „EU-(Corona-)-Bonds" sprechen in der Theorie für in Bälde deutlich anziehende Inflation, ein Abrutschen der US-Zinsen in negative Gefilde für eine Abwertung des US-Dollars. Und selbst wenn „dieses Mal alles anders wäre", immerhin gibt es auch gute Gründe für ein Deflationsszenario eben auf Grund nachhaltig wegbrechender Nachfrage, sprängen die Notenbanken ein, sprich, zu viel Geld ist in jedem Fall vorhanden. Die Goldbullen (und Freunde anderer Edelmetalle) dürften die kommenden Entwicklungen also entspannt betrachten. Auch medial findet diese Situation derzeit immer mehr Beachtung, was seinerseits zu weiter steigendem Investmentinteresse führt. Die einschlägigen Gold-ETFs verzeichnen nach wie vor bemerkenswerte Zuflüsse, allein in diesem Jahr liegen deren Nettozukäufe bei über 15 Millionen Unzen.

Die sich an der politischen Front weiter verschärfenden Spannungen zwischen den USA und China könnten mittelfristig wieder für Save-Haven-Argumente sorgen. Auf das Importverbot Chinas gegen eine Reihe australischer Produkte reagierte Washington bereits verschnupft und drohte, Gelder aus chinesischen Unternehmen abzuziehen. Nadelstiche, wie der gestrige Vorwurf aus dem Umfeld Donald Trumps, China würde bewusst Flugreisende nutzen, um den Virus weiterzuverbreiten, sind zwar an den Haaren herbeigezogen und eher amüsant, entspannen die Situation allerdings nicht gerade. Wichtiger ist da eher die Drohung, der WHO den Geldhahn zuzudrehen oder die Verschärfung der Listing-Regeln für chinesische Unternehmen an der Nasdaq. Weitere Eskalationen nicht ausgeschlossen! Das Venezuela sein, entgegen den bestehenden Sanktionsbestimmungen, aus Iran importiertes Öl offenbar aus seinen Goldreserven bezahlt, erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Sanktionen, auch gegen Iran. Das dieses jetzt iranische Gold dann dem Markt als frisches Angebot zur Verfügung gestellt wird, wäre damit eher unwahrscheinlich.

Die Markt-Akteure besser verstehen! Video Börsen Tutorial von Heiko Behrendt

Mit der seit Montagnachmittag einsetzenden Aktieneuphorie findet der jüngste Aufwärtsschub des gelben Metalls zunächst sein Ende. Dabei ist die imposante Abwärtsbewegung des gestrigen Tages ist auf einen nach eigenen Angaben des Pharmaunternehmens Moderna Inc. erfolgreichen Phase-1-Test eines experimentellen Corona-Impfstoffes zurückzuführen. Die Aktienmärkte reagierten geradezu euphorisch darauf, der Switch von Risk-Off zu Risk-On leitete den heftigen Rutsch vom erst morgens erreichten Siebeneinhalb-Jahresshoch ein. Diese Bewegung fand erst kurz unter der um $1.730 liegenden Unterstützung ihr (vorläufiges) Ende, immerhin gut 40 Dollar tiefer als noch wenige Stunden zuvor. Die Absurdität des Ganzen soll an dieser Stelle nicht ausführliches Thema sein, aber ein paar kurze Fakten am Rande seien erlaubt: ein Pharmaunternehmen beendet das frühe Stadium(!) einen Phase-1-Tests an dem insgesamt 45 gesunde Personen(!!) teilgenommen haben, die daraufhin „ähnliche" Antikörper(!!!) bildeten, wie Corona-Patienten. Das „der Markt" („die Algos") so etwas als spektakulären Durchbruch wertet, ist, vorsichtig gesagt, ein wenig befremdlich.

Gold - Betrachtung im 4h Chart und Setups für die kommenden Tage

Ob der gestern gestartete Abverkauf eine Trendwende einläutet, wird stark davon abhängen, wie die nun beginnenden wirtschaftlichen Neustarts erfolgreich verlaufen und ob damit möglicherweise einhergehende Corona-Neuinfektionen ausbleiben werden. Zeigt sich hier kein Beweis für eine Rechtfertigung der jüngsten Aktien-Rally, dürfte auch die Einschätzung von „the worst ever" bezüglich der US-Wirtschaftsdaten wieder für eine Änderung des Sentiments sorgen. Bisweilen ist Gold in seine wohlbekannte Seitwärtszone zwischen $1.670 und $1.740 zurückgefallen und müht sich, dessen obere Begrenzung wieder zu überwinden.

Gold - Trading Setups

Long-Setup: Bislang hatte die nächstliegende Unterstützung um 1.730 Dollar nur wenig Gelegenheit, um sich zu beweisen, aktuell scheint der Handel diesen Bereich jedoch zu respektieren. Mit realistischem Blick auf den Auslöser des Abverkaufs von Montagnachmittag könnten sich schon an dieser Stelle vorsichtige Zukäufe anbieten. Gelingt die Rückeroberung der $1.740er-Marke hellt sich das technische Bild deutlich auf, über $1.750 gewinnt das Bullenlager endgültig die Oberhand. Hier bieten sich prozyklische Zukäufe an, mit Zwischenziel am gestrigen Hoch um $1.770. Bedenken Sie den Grund, warum die durchaus überzeugende Aufwärtsbewegung der vergangenen Tage an dieser Stelle zum Erliegen kam! Wir sehen hier keinen Widerstand im klassischen Sinne, also keinen Bereich, an welchem dem Markt „auf natürliche Weise" die Luft ausging. In diesem Sinne ist der Hochpunkt bislang ohne Bedeutung, $1.800 bleibt das kurzfristige Ziel bei neuerlicher Überwindung der $1.750er-Marke.

Fällt Gold unter den Bereich um $1.730 zurück, bleibt $1.720 für Zukäufe chancenreich. Diese Region hat seine Validität in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt, hier verlaufen zudem mehrere stützende Fibonacci-Levels. Weitere Unterstützungen verlaufen im Zehn-Dollar-Abstand darunter, die Unterseite der seit Anfang April laufenden Seitwärtszone befindet sich im Bereich um $1.670. Erst darunter wird Gold nachhaltig bearish.

Short-Setup: Um die aktuelle Änderung des Sentiments hin zu „Risk-On" zu nutzen und auf dessen Fortsetzung zu spekulieren, bieten sich Shorts bei Erreichen der nächstliegenden Widerstandsbereiche um $1.740 und insbesondere $1.750 an. Auf diesen Niveaus stehen Shortpositionen jedoch gegen den übergeordneten Aufwärtstrend, diesem Umstand sollte mit entsprechend konservativ gesetzten Stopps Rechnung getragen werden. Aussichtsreicher dürften prozyklische Trades bei Unterschreiten der nächsten Unterstützungszonen sein. Besonders wichtig ist hier auf der kürzeren Zeitebene der Bereich um $1.720, Preise darunter rücken die 1.700er-Marke wieder in den Fokus. „Runde" Level sind immer auch von psychologischer Bedeutung, man sollte hier also mindestens an Gewinnmitnahmen denken. Hält dieses Niveau nicht, lohnen Neuengagements mit Ziel am unteren Bereich der aktuellen Seitwärtszone um $1.670.


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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