EURUSD Analyse: US-Wahlen halten Märkte in Atem

November 11, 2020 11:00
  • EUR/USD Analyse & Wochenausblick mit Set-ups - für aktive Forex-Trader

Erst am Wochenende wurde der Sieger der US-Präsidentenwahlen bekannt gegeben. Obwohl noch nicht alle Stimmen ausgezählt sind liegt der demokratische Herausforderer uneinholbar vorne. Von den noch ausstehenden Bundesstaaten könnten noch weitere Wahlmänner den Demokraten zufallen.

Erst am Wochenende wurde der Sieger der US-Präsidentenwahlen bekannt gegeben. Obwohl noch nicht alle Stimmen ausgezählt sind liegt der demokratische Herausforderer uneinholbar vorne. Von den noch ausstehenden Bundesstaaten könnten noch weitere Wahlmänner den Demokraten zufallen. Was der amtierende US-Präsident nicht gemacht hat ist die Wahl anzuerkennen. Und hier liegt das Problem. Donald Trump kann in den nächsten Wochen und Monaten noch so viel Unruhe schaffen, dass ein geordneter Übergang nicht möglich ist. Ebenso ist denkbar, dass er sein Anhänger auf die Strassen rufen könnte, wobei diese bisher nicht in Scharen gegen den angeblichen Wahlbetrug protestiert haben. Die Wahlen sind somit gelaufen, der Übergang zur neuen Präsidentschaft könnte noch harzig werden.

Die Verhandlungen mit den Briten in Sachen Brexit sind auf der Zielgeraden. Mittlerweile wird davon gesprochen, dass es doch noch zu einer Einigung kommen könnte, was zu begrüßen wäre. Verbindlichen Aufschluss werden wir allerdings erst in gut einer Woche haben. Dann treffen sich die europäischen Regierungschefs, um den Vertrag abzusegnen, bzw. auch das Scheitern bekannt zu geben. Sollte es zu einer Einigung kommen, so haben die Regierungen noch gut vier Wochen Zeit diesen von den nationalen Parlamenten genehmigen zu lassen.

EURUSD-Rückblick (04.11.2020 - 10.11.2020)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1661 und damit gut 110 Pips unter dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar formatierte bereits am Mittwoch morgen der letzten Handelswoche das Tief im Betrachtungszeitraum. Von hier aus ging es über die 1,1700, wo sich der EUR auch festsetzen konnte. Am Donnerstag kam es am Vormittag zu einer dynamischen Impulsbewegung, die in der Spitze bis in den Bereich der 1,1860. Teile der Bewegung wurden zwar abverkauft, dennoch konnte sich das Währungspaar am Freitag weiter nach Norden schieben. Der EUR schaffte es sich über der 1,1850 festzusetzen und auch einen Wochenschluss über diesem Level zu formatieren. Zu Wochenbeginn bewegten sich die Notierungen zunächst seitwärts, um dann am Nachmittag in einem Impuls über die 1,1920 zu steigen. Diese Bewegung wurde aber im Nachgang abverkauft. Es ging zurück unter die 1,1800. Am Dienstag konnte sich der EUR zunächst etwas erholen, er gab im Handelsverlauf aber wieder unter die 1,1800 nach, wobei es am Nachmittag gelang, dieses Level erneut anzulaufen und auch zu überwinden.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt deutlich über dem Level der Vorperiode. Der EUR konnte damit das Level von Mitte September erreichen. Es ging im Nachgang dessen zwar wieder etwas zurück, der EUR hat die Marke von 1,1800 aber verteidigen können. Das Tief lag ganz knapp über dem Niveau des letzten Betrachtungszeitraum. Der Wochenschluss lag über 200 Pips über dem Niveau der Vorwoche. Die Range war mit fast 300 Pips fast doppelt so hoch wie in der Vorperiode und lag auch über dem Jahresdurchschnitt.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1845/47 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei maximal 1,1854/56 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde erreicht und mehr als deutlich überschritten, das Setup hat damit nicht gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1635 hingegen exakt an unser nächstes Anlaufziele bei 1,1629/27. Hier hat das Setup perfekt gegriffen.

  • Hoch*: 1,1920 Vorperiode: 1,1778
  • Tief*: 1,1628 Vorperiode: 1,1621
  • Wochenschluss: 1,1874 Vorwoche: 1,1645
  • Range*: 292 Pips Vorperiode: 157 Pips

* Betrachtungszeitraum 04.11.2020 – 10.11.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,1858/77/86....1,1915/43....1,2095.....1,2180...1,2272
  • Euro-US: 1,1791/35/30/15....1,1643....1,1581/66.....1,1467/13.....1,1331.....1,1183.....1,1090/51

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • I-Day-Marke 1,1922 und 1,1767
  • Tagesschlussmarken 1,2039 und 1,1572
  • Boxbereich 1,2555 bis 1,0504
  • Range 1,3479 bis 0,9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im Weekly:

Der EUR ist in den letzten Handelswochen nicht wirklich weitergekommen, das ist im Wochenchart sehr deutlich zu erkennen. Nach einer Woche der Erholung setzt eine Woche mit Gewinnmitnahmen ein. Die Rücksetzer konnten sich bisher an der SMA20 (aktuell bei 1,1717) stabilisieren. Damit ist die SMA20 aktuell das Level wo sich größere Rücksetzer stabilisieren sollten. Wesentlich wird aber sein, dass es zu keinem Wochenschluss unter der SMA20 kommt. Das würde das übergeordnete Chartbild eintrüben.

Rutscht der EUR aber mit dem Wochenschluss unter die SMA20, so könnten sich übergeordnet weiter Rücksetzer einstellen, die bis in den Bereich der 1,1415 gehen könnten. (SMA200)


Daily:

Im Daily hat sich das Chartbild in den letzten Handelstagen etwas aufgehellt. Der EUR konnte sich mit Momentum über die SMA50 (aktuell bei 1,1771) und über die SMA20 (aktuell bei 1,1769) schieben und etablieren. Da beide Durchschnittslinien eng zusammen liegen, hat der EUR hier eine vergleichsweise gute Unterstützung.

Solange der EUR auf Tagesbasis über der SMA50/20 notiert hat er das Potential weiter zu steigen. Anlaufziele könnten die 1,1880, die 1,1915/25 und dann der Bereich bei 1,1950/60 sein.

Rutscht der EUR aber per Tagesschluss wieder unter diese beiden Durchschnittslinien und etabliert er sich darunter (Bestätigung am Folgetag), so könnten sich weiter Abgaben einstellen, die übergeordnet bis an die 1,1750/30 und dann weiter bis an die 1,1690/75 gehen könnten.

4H-Chart:

Der EUR ist zu Wochenbeginn wieder unter die SMA20 (aktuell bei 1,1843) gefallen und hat sich mittlerweile auch unter dieser Linie etabliert. Wesentlich wird sein, ob es der EUR schafft, sich wieder über die SMA20 zu schieben und zu etablieren. Sollte das gelingen, so könnte es weiter aufwärts gehen. Anlaufziele könnten dann die 1,1880, übergeordnet die 1,1910/20 und die 1,1950/60 sein.

Solange der EUR aber unter der SMA20 notiert, solange könnten sich die Rücksetzer ausdehnen. Diese könnten bis in den Bereich der SMA200 (aktuell bei 1,1758) und dann an die SMA50 (aktuell bei 1,1756) gehen. Darunter könnte noch der Bereich bei 1,1740/30 stützend wirken. Unter der 1,1730 würde sich das Chartbild aber wieder eintrüben.

Fazit: der EUR muss sich zunächst über die SMA20 im 4h Chart etablieren. Dann wäre die Perspektive gegeben den Bereich bei 1,1880 bzw. bei 1,1920 erneut anzulaufen gegeben.

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario: 65 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario: 35 %

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Kann sich der EUR über der 1,1820 behaupten, so könnte er dann versuchen unsere Anlaufziele bei 1,1828/30, bei 1,1837/39 bzw. bei 1,1842/44 zu erreichen. Kann er sich über die 1,1842/44 schieben, so könnte es weiter aufwärts gehen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,1851/53, bei 1,1860/62, bei 1,1868/70, bei 1,1879/81, bei 1,1892/94 und dann bei 1,1899/1,1901 zu finden. Kommt es bei 1,1899/1,1901 zu keinen Rücksetzern, so könnte sich die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann die 1,1910/12, die 1,1919/21, die 1,1929/31, die 1,1938/40, die 1,1947/49, die 1,1955/57 und dann die 1,1961/63.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,1820 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst unsere Anlaufziele bei 1,1810/08, bei 1,1799/97, bei 1,1791/89, bei 1,1782/80, bei 1,177/75 und dann bei 1,1771/69 erreichen. Setzt das Währungspaar bis in den Bereich bei 1,1771/69 zurück, so hätte er in diesem Bereich vergleichsweise gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Hält das Level aber nicht, bzw. wird das Level aber mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnten sich weitere Rücksetzer einstellen, die unsere Anlaufziele bei 1,1762/60, bei 1,1755/53, bei 1,1747/45, bei 1,1739/37 und dann bei 1,1730/28 erreichen könnten. Unter der 1,1730/28 wären unsere nächsten Anlaufziele bei 1,1723/21, bei 1,1713/11, bei 1,1703/01, bei 1,1695/93 und dann bei 1,1682/80 zu finden.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/aufwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 12.11.2020: EUR – EZB-Präsidentin spricht
  • 12.11.2020: USA – Anträge Arbeitslosenhilfe
  • 11.11.2020: USA – Erzeugerpreisindex
  • 17.11.2020: USA – Einzelhandelsumsätze


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.