EURUSD Analyse: In der Verschnaufpause

August 12, 2020 11:45
  • EUR/USD Analyse mit Set-ups und Wochenausblick - für aktive Forex-Trader

Wochenanalyse EUR/USD KW 33 /34 2020 (Betrachtungszeitraum 12.08.2020 - 18.08.2020)

EURUSD Rückblick (05.08.2020 - 11.08.2020)

Der EUR zum USD bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1803 und damit gut 70 Pips über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar konnte sich am Mittwoch zunächst weiter nach Norden schieben und die 1,1900 überwinden, sich dort aber nicht festsetzen. Am Donnerstag morgen erfolgte dann der nächste Versuch. Der EUR lief zwar etwas weiter wie Tags zuvor, er schaffte es aber auch nicht, sich über der 1,1900 zu halten. Es ging am Donnerstag im Zuge der Rücksetzer bis an die 1,1818. Erst hier kam es zu einer technischen Gegenbewegung, die am Freitag wieder abverkauft wurde. Der EUR setzte im Rahmen dieser Rücksetzer bis an die 1,1755 zurück. Er konnte sich zum Wochenschluss etwas erholen und ging bei 1,1785 aus dem Wochenhandel. Zu Wochenbeginn ging es zunächst seitwärts weiter, wobei die 1,1800 auf der Oberseite der Deckel waren. Der EUR konnte weder am Montag noch am Dienstag nennenswert über dieses Level laufen.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt knapp über dem Level der Vorperiode. Der EUR hat es nicht geschafft, sich nennenswert über die 1,1900 zu schieben. Es schaffte es aber, sich über der 1,1700 und damit auch über dem Niveau der Vorperiode zu halten. Der Wochenschluss liegt leicht über dem Niveau der Vorwoche. Die Range war mit 193 Pips zwar etwas kleiner als in der Vorwoche, sie lag aber über dem Jahresdurchschnitt.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1908/10 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 1,1915/17 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde exakt getroffen, das Setup hat damit perfekt gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1733/31 ganz knapp unter unsere nächste Anlaufmarken bei 1,1725/23. Damit hat das Setup gut gepasst.

  • Hoch*: 1,1915 Vorperiode: 1,1909
  • Tief*: 1,1722 Vorperiode: 1,1696
  • Wochenschluss: 1,1785 Vorwoche: 1,1776
  • Range*: 193 Pips Vorperiode: 213 Pips

*Betrachtungszeitraum 05.08.2020 - 11.08.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD - Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,1730/92....1,1817/44/77...1,1915/43.....1,2095.....1,2180...1,2272
  • Euro US: 1,1690.....1,11518....1,1410.....1,1335/24....1,1132....1,1090/51

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • Intraday-Marke 1,1875 und 1,1691
  • Tagesschlussmarken 1,2098 und 1,1540
  • Boxbereich 1,2555 bis 1,0504
  • Range 1,3479 bis 0,9631

EURUSD Ausblick für die kommenden fünf Handelstage:

Chartcheck - Betrachtung im 4h Chart/Weekly:

Weekly


Der EUR hat in den letzten Handelstagen eine Verschnaufpause eingelegt. Nachdem es vergleichsweise lange gedauert hat, den harten Widerstand bei 1,1333/35 zu überwinden, gelang der dynamische Ausbruch. Das lässt sich im Wochenchart sehr gut nachvollziehen. Aktuell konsolidiert der EUR noch, denkbar ist, dass es im Zuge dessen noch etwas weiter abwärts gehen könnte.

Der EUR hat auch den Bereich der 1,1730/40 erfolgreich hinter sich gelassen, ist diesen aber in den letzten Handelstagen immer mal wieder angelaufen. Der EUR hat damit die theoretische Möglichkeit weiter zu steigen. Aus Wochensicht wäre sogar ein Rücksetzer in den Bereich der 1,1330 möglich. Erst ein Unterschreiten dieses Level auf Wochensicht würde das Chartbild wieder eintrüben.

4h Chart:

Voraussetzung für eine kurzfristige Wiederaufnahme des Aufwärtstrends wäre eine Zurückeroberung der SMA20 (aktuell bei 1,1769) bzw. der SMA50 (aktuell bei 1,1798). Erst wenn es dem EUR gelingt, sich wieder über diese beiden Durchschnittslinien zu schieben und auch zu etablieren, wäre eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung denkbar. Übergeordnet wären dann die 1,2000/50 denkbare Anlaufziele.

Kann sich der EUR aber nicht über die SMA20/50 schieben, könnte sich die Schwäche noch etwas weiter ausdehnen. Sollte es aber unter die SMA20 im DAILY gehen (aktuell bei 1,1688) und sollte sich der EUR unter dieser Linie etablieren, wären weitere Abgaben, auch unter die 1,1500, denkbar.

Fazit: der EUR hat, wie im letzten Setup erwartet, seine Konsolidierung weiter fortsetzen. Er muss sich jetzt wieder über die SMA20/50 im 4h Chart schieben und etablieren, wenn er die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen will. Etabliert er sich unter der 1,1688, so könnten sich die Abgaben weiter fortsetzen, die übergeordnet die 1,1500 erreichen und auch unterschreiten könnten

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario: 40 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario: 60 %

EURUSD Rahmenbedingungen; Das große Bild:

Die US-Arbeitsmarktdaten sind am Freitag vergleichsweise gut ausgefallen. Die offiziellen Zahlen belegen, dass knapp über 10 % der US-Bürger ohne Job sind. Unternehmen haben im Juli 1.763 Mio. Arbeitnehmer wieder eingestellt, das lag im Rahmen der Erwartungen. Besonders profitiert haben die Branchen Freizeit/Gaststätten und die Regierungsstellen. In der Industrie, und das ist das entscheidende, wurden nur 26.000 Arbeitsplätze wieder besetzt. Gerechnet hat man in der Branche mit über 250.000 neuen Jobs. Allerdings liegt die Zahl der Beschäftigten noch 13 Mio. unter dem Vorkrisenlevel. Es ist somit davon auszugehen, dass der Jobaufbau noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die von der Trump-Administration gewünschte V-Erholung der Wirtschaft ist damit praktisch vom Tisch. Dazu kommt, dass die USA weit davon entfernt sind die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. Bis Ende des Jahres könnte die Zahl der Toten durch das Corona Virus bis auf 300.000 steigen.

Im Juli sind auch die Hilfsprogramme der Regierung ausgelaufen. Ein Kompromiss für die Verlängerung der Programme ist zwischen den beiden Parteien gescheitert. Der US-Präsident hat unterdessen Exekutivmaßnahmen ergriffen, falls es zu keiner Einigung kommt. Dies Maßnahmen sind beispielsweise weiterhin ein Arbeitslosengeld zu zahlen, Stundung der Lohnsteuer, Hilfe bei den Studentenkrediten und der Schutz vor Räumungen bei Mietrückständen. Diese Maßnahmen haben einen zeitlichen Fokus bis zu den US-Präsidentenwahlen. Danach werden die Karten neu gemischt.

EURUSD Trading Setups:

Zum EURUSD Trading in den kommenden fünf Handelstagen:

Long Setups: Der EUR könnte zunächst versuchen, sich im Bereich der 1,1730 zu halten und zu etablieren. Sollte dies gelingen, so könnte er versuchen, unsere nächste Anlaufziele bei 1,1737/39, bei 1,1745/47, bei 1,1755/57, bei 1,1760/62 und dann bei 1,1768/70 zu erreichen. Kann er sich über die 1,1768/70 schieben, so könnte es direkt weiter an unsere nächsten Anlaufziele bei 1,1775/77, bei 1,1784/86, bei 1,1791/93 und dann bei 1,1795/97 gehen. Kann sich der EUR bis an die 1,1791/97 schieben, so könnte es hier schwer werden weiter zu kommen. Eventuell ist die Aufwärtsbewegung hier auch beendet. Wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte der EUR auch direkt unsere nächsten Anlaufziele bei 1,1805/07, bei 1,1815/17, bei 1,1825/27, bei 1,1833/35 und dann bei 1,1841/43 laufen. Sollte es der EUR schaffen, sich über die 1,1847/49 zu schieben, so könnte es weiter an unsere nächsten Anlaufziele bei 1,1855/57, bei 1,1863/65, bei 1,1872/74, bei 1,1881/83, bei 1,1891/93, bei 1,1900/02 und dann bei 1,1908/10 gehen. Über der 1,1908/10 wären unsere nächsten Anlaufziele die 1,1915/17, die 1,1922/24, die 1,1931/33, die 1,1943/45, die 1,1952/54 und dann die 1,1961/63

Short Setups: Kann sich der EUR nicht über der 1,1730 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst unsere Anlaufziele bei 1,1725/23, bei 1,1715/13, bei 1,1704/02, bei 1,1699/97 und dann bei 1,1694/92 erreichen. Kommt es hier zu keinen Erholungen, so könnten sich die Abgaben weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann die 1,1685/83, die 1,1678/76, die 1,1669/67, die 1,1663/61, die 1,1652/50, die 1,1644/41, die 1,1637/35 bzw. die 1,1627/25. Unter der 1,1627/25 wären unsere nächsten Anlaufziele bei 1,1620/18, bei 1,1613/11, bei 1,1602/00, bei 1,1595/93, bei 1,1584/82, bei 1,1575/73 und dann bei 1,1566/64 zu finden.

  • Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts / abwärts


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.