EURUSD Analyse: EU und GB bereiten sich auf harten Brexit vor

Oktober 21, 2020 12:45

EUR/USD Analyse mit Set-ups und Wochenausblick - für aktive Forex-Trader

Während in den USA der Wahlkampf in die letzte Runde geht, stehen die Chancen auf ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien schlecht. Nach aktuellen Berichten bereitet sich die Wirtschaft und insb. Großbritannien auf einen harten, ungeregelten Brexit vor.

Die Perspektiven auf einen harten Brexit sind in dieser Woche deutlich gestiegen. Nachdem die Briten bereits in der letzten Woche haben verlauten lassen, dass sie lieber keinen Vertrag unterschreiben als einen schlechten und sich die EU nicht in die notwendige Kompromissbereitschaft gezeigt hat, hat der amtierende Premierminister wissen lassen, dass die Briten einen harten Brexit planen. Die EU wird natürlich Nachteile aus einem ungeregelten Brexit haben, die auf Seiten der Briten werden aber wahrscheinlich umso höher sein. Wir hatten bereits vor einigen Wochen die Vermutung geäußert, dass die Briten einen harten Brexit planen, aus welchen Gründen auch immer. Es ist aber definitiv so, dass die Zeiten des britischen Empire schon lange vorbei sind – denkbar, dass diese Erkenntnis dem einen oder anderen handelnden Politiker im nächsten Jahr erst bewusst wird. Vor allem die Schotten bemühen sich um eine Abspaltung von Großbritannien, da sie in der Gemeinschaft bleiben wollen. Bezogen auf den Brexit werden wir in den kommenden gut 10 Wochen noch einige Spannung erleben. Es ist auch davon auszugehen, dass das britische Pfund in den kommenden Wochen unter Druck geraten könnte.

Spannend wird es auch in den USA wo die US-Wahlen in die entscheidende Runde geht. Am Donnerstag steht noch ein TV- Duell an, das wahrscheinlich inhaltlich wenig neues bringen wird, außer dass die Gegensätze unterstrichen werden. Wer letztendlich die Wahlen gewinnen wird, bleibt abzuwarten, trotz eines deutlichen Vorsprungs des demokratischen Bewerbers. Da zur gleichen Zeit auch Teile des Senats und des Repräsentantenhauses neu gewählt werden, könnte sich hier die eigentliche Entscheidung für die kommenden zwei Jahre einstellen. Gewinnen die Demokraten beide Kammern, wäre ein republikanischer US-Präsident eigentlich nicht handlungsfähig.

EURUSD-Rückblick (14.10.2020 - 20.10.2020)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1745 und damit praktisch auf dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar gab am Mittwoch zunächst etwas nach, konnte sich aber bereits bei 1,1719 stabilisieren und dann bis in den Bereich der 1,1771 laufen. Im Rahmen des Frühhandels zu Donnerstag setzten dann leichte Rücksetzer ein, die am Donnerstag an Dynamik gewannen. Der EUR gab bis zum Abend an die 1,1688 nach, das Währungspaar konnte sich aber im Rahmen des Frühhandels wieder über die 1,1700 schieben. Am Freitag morgen ging es dann noch einmal kurz unter dieses Level, dem EUR gelang es aber sich über der 1,1700 zu stabilisieren. Der Rücklauf ging an den breiten WS-Bereich bei 1,1730. Zu Wochenbeginn kam es zu einer dynamischen und auch nachhaltigen Erholung fast an die 1,1800. Der EUR konnte sich im Frühhandel zu Dienstag im Dunstkreis der 1,1780/60 halten und am Dienstag die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Diese ging bis zum Abend an die 1,1841.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt knapp über dem Level der Vorperiode. Der EUR hat es damit geschafft, sich in den letzten Handelstagen deutlicher zu erholen. Das Tief lag unter dem Niveau des letzten Betrachtungszeitraums und unter der 1,1700. Nachdem der EUR es geschafft hat, einen Wochenschluss über der 1,1700 zu formatieren, ging es zu Wochenbeginn spürbar aufwärts. Die Range war mit 163 Pips auch deutlich größer als in der Vorperiode, sie lag aber im Bereich des Jahresdurchschnitts.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1827/29 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 1,1840/42 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde exakt getroffen, das Setup hat damit perfekt gegriffen. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1698/96 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 1,1689/87 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde ebenfalls perfekt getroffen, das Setup hat damit perfekt gepasst.

  • Hoch*: 1,1841 Vorperiode: 1,1831
  • Tief*: 1,1688 Vorperiode: 1,1730
  • Wochenschluss: 1,1714 (1,1830)
  • Range*: 163 Pips Vorperiode: 101 Pips

* Betrachtungszeitraum 14.10.2020 – 20.10.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,1837/46/63/77....1,1915/43....1,2095.....1,2180...1,2272
  • Euro-US: 1,1735/30.....1,1676.....1,1572/18.....1,1410.....1,1330/24.....1,1132.....1,1090/51

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • I-Day-Marke 1,1792 und 1,1678
  • Tagesschlussmarken 1,1926 und 1,1578
  • Boxbereich 1,2555 bis 1,0504
  • Range 1,3479 bis 0,9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im Weekly:

Der EUR ist in den letzten Handelswochen nicht wirklich weitergekommen, das ist im Wochenchart sehr deutlich zu erkennen. Erst in den letzten beiden Handelswochen hat sich eine deutlichere Erholung eingestellt. Der Rücksetzer in der letzten Handelswoche ging bis knapp unter die 1,1700. Der EUR hat es dennoch geschafft, sich zurück über die 1,1730/50 zu schieben und zu etablieren. Zu Wochenbeginn hat die Aufwärtsbewegung wieder an Dynamik gewonnen.

Der EUR hat damit die Perspektive nun die Bereiche bei 1,1950/60 und dann das JH zu erreichen. Solange er sich über der SMA20 (aktuell bei 1,1628) halten kann ist der Aufwärtstrend intakt. Rücksetzer könnten bis in diesen Bereich gehen. Sollte sich der EUR unter die SMA20 schieben und dort etablieren, würde sich das Chartbild wieder eintrüben.

Aktuell kann das Chartbild auf Wochenbasis bullisch interpretiert werden.

Daily:

Im Daily hat der EUR in den letzten beiden Handelstagen das geschafft, woran er in den letzten Handelswochen immer wieder gescheitert ist. Er hat Ende der letzten Handelswoche die SMA20 (aktuell bei 1,1743) überwinden können und konnte sich gestern dann auch über die SMA50 (aktuell bei 1,1797) schieben. Sollte er es schaffen, sich auch darüber zu etablieren (zwei grüne Kerzen hintereinander) so wäre der Weg nach Norden frei.

Rücksetzer könnten jederzeit bis an die SMA50 gehen. Sollte sich der EUR hier nicht stabilisieren können, könnte noch die SMA20 und dann der Bereich bei 1,1735/30 stabilisieren wirken. Wesentlich wird sein, dass der EUR keinen Tagesschluss unter der 1,1730 formatiert, der am Folgetag bestätigt wird.

4H-Chart:

Der EUR konnte sich gestern wieder verbindlich über alle wesentlichen Durchschnittslinien etablieren. Im Zuge dessen ging es auch dynamisch von dem US-Bereich bei 1,1750/30 nach Norden weg. Damit haben sich die Perspektiven auf der Oberseite deutlich verbessert. Der EUR hat damit auch im kurzfristigen Zeitfenster die Möglichkeit weiter zu steigen.

Auf der Unterseite liegen die SMA20 (aktuell bei 1,1769), die SMA50 (aktuell bei 1,1768) und die SMA200 (aktuell bei 1,1769) praktisch zusammen. Der EUR ist in diesem Bereich damit vergleichsweise gut unterstützt. Sollte es unter dieses Level gehen, könnte der EUR noch eine Unterstützung im Bereich der 1,1750/30 finden. Darunter würde sich das Chartbild erneut eintrüben.


Fazit: der EUR hat jetzt die Perspektive weiter zu steigen. Übergeordnet könnte er jetzt den Bereich bei 1,1960 und dann das JH anlaufen. Voraussetzung ist, dass er sich übergeordnet über der 1,1800 halten kann. Geht es wieder unter dieses Level wären die 1,1770 bzw. die 1,1750/30 denkbare Anlaufbereiche.

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario: 70 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario: 30 %

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Der EUR könnte zunächst versuchen unsere Anlaufziele bei 1,1863/65, bei 1,1874/76, bei 1,1885/87, bei 1,1896/98 und dann bei 1,1902/04 zu erreichen. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, so könnte es weiter aufwärts gehen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,1909/11, bei 1,1919/21, bei 1,1930/32, bei 1,1941/43, bei 1,1949/51 und dann bei 1,1960/62 zu finden. Über der 1,1960/62 wären unsere nächsten Anlaufmarken die 1,1966/68, die 1,1975/77, die 1,1983/85, die 1,1995/97, die 1,12002/04, die 1,2008/10 bzw. die 1,1211/13.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,1855 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst unsere Anlaufziele bei 1,1848/46, bei 1,1840/38, bei 1,1830/28, bei 1,1821/19, bei 1,1808/06 und dann bei 1,1800/1,1798 erreichen. Kommt es bei 1,1800/1,1798 zu keinen Erholungen, so könnten sich die Abgaben weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,1792/90, bei 1,1781/79, bei 1,1774/72 und dann bei 1,1769/67 zu finden. Setzt der EUR bis in den Bereich der 1,1774/67 zurück, so hätte er in diesem Bereich vergleichsweise gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Unter der 1,1769/67 wären unsere nächsten Anlaufziele die 1,1759/57, die 1,1750/48, die 1,1742/40, die 1,1736/34 und dann die 1,1730/28 bzw. die 1,1725/23.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/aufwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 22.10.2020: USA – Erstanträge Arbeitslosenhilfe
  • 23.10.2020: EUR – ifo Geschäftsklimaindex DE
  • 27.10.2020: USA – CB Verbrauchervertrauen
  • 27.10.2020: USA – Auftragseingang langlebige Güter


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.