EURUSD Analyse: Erste Lockerungen des Lockdowns

April 22, 2020 14:45
  • UR/USD Analyse mit Set-ups und Wochenausblick - für aktive Forex-Trader

Mittlerweile haben nahezu alle großen Volkswirtschaften mit den ersten Lockerungen der Corona-Beschränkungen begonnen. Inwieweit die aktuellen Lockerungen zu einer Erholung der wirtschaftlichen Situation beitragen wird sich zeigen müssen. Vielen gehen die aktuellen Einschränkungen zu weit.

Erst im Mai werden einige europäische Länder versuchen zur Normalität zurück zu kehren. In Deutschland werden die ersten Geschäfte wiedereröffnet. Ob die Kunden dann in gleichem Maße zurückkehren ist eine andere Frage. Die Gastronomie bleibt weiterhin geschlossen. Es kristallisiert sich heraus, dass es einen Impfstoff erst im 4. Quartal geben wird. Solange bis es keinen Impfstoff gibt, solange wird keine Normalität herrschen.

Die wirklichen Herausforderungen kommen aber noch. Es ist völlig unklar, welchen wirtschaftlichen Impact mit dem Lockdown verbunden sind. Sicher ist, dass das BIP im ersten Quartal weiter und deutlich schrumpfen wird. Die Frage ist die, wie schnell die wirtschaftlichen Verluste wieder aufgeholt werden können. Hier gehen die Meinungen auseinander. Die Wahrscheinlichkeit ist gegeben, dass sich dies noch bis Mitte des nächsten Jahres hinziehen wird.

In Amerika hat der Lockdown bisher zu einem Verlust von 22 Mio. Arbeitsplätzen geführt. Erwartet wird, dass diese Zahl am Donnerstag mit den wöchentlichen Meldungen weiter ansteigen könnte. Die US-Arbeitslosenquote könnte somit im April auf über 10% steigen.

EURUSD-Rückblick (15.04.2020 - 21.04.2020)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,0958 und damit gut 70 Pips über dem Level fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar formatierte bereits am Mittwoch der letzten Handelswoche das Hoch im Betrachtungszeitraum. Von hier aus ging es bis zum Nachmittag an die 1,0860. Von hier aus kam es zu einer dynamischen Gegenbewegung, die aber nicht mehr bis an die 1,0950 ging. Diese Gegenbewegung wurde am Donnerstag schon wieder abverkauft. Der EUR setzte bis zum Abend an die 1,0813 zurück. Zwar kam es im Rahmen des Frühhandels zu einer kleineren Erholung, diese wurde aber am Freitag morgen wieder abverkauft. Der EUR setzte bis in den Bereich der 1,0812 zurück. Erst hier gelang die Stabilisierung und die Erholung bis in den Bereich der 1,0890. Teile der Bewegung wurden zum Wochenschluss wieder abverkauft. Zu Wochenbeginn bewegte sich der EUR zunächst seitwärts, im Rahmen des Frühhandels zu Dienstag setzte der EUR aber wieder zurück. Bis zum Abend pendelte er in einer engen Box seitwärts, erst dann kam es zu einer dynamischen Aufwärtsbewegung an die 1,0880, die im Nachgang aber zum Teil wieder abverkauft wurde. Der EUR konnte sich aber im Zuge dessen über der 1,0850 halten.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt nur einige Pips unter dem Level der Vorperiode. Das Tief hingegen deutlicher, allerdings hat es der EUR geschafft, sich über der 1,0800 zu halten. Der Wochenschluss liegt unter dem Niveau der Vorwoche und unter der Marke von 1,0900. Die Range war etwas größer als in der Vorperiode.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,0960 weiter an unser erstes Anlaufziel bei 1,0965/67 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde perfekt getroffen, das Setup hat damit auf der Oberseite sehr gut gegriffen. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,0831/29 unter unser maximales Anlaufziel bei 1,0820/18. Damit hat das Setup auf der Unterseite nicht optimal gepasst.

  • Hoch*: 1,0967 Vorperiode: 1,0984
  • Tief*: 1,0812 Vorperiode: 1,0857
  • Wochenschluss: 1,0870 (1,0932)
  • Range*: 155 Pips Vorperiode: 127 Pips

* Betrachtungszeitraum 15.04.2020 - 21.04.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,0905/33/96....1,1043....1,1100....1,1204/52....1,1336/51....1,01402/88
  • Euro-US: 1,0854....1,0777....1,0694/44/22....1,0586/32.....1,0460

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

I-Day-Marke 1.0974 und 1.0840

Tagesschlussmarken 1.1091 und 1.0694

Boxbereich 1.2555 bis 1.0504

Range 1.3479 bis 0.9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im 4h Chart:

Der EUR notiert aktuell im Dunstkreis der SMA20 (aktuell bei 1,0857) An dieser Linie ist er zwar in den vergangenen Handelstagen immer wieder abgeprallt, sollte er es aber schaffen, sich über die SMA20 zu schieben, so könnte es direkt weiter an die SMA50 (aktuell bei 1,0894) gehen. Kann sich der EUR auch über die SMA50 schieben, so würde sich das Chartbild etwas aufhellen. Dann könnte sich die Erholungsbewegung bis in den Bereich der SMA200 (aktuell bei 1,0970) fortsetzen. Die aktuellen Kursmuster lassen den Schluss zu, dass es im Bereich der 1,0970/80 schwer werden könnte weiter zu kommen. In diesem Bereich liegt auch die SMA50 im Daily.

Sollte sich der EUR nicht erneut über die SMA20 schieben können, so könnten Rücksetzer zunächst bis in den Bereich der 1,0790 bzw. bis an die 1,0777/73 gehen. Sollten Stabilisierungen in diesem Bereich nicht gelingen, wären weitere Abgaben bis in den Bereich der 1,0730/00 denkbar.

Fazit: Der EUR könnte noch etwas Erholungspotential haben, allerdings muss er sich über die SMA20 schieben. Sollte das gelingen, könnten sich die weitere Erholungsbewegungen bis in den Bereich der 1,0960/80 einstellen. Scheitert der EUR an der SMA20 könnten Abgaben das Währungspaar erneut unter die 1,0800 bringen.

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Der EUR könnte zunächst versuchen, sich im Bereich der 1,0860 zu halten und zu etablieren. Sollte dies gelingen, so könnte er versuchen, unsere nächsten Anlaufziele bei 1,0869/71, bei 1,0878/80, bei 1,0887/89 und dann bei 1,0893/95 zu erreichen. Kann sich der EUR bis an die 1,0893/95 schieben, so könnte es in diesem Bereich schwer werden weiter zu kommen. Eventuell läuft sich das Währungspaar in diesem Bereich auch müde, bzw. die Aufwärtsbewegung könnte hier auch beendet sein. Wir das Level aber mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es auch durchaus weiter an unsere nächsten Anlaufziele bei 1,0900/02, bei 1,0911/13, bei 1,0918/20, bei 1,0931/33, bei 1,0941/43, bei 1,0947/49, bei 1,0958/60, bei 1,0971/73 bzw. bei 1,0985/87 gehen.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,0860 halten, so könnten die Rücksetzer unsere Anlaufziele bei 1,0855/53, bei 1,0848/46, bei 1,0840/38, bei 1,0831/29 und dann bei 1,0820/18 erreichen. Geht es unter die 1,0820/18, so wären unseren nächsten Anlaufmarken bei 1,0810/08, bei 1,0800/1,0798, bei 1,0790/88, bei 1,0779/77 und dann bei 1,0774/72 zu finden. Kommt es im Bereich der 1,0777/72 zu keinen Stabilisierungen, so könnten sich weitere Abgaben einstellen, die unsere Anlaufziele bei 1,0765/63, bei 1,0757/55, bei 1,0749/47, bei 1,0740/38 und dann bei 1,0729/27 erreichen könnten.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts / abwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 23.04.2020: EUR – Einkaufsmanagerindex EMI
  • 24.04.2020: USA – Auftragseingang langlebige Güter
  • 28.04.2020: USA – CB Verbrauchervertrauen
  • 29.04.2020: USA – Fed Zinsentscheid


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.