EURUSD Analyse: Erholung nach Aufhebung des Lockdowns?

Mai 13, 2020 14:00
  • UR/USD Analyse mit Set-ups und Wochenausblick - für aktive Forex-Trader

In Deutschland wird der Lockdown jetzt Schritt für Schritt aufgehoben, die Wirtschaft versucht wieder in den Modus "Normal" zu kommen. Das wird sicherlich einige Zeit beanspruchen, bis wir wieder da sind, wo wir vor der Krise waren. Aktuell gibt es kaum einen Analysten, der von einer raschen und dynamischen Erholung der Wirtschaft ausgeht. Viele Marktbeobachter rechnen erst Ende 2021 mit einem Niveau, das wir Anfang des Jahres hatten. Sollte tatsächlich ein Impfstoff bis Ende des Jahres verfügbar sein, so wird dann die Diskussion los gehen, wie die ganzen Schuldenpakete finanziert werden.

Aktuell wird ein Pakt nach dem anderen geschnürt, um sicher zu gehen, dass wir mit minimalem Schaden durch die Krise kommen. Dennoch wird sich die Frage nach der Finanzierung der Krisenpakete stellen. Sicher ist, dass der Soli, der eigentlich abgeschafft werden sollte, sicherlich für die nächsten Jahre und Jahrzehnte bestehen bleibt. Zusätzlich ist davon auszugehen, dass die Steuern punktuell oder insgesamt (z.B. die MWST/Mineralölsteuer) erhöht werden könnte. Diese Diskussion wird sich aber erst in den kommenden Monaten konstituieren.

Die USA haben sich ebenfalls im Rekordtempo weiter verschuldet. Neben der wirkungslosen Steuerreform von Herrn Trump werden sich die Schulden in den nächsten Monaten dynamisch erhöhen. Die Hoffnung einiger Marktbeobachter ist jetzt, dass sich über die Programme und die Kredite die Inflation erhöhen könnte. Das könnte am Ende des Tages in der Tat folgen, in den USA aber auch in Europa. Die Zentralbanken wären dann in einem Dilemma. Um die Inflation zu bekämpfen müssten sie die Zinsen erhöhen, was sich aber im Anbetracht der Rahmenbedingungen als problematisch herausstellen könnte.


EURUSD-Rückblick (06.05.2020 - 12.05.2020)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,0838 und damit gut 20 Pips unter dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar gab am Mittwoch zunächst bis in den Bereich der 1,0780 nach, konnte sich dann aber wieder etwas erholen, wobei der EUR bis Donnerstagabend übergeordnet unter der 1,0800 geblieben ist. Am Donnerstagabend ging es dann wieder über die 1,0800. Der EUR lief im Hoch an diesem Handelstag bis in den Bereich der 1,0833. Am Freitag kam es dann noch zu einer weiteren dynamischen Aufwärtsbewegung an die 1,0875, die aber im Nachgang dessen wieder abverkauft wurde. Der EUR gab bis zum Wochenschluss unter die 1,0850 nach und formatierte bei 1,0836 den Wochenschluss. Zu Wochenbeginn bewegte sich der EUR in einer engen Box seitwärts. Am Dienstag setzte zunächst etwas Schwäche ein und der EUR fiel an die 1,0800. Von hier aus ging es dann im Handelsverlauf wieder dynamisch aufwärts bis in den Bereich der 1,0885.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt deutlich unter dem Niveau der Vorperiode. Der EUR hat es nicht geschafft, sich über die 1,0900 zu schieben, geschweige dessen auch die 1,1000 zu erreichen. Das Tief lag ebenfalls unter dem Niveau der Vorperiode und unter der 1,08000. Die Range hingegen war deutlich kleiner als fünf Handelstage zuvor.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,0877/79 weiter an unsere nächsten Anlaufziele bei 1,0885/87 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde perfekt getroffen, das Setup hat damit sehr gut gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,0779/72 nicht ganz an unsere nächste Anlaufmarke bei 1,0765/63. Hier hat ein Pip gefehlt.

  • Hoch*: 1,0885 Vorperiode: 1,1018
  • Tief*: 1,0766 Vorperiode: 1,0826
  • Wochenschluss: 1,0836 (1,0978)
  • Range*: 119 Pips Vorperiode: 182 Pips

* Betrachtungszeitraum 06.05.2020 - 12.05.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,0857/88...1,0947/96....1,1043....1,1100....1,1204/52....1,1336/51....1,01402/88
  • Euro-US: 1,0813....1,0777/73.....1,0694/44/22....1,0586/32.....1,0460

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

I-Day-Marke 1.1044 und 1.0872

Tagesschlussmarken 1.1134 und 1.0701

Boxbereich 1.2555 bis 1.0504

Range 1.3479 bis 0.9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im 4h Chart:

Der EUR hat sich wieder über die SMA20 (aktuell bei 1,0833) schieben und etablieren können. Er notiert aktuell unter der SMA50 (aktuell bei 1,0857) Etwas darüber verläuft bei 1,0882 auch die SMA200. Der EUR muss also zunächst über die SMA50 und dann über die SMA200, um Perspektive auf der Oberseite zu haben. Was den aktuellen Aufwärtsdrang auch hemmen könnte ist die SMA20 im Daily (aktuell bei 1,0851) Sollte der EUR es schaffen, sich über die 1,0850 zu schieben und zu etablieren, so könnte sich die Erholungsbewegung weiter fortsetzen. Das übergeordnete Anlaufziel könnte nach dem Überwinden der SMA50/200 dann der Bereich bei 1,0940/50 sein. Das maximale Aufwärtspotential auf der Oberseite sehen wir auf Basis der aktuellen Kursmuster bis maximal 1,1020.

Kommt der EUR aber nicht über die SMA50 und fällt er wieder unter die SMA20 zurück, so würde sich das Chartbild eintrüben. Dann könnten sich weitere Abgaben einstellen, die unsere Anlaufziele bei 1,0780/70, bei 1,0750 und dann übergeordnet bei 1,0700 erreichen könnten.

Fazit: Der EUR muss sich zunächst über die SMA50/200 schieben und etablieren, um weitere Perspektiven auf der Oberseite zu haben. Sollte das gelingen, könnte übergeordnet der Bereich bei 1,0940/50 angelaufen werden können. Rutscht das Währungspaar wieder unter die SMA20 könnten sich erneute Abgaben bis in den Bereich der 1,0780/70 bzw. bis an die 1,0750 einstellen. Darunter könnte es dann bis an die 1,0700 gehen.

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Der EUR könnte zunächst versuchen, sich im Bereich der 1,0850 zu halten und zu etablieren. Sollte dies gelingen, so könnte er versuchen, unsere nächsten Anlaufziele bei 1,0855/57, bzw. 1,0862/64 zu erreichen. Kommt er über die 1,0857/64, so könnte sich die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann die 1,0869/71, die 1,0874/76 und dann die 1,0880/82. Kann sich der EUR bis in den Bereich der 1,0876/82 schieben, so könnte es in diesem Bereich schwer werden weiter zu kommen. Eventuell läuft sich das Währungspaar an diesem Level auch müde. Geht es über die 1,0880/82, so könnte der EUR dann an unsere nächsten Anlaufziele bei 1,0888/90, bei 1,0895/97, bei 1,0903/05, bei 1,0911/13, bei 1,0922/24, bei 1,0931/33, bei 1,0941/43, bei 1,0948/50 und dann bei 1,0955/57 erreichen.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,0850 halten, so könnten die Rücksetzer an unsere Anlaufziele bei 1,0842/40 und dann bei 1,0833/31 erreichen. Setzt der EUR bis in den Bereich der 1,0833/31 zurück, so hätte er hier gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Gelingt dies aber nicht, so könnte sich die Abwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann die 1,0825/23, die 1,0815/13, die 1,0808/06, die 1,0797/1,0795, die 1,0788/86, die 1,0779/77 und dann die 1,0774/72. Kommt es im Bereich der 1,0779/72 zu keinen Stabilisierungen, so könnten sich weitere Abgaben einstellen, die unsere Anlaufziele bei 1,0765/63, bei 1,0757/55, bei 1,0749/47, bei 1,0740/38 und dann bei 1,0729/27 erreichen könnten. Unter der 1,0729/27 wären die 1,0717/15, die 1,0703/01, die 1,0698/96, die 1,0690/88, die 1,0678/76, die 1,0669/67 und dann die 1,0657/55 unsere nächsten Anlaufziele.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts / abwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 14.05.2020: USA – Erstanträge Arbeitslosenhilfe
  • 15.05.2020: EUR – Bruttoinlandsprodukt (DE)
  • 19.05.2020: EUR – ZEW Konjunkturerwartung
  • 20.05.2020: EUR – Verbraucherpreisindex


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.