EURUSD Analyse: Corona-Pandemie

April 01, 2020 14:00
  • EUR/USD Analyse mit Set-ups und Wochenausblick - für aktive Forex-Trader

Der Ruf nach gemeinschaftlichen europäischen Lösungen für die Auswirkungen des Corona-Virus wurden in den letzten Wochen lauter. Gleichzeitig wächst auch der Unmut über die Verweigerungshaltung gegenüber bspw. Eurobonds seitens Deutschlands. Die EU-Länder zeigen weder Einigkeit in Fragen der Eindämmung als auch in zukunftsgerichteten Fragen für eine Überwindung der wirtschaftlichen Auswirkungen.In den letzten Tagen wurden Forderungen der Italiener und der Spanier laut, die gefordert haben, gemeinsame Schuldentitel aufzulegen. Diese hätten den Charakter, das alle für die Schulden der anderen haften. Dieses Ansinnen wird von Deutschland als auch den Niederlanden und Österreich zurückgewiesen. Es wird in diesem Zusammenhang auf den ESM Fond hingewiesen, aus denen sich die Länder bedienen können. Zudem haben beide Länder noch die Möglichkeit sich an den Kapitalmärkten zu refinanzieren. Die Zinsen sind in den letzten Wochen für Spanien und für Italien nicht sonderlich gestiegen. Unabhängig wie sich die EU-Länder entscheiden, die wirtschaftlichen Herausforderungen in der ganzen EU werden nach Corona massiv sein. In Deutschland ist schon ein massiver Anstieg des Kurzarbeitergelds zu verzeichnen, es wird von vielen Insolvenzen gerade im Bereich des Mittelstands ausgegangen, was einen direkten Einfluss auf den Arbeitsmarkt haben wird. Viele Branchen brauchen wahrscheinlich länger, um sich zu konsolidieren. Dazu gehören unter anderem der Baubereich und der Automobilsektor.

Dem EUR wird von den Märkten im Vergleich zum US-Dollar aktuell stärker eingeschätzt. Dazu beigetragen hat zum einen die rasche und nachhaltige Reaktion vieler europäischer Regierungen auf den COVID-19 Virus, zum anderen hat das Zaudern der US-Regierung diesbezüglich in den letzten Wochen nicht zum Vertrauen beigetragen. Gerade in den USA könnten die mittelfristigen Aussichten noch schlechter werden. Die Zahl der Arbeitslosen wird in den kommenden Wochen dramatisch steigen und es kann auch davon ausgegangen werden, dass dies eine Auswirkung auf die Immobilienpreise haben könnte, die in den vergangenen Jahren nur eine Richtung kannten.

EURUSD-Rückblick (01.04.2020 - 07.04.2020)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1024 und damit gut 190 Pips über dem Level fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar setzte zunächst deutlicher zurück. Es ging im Zuge dessen bis an die 1,0903, die am Mittwochabend erreicht wurden. Von hier kam es zwar zu einer leichten Erholung im Rahmen des Frühhandels, am Donnerstag setzten die Notierungen aber weiter zurück. Der EUR fiel deutlich unter die 1,0900 und konnte sich erst im Bereich der 1,0821 stabilisieren, aber nicht wirklich erholen. Am Freitag ging es dann noch ein Stück abwärts. Der EUR setzte bis an die 1,0773 zurück und formatierte hier den Wochenschluss. Dieses Level wurde zu Wochenbeginn dann noch einmal, wenn auch nur leicht, unterschritten. Von hier aus gelang am Dienstag eine deutlichere Erholung, die den EUR wieder an und über die 1,0900 gebracht haben.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt deutlich über dem Level der Vorperiode, das Tief knapp unter dem Niveau des letzten Betrachtungszeitraums. Das bedeutet, dass sich der EUR nicht wesentlich von seinem Tief lösen und erholen kann. Die Erholungen haben den Charakter von technischen Erholungen, aber sie sind nicht substantiell. Die Range war mit 254 Pips deutlich kleiner als in der Vorperiode.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1021/23 weiter bis an die 1,1031/33 laufen könnte. Wir waren der Ansicht, dass es im Bereich der 1,1031/33 schwer werden könnte weiter zu kommen. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde nicht erreicht, die übergeordnete Einschätzung hat aber gut gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,0788/86 knapp unter unsere nächste Anlaufmarke bei 1,0779/77. Hier hat das Setup nicht perfekt gepasst.

  • Hoch*: 1,1027 Vorperiode: 1,1147
  • Tief*: 1,0773 Vorperiode: 1,0785
  • Wochenschluss: 1,0773 (1,1135)
  • Range*: 254 Pips Vorperiode: 362 Pips

* Betrachtungszeitraum 01.04.2020 - 07.04.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,0933/48/96....1,1038....1,1100....1,1204/52....1,1336/51....1,01402/88
  • Euro-US: 1,0773/55....1,0694/44/22....1,0586/32.....1,0460.....1,0381/16

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

I-Day-Marke 1.0863 und 1.0769

Tagesschlussmarken 1.0997 und 1.0694

Boxbereich 1.2555 bis 1.0504

Range 1.3479 bis 0.9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im 4h Chart:

Das Chartbild beim EUR hat sich wieder etwas aufgehellt. Nachdem das Währungspaar unter alle Durchschnittslinien gefallen ist, konnte sich der EUR mittlerweile wieder über die SMA20 schieben (aktuell bei 1,0828).

Um Perspektive auf der Oberseite zu haben muss er jetzt über die SMA50 (aktuell bei 1,0924). Erschwerend kommt hinzu, dass in diesem Bereich auch die SMA20 im Daily notiert und damit ein zusätzliches Brett darstellt. Selbst wenn es der EUR schaffen sollte, sich über die 1,0920/30 zu schieben, muss er sich zunächst über diesem Level etablieren. Sollte dies auch gelingen, so wartet dann die SMA200 (aktuell bei 1,1000). Diese Durchschnittslinie war in der Vergangenheit immer eine Linie wo es häufig nicht weiter ging und sich Rücksetzer einstellt haben. Somit interpretieren wir die Perspektiven auf der Oberseite aktuell als nicht besonders groß.

Rücksetzer könnten sich bis in den Bereich der SMA20 einstellen. Kann sich der EUR hier nicht stabilisieren und erholen, könnten sich weitere Rücksetzer bis in den Bereich der 1,0780/70 und dann bis zum Jahrestief einstellen.

Fazit: Der EUR könnte noch etwas Erholungspotential haben, allerdings warten im Bereich der 1,0920/30 bzw. bei 1,1000 harte Widerstände. Sollte es unter die SMA20 gehen, so wären Abgaben bis in den Bereich der 1,0780/70 bzw. bis zum Jahrestief gehen.

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Der EUR könnte zunächst versuchen, sich im Bereich der 1,0850 zu halten und zu etablieren. Sollte dies gelingen, so könnte er versuchen, unsere nächsten Anlaufziele bei 1,1059/61, bei 1,0872/74, bei 1,0881/83, bei 1,0889/91 und dann bei 1,0900/02 zu erreichen. Kann er sich über die 1,0900/02 schieben, so könnten sich weitere Erholungsbewegungen einstellen, die unsere Anlaufziele bei 1,0909/11, bei 1,0917/19 und dann bei 1,0922/24 bzw. bei 1,0927/29 erreichen könnten. Kann sich der EUR bis in den Bereich der 1,0922/29 schieben, so ist denkbar, dass es hier zunächst nicht weiter geht. Vorstellbar ist auch, dass sich das Währungspaar hier müde laufen könnte, eventuell ist die Aufwärtsbewegung hier auch beendet. Wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es direkt weiter an unsere nächsten Anlaufziele bei 1,0935/37, bei 1,0947/49, bei 1,0955/57, bei 1,0963/65, bei 1,0974/76, bei 1,0984/86 und dann bei 1,0992/94 bzw. bei 1,1000/02 gehen.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,0850 halten, so könnten die Rücksetzer unsere Anlaufziele bei 1,0841/39 und dann bei 1,0832/30 bzw. bei 1,0828/26 erreichen. Setzt der EUR bis an die 1,0832/26 zurück, so könnten sich hier Stabilisierungen und Erholungen einstellen. Gelingen diese nicht, bzw. wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es auch direkt weiter abwärts gehen. Unsere Anlaufziele wären die 1,0820/18, die 1,0808/06, die 1,0798/96, die 1,0788/86, die 1,0778/76 und dann die 1,0773/71. Unter der 1,0773/71 wären unsere nächsten Anlaufziele bei 1,0764/62, bei 1,0751/49, bei 1,07443/41, bei 1,0730/28, bei 1,0722/20, bei 1,0709/07 und dann bei 1,0701/1,0699 zu finden.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts / abwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 09.04.2020: EUR – EZB-Sitzungsprotokoll
  • 10.04.2020: USA/EUR – Karfreitag
  • 13.04.2020: EUR – Ostermontag
  • 15.04.2020: USA – Einzelhandelsumsätze

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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.