EURUSD Analyse: Corona-Infektionen erreichen neue Höchststände

Oktober 07, 2020 13:10
  • EUR/USD Analyse mit Set-ups und Wochenausblick - für aktive Forex-Trader

Nach wie vor sind die USA im Bann der Corona Pandemie. Nachdem es jetzt den amtierenden US-Präsidenten getroffen hat, wird deutlich, dass die Pandemie alle Bereiche der Bevölkerung erfasst hat und sich immer weiter ausdehnt. In allen Teilen der Welt, werden neue Höchststände vermeldet und die Angst vor weiteren Lockdowns nimmt dadurch zu.

esentlich für die US-Regierung ist, dass sie den Eindruck der Normalität vermittelt. Alles im Griff, alles unter Kontrolle. Ein Impfstoff kurz vor der Zulassung und schon Ende des Jahres könnte es mit dem wirtschaftlichen Aufschwung weitergehen - so die Direktive. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten, die nächsten Wochen bis zum Wahltermin am 03.11.2020 wird es weiter anspruchsvoll bleiben.

In den nächsten zwei Wochen müssen sich Briten und die EU auf ein Austrittsabkommen einigen, ansonsten droht ein harter Brexit, den eigentlich keiner will. Da es in den vergangenen Jahren immer wieder Verschiebungen in Bezug auf dem Brexit gegeben hat, gehen Beobachter davon aus, dass es beim 31.12.2020 bleiben wird und es keinen weiteren Aufschub gibt. Zu diesem Termin werden die Briten mit oder ohne Abkommen aus der EU ausscheiden. Dies wird auch die EU treffen, somit ist denkbar, dass der EUR zum Jahresende hin wieder etwas an Wert verlieren könnte.

EURUSD-Rückblick (30.09.2020 - 06.10.2020)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1732 und damit 44 Pips über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar gab am Mittwoch der letzten Handelswoche zunächst nach, konnte sich aber im Bereich der 1,1685 stabilisieren und wieder über die 1,1700 laufen und sich dort etablieren. Am Donnerstag setzte sich die Erholung noch etwas weiter fort, bevor es im Rahmen des Frühhandel zu Freitag zu weiteren Abgaben gekommen ist. Im Zuge dessen ging es wieder an die 1,1700, der EUR schaffte es aber noch rechtzeitig wieder zu drehen und nach Norden zu laufen. Der Wochenschluss wurde mit 1,1716 festgestellt. Zu Wochenbeginn stellten sich freundliche Notierungen ein, die das Währungspaar knapp an die 1,1800 und am Dienstag sogar über dieses Level brachten. Der EUR schaffte es aber im Nachgang dessen nicht, sich auch über diesem Level festzusetzen. Im späteren Handel am Dienstag kam es dann zu einem deutlichen Abverkauf, der den EUR zurück in den Bereich der 1,1750/30 brachte.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt über dem Level der Vorperiode, das Tief ebenfalls. Damit hat sich der EUR in den letzten Handelstagen etwas erholen können. Der Wochenschluss lag ebenfalls über dem Niveau des letzten Betrachtungszeitraum. Die Range betrug 123 Pips und lag damit knapp unter dem Niveau der Vorperiode aber auch unter dem Jahresdurchschnitt.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,1801/03 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 1,1810/12 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde nicht ganz erreicht, das Setup hat damit nicht optimal gegriffen. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1689/87 knapp unter unser nächstes Anlaufziel bei 1,1683/81. Wir hatten aber in diesem Bereich mit einer übergeordneten Erholung gerechnet, die sich auch so eingestellt hat.

  • Hoch*: 1,1808 Vorperiode: 1,1745
  • Tief*: 1,1685 Vorperiode: 1,1612
  • Wochenschluss: 1,1716 (1,1630)
  • Range*: 123 Pips Vorperiode: 133 Pips

* Betrachtungszeitraum 30.09.2020 – 06.10.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,1792....1,1813/46/63/77....1,1915/43....1,2095.....1,2180...1,2272
  • Euro-US: 1,1735/30.....1,1632.....1,1572/18.....1,1410.....1,1330/24.....1,1132.....1,1090/51

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • I-Day-Marke 1,1792 und 1,1572
  • Tagesschlussmarken 1,1902 und 1,1484
  • Boxbereich 1,2555 bis 1,0504
  • Range 1,3479 bis 0,9631

um EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im Weekly:

Der EUR ist in den letzten Handelswochen nicht wirklich weitergekommen, das ist im Wochenchart sehr deutlich zu erkennen. Erst in den letzten beiden Handelswochen hat sich eine deutlichere Erholung eingestellt. Diese hat den EUR über die 1,1730/50 geschoben und ihn auch darüber etabliert. Solange der EUR über diesem Niveau notiert, hat er die Chance theoretisch weiter zu steigen. Übergeordneter Anlaufbereich könnten die 1,1960 sein. Erst wenn der EUR einen Wochenschluss über der 1,1960 formatiert und in der Folgewoche bestätigt, wären weitere Erholungsbewegungen in den Bereich der 1,2500 vorstellbar.

Übergeordnet ist das Chartbild nach wie vor bullisch zu interpretieren. Rücksetzer könnte den EUR an die SMA20 (aktuell bei 1,1567) bzw. an die SMA200 (aktuell bei 1,1383) gehen, ohne dass der übergeordnete Aufwärtstrend in Frage gestellt werden muss. Erst darunter würde sich das Chartbild deutlich eintrüben.

Daily:

Im Daily kann man sehen, warum sich der EUR in den letzten Handelswochen so schwer getan hat. Er ist praktisch seit Wochen an der SMA20 (aktuell bei 1,1762) hängen geblieben. Zu Beginn dieser Handelswoche ging es dann über dieses Level an die SMA50 (aktuell bei 1,1801). Der EUR ist aber zunächst an dieser Linie abgeprallt und erneut unter die SMA20 gefallen. Vorstellbar ist, dass es in den kommenden Handelstagen noch einige Male an die SMA50 gehen könnte. Erst wenn es der EUR schafft die SMA50 zu überwinden und sich auch darüber zu etablieren (zwei grüne Tageskerzen hintereinander), wäre der Weg nach Norden frei und das Ziel bei 1,1960 theoretisch erreichbar. Rücksetzer könnten bis in den Bereich der 1,1750/30 gehen. Ein Tagesschluss unter diesem Level würde das Chartbild eintrüben, insbesondere wenn dieser am Folgetag bestätigt wird.

H-Chart:

Der EUR konnte sich zu Wochenbeginn wieder über die SMA20 (aktuell bei 1,1748) schieben und auch etablieren, gestern am Abend ging es wieder dynamisch unter diese Linie. Der EUR ist bereits einige Male an die SMA200 (aktuell bei 1,1798) gelaufen, konnte dieses Level aber nicht überschreiten. Sollte es der EUR schaffen, sich über die SMA200 zu schieben und zu etablieren, würde sich damit auch weiteres Aufwärtspotential definieren. Um das zu realisieren, muss es natürlich zunächst einmal über die SMA20 gehen.

Da aber im Bereich der SMA200 auch auf Tagesbasis ein wichtiger Widerstand liegt ist es nicht gesagt, dass es der EUR schafft sich so ohne weiteres über dieses Level zu schieben. Wahrscheinlich wird es dieses Niveau nur mit Dynamik und mit Momentum überwinden können. Sollte dies aber gelingen, würde sich das Chartbild aufhellen und die beschriebenen Ziele wären theoretisch möglich.

Rücksetzer könnten sich bis in den Bereich der 1,1750/30 einstellen. Darunter könnte noch der Bereich bei 1,1680/70 ein Haltepunkt sein.

Fazit: der übergeordnete Aufwärtstrend auf Wochenbasis ist nach wie vor in Takt. Auf kurzfristiger Zeitebene hat sich das Chartbild zu Wochenbeginn etwas aufgehellt. Es kommt jetzt darauf an, dass der EUR den Bereich bei 1,1795/1,1805 überwindet sich auch darüber etabliert. Dann könnte es weiter in Richtung des Jahreshochs gehen. Geht es wieder unter die SMA20 im Tageschart, könnten sich erneute Abgaben bis an die 1,1750/30 bzw. bis an die 1,1680/70 einstellen.

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario: 45 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario: 55 %

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Der EUR könnte zunächst versuchen unsere Anlaufziele bei 1,1752/54, bei 1,1760/62, bei 1,1772/74, bei 1,1781/83, bei 1,1792/94 bzw. bei 1,1797/99 und dann bei 1,1803/05 versuchen zu anzulaufen. Kann er sich bis an die 1,1797/05 schieben, so könnte es in diesem Bereich im Zweifel schwer werden weiter zu kommen. Eventuell ist die Aufwärtsbewegung in diesem Bereich auch beendet. Wird das Level aber mit Momentum angelaufen, so könnte es ohne weiteres direkt weiter an unsere nächsten Anlaufziele bei 1,1808/10, bzw. bei 1,1815/17 gehen. Über der 1,1810/17 wären die 1,1827/29, die 1,1840/42, die 1,1849/51, die 1,1855/57 und die 1,1863/65 unsere nächsten Anlaufziele. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, so könnte sich die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann die 1,1874/76, die 1,1885/87, die 1,1896/98 und dann die 1,1902/04 bzw. die 1,1909/11.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,1750 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst unsere Anlaufziele bei 1,1742/40, bei 1,1732/30 bzw. bei 1,1725/23 erreichen. Kommt es bei 1,1732/23 zu keinen Erholungen, bzw. werden die Levels mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte sich die Abwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären die 1,1717/15, die 1,1706/04, die 1,1698/96, die 1,1689/87, die 1,1683/81 und dann die 1,1677/75. Setzt der EUR bis in den Bereich der 1,1781/75 zurück, so hätte er auch in diesem Bereich vergleichsweise gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Gelingen diese aber nicht, so könnten sich die Abgaben weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele unter der 1,1677/75 wären die 1,1668/66, die 1,1657/55, die 1,1649/47 und dann die 1,1642/40. Rutscht das Währungspaar unter die 1,1642/40, so wären unsere nächsten Anlaufziele bei 1,1633/31, bei 1,1625/23, bei 1,1618/16, bei 1,1611/09, bei 1,1601/1,1599, bei 1,1591/89 und dann bei 1,1579/77 zu finden.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/abwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 08.10.2020: EUR – Geldpolitischer Begleittext der EZB
  • 13.10.2020: EUR – ZEW Konjunkturerwartung
  • 13.10.2020: USA – Verbraucherpreisindex
  • 14.10.2020: USA – Erzeugerpreisindex


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.