EURUSD Analyse: Inflation macht sich bemerkbar

April 21, 2021 13:00
  • EUR/USD Analyse & Wochenausblick 21.04.2021 mit Set-ups - für aktive Forex-Trader, Daytrading

Die Verbraucherpreise ziehen in Europa merklich an. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass die EZB bei ihrer nächsten Sitzung ihre Geldpolitik korrigieren wird. Analysten gehen davon aus, dass die Inflation mittelfristig bis auf 4% steigen könnte. Aber selbst dann erwarten wir nicht, dass es zu einer grundsätzlichen Änderung der Geldpolitik kommen wird.

Die Zentralbank hat angekündigt, dass sie die Inflation flexibel interpretieren wird. Sie erwartet, dass dies nur vorübergehende Effekte sein werden. Sollte dies aber nicht der Fall sein, so könnte es zu Zinssteigerungen kommen, die vor allem die Regierungen hochverschuldeter Länder vor große Herausforderungen stellen wird.

In den USA arbeitet die US-Administration geräuschlos an der Bekämpfung der Pandemie und dies durchaus erfolgreich. Zwar steigen auch in den USA die Inzidenzen, es sind aber deutlich mehr Menschen gegen das Virus geimpft worden als dies beispielsweise in Deutschland der Fall ist.

EURUSD-Rückblick (14.04.2021 - 20.04.2021)

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1964 und damit gut 90 Pips über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar konnte sich am Mittwoch leicht nach Norden schieben, wobei die Range mit 36 Pips überschaubar war. Der Donnerstag als auch der Freitag war von eine Seitwärtsbewegung geprägt. Der EUR konnte sich nicht wesentlich erholen, konnte sich aber immer wieder im Bereich der 1,1960/50 stabilisieren und erholen. Erst zu Wochenbeginn stellte sich etwas Dynamik und Bewegung ein. Das Währungspaar gab im Rahmen des Frühhandels am Montag zunächst unter die 1,1955 nach, konnte sich am frühen Morgen aber wieder über dieses Level schieben. Bereits am Morgen setzte dann Kaufdruck ein, der den EUR dynamisch und mit Momentum an und über die 1,2000 brachte. Es gelang dem EUR bis zum Dienstag an die 1,2080 zu laufen. Von hier aus setzten dann Gewinnmitnahmen ein, die das Währungspaar bis in den späten Handel wieder an die 1,2020 brachten.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt deutlich über dem Level der Vorperiode und über der 1,2000. Damit konnte sich der EUR erstmals seit Wochen wieder über die 1,2000 schieben. Das Tief im Betrachtungszeitraum liegt ebenfalls über dem Niveau der Vorperiode und über dem Bereich der 1,1950/55. Die Range war mit 229 Pips in den letzten fünf Handelstagen sehr hoch.

Wir hatten auf der Oberseite damit gerechnet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,2072/74 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 1,2080/82 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde perfekt getroffen, das Setup hat damit sehr gut gegriffen. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1959/57 ebenfalls exakt an unser nächstes Anlaufziel bei 1,1953/51. Auch hier hat das Setup perfekt gepasst.

  • Hoch*: 1,2080                    Vorperiode: 1,1956
  • Tief*:   1,1951                    Vorperiode: 1,1861
  • Wochenschluss: 1,1981        Vorwoche:  1,1897
  • Range*: 229 Pips                Vorperiode: 95 Pips

* Betrachtungszeitraum 14.04.2021 - 20.04.2021 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,2042/70...1,2125.....1,2262/79/89......1,2333/73.....1,2433
  • Euro-US: 1,1955....1,1881/30.....1,1791/48/07......1,1687/43.....1,1581/66....1,1467

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • I-Day-Marke                          1,2017  und  1,1851
  • Tagesschlussmarken               1,2138  und  1,1791
  • Boxbereich                            1,2555  bis   1,0504
  • Range                                   1,3479  bis   0,9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im Weekly:

Der EUR konnte sich vor gut drei Handelswoche von der SMA50 (aktuell bei 1,1779) abstoßen und nach Norden laufen. Im Zuge dessen hat er zu Beginn dieser Handelswoche den Bereich bei 1,1955 überwinden können. Es ging am Dienstag bis an und über die SMA20 (aktuell bei 1,2045). Mit dem Move zu Wochenbeginn hat sich das Chartbild auf Wochenbasis wieder aufgehellt.

Der EUR hat die SMA20 erreicht, er muss sich jetzt noch, auf Wochenschlussbasis, über diese Durchschnittslinie schieben und etablieren. Sollte das gelingen, könnte es übergeordnet bis an das Jahreshoch gehen. Voraussetzung ist aber, dass er sich über der SMA20 auf Wochenbasis etabliert.

Gelingt das nicht, so könnte es wieder in Richtung der 1,1955 und dann weiter abwärts bis an die SMA50 gehen.

Chartbild Weekly: neutral

Daily:

Auch auf Tagesbasis ist zu erkennen, wie schwer sich der EUR mit der 1,1950/55 tut. Da die SMA50 (aktuell bei 1,1959) knapp über diesem Level verläuft, hat der EUR einige Tage gebracht, diesen Bereich zu überschreiten. Um weitere Perspektive auf der Oberseite zu haben, muss der EUR auf Tagesschlussbasis über der SMA50 bleiben. Bärisch wäre es, wenn es wieder unter die SMA50 bzw. unter die 1,1955 gehen würde. Im Chart ist erkennbar, dass es Ende Februar schon einmal einen Ausbruch über die SMA50 gegeben hat, dieser war aber ein Fehlausbruch, der deutlichere Rücksetzer nach sich gezogen hat.

Sollte sich der EUR über der SMA50 etablieren können, kann es, wie im Weekly schon konstatiert, übergeordnet bis an das Jahreshoch gehen. Geht es wieder unter die SMA50 bzw. die 1,1955/50 könnten sich weitere Abgaben einstellen, die zunächst bis an die SMA200 (aktuell bei 1,1915) und dann weiter an die SMA20 (aktuell bei 1,1877) gehen könnten.

Chartbild Daily: neutral

4H-Chart:

Im Chart ist gut erkennbar, dass der EUR den Ausbruch zu Wochenbeginn mit Dynamik und mit Momentum geschafft hat. Es ging im Zuge dieser Aufwärtsbewegung bis an die 1,2080. Solange sich der EUR über der SMA20 (aktuell bei 1,2015) halten kann, hat er die Perspektive weiter zu steigen.

Rücksetzer könnten somit bis an die SMA20 gehen. Rutscht der EUR unter die SMA20, könnten sich weitere Rücksetzer bis an die SMA50 (aktuell bei 1,1965) bzw. bis an die 1,1955/50 einstellen. Darunter würde sich das Chartbild wieder eintrüben. Weitere Rücksetzer könnten sich dann bis an die SMA200 (aktuell bei 1,1885) einstellen.

Chartbild 4h Chart: bullisch

Fazit: der EUR hat seine Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen können und hat sich zu Wochenbeginn eine gute Ausgangssituation geschaffen. Solange er sich über der 1,2000 halten kann, hat er die Perspektive weiter zu steigen. Wesentlich ist aber ein Wochenschluss über der 1,2045. Das könnte ein Hinweis auf weitere Kursgewinne sein. Eintrüben würde sich das Chartbild mit einem Tagesschluss unter der 1,1950 mit einer Bestätigung am Folgetag.

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario: 60 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario: 40 %

 

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EURUSD Tages-Updates, jeden Morgen gegen 09 Uhr frisch und aktuell

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EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Kann sich der EUR über der 1,2020 behaupten, so könnte er versuchen unsere nächsten Anlaufziele bei 1,2033/35, bei 1,2041/43, bei 1,2049/51 und dann bei 1,2054/56 zu erreichen. Vorstellbar ist, dass es im Bereich der 1,2043/54 zunächst schwer werden könnte weiter aufwärts zu laufen. Kann sich der EUR über dieses Level schieben, so wären unsere nächsten Anlaufziele die 1,2064/66, die 1,2072/74, die 1,2080/82, die 1,2089/91 und dann die 1,2101/03. Über der 1,2101/03 könnte der EUR dann unsere Anlaufmarken bei 1,2111/13, bei 1,2119/21, bei 1,2130/32, bei 1,2141/43, bei 1,2149/51 und dann bei 1,2160/62 erreichen.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,2020 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst unsere nächsten Anlaufziele bei 1,2012/10, bei 1,2001/1,1999, bei 1,1989/87, bei 1,1978/76, bei 1,1970/68 und dann bei 1,1961/59 bzw. bei 1,1954/52 erreichen. Setzt der EUR bis in den Bereich der 1,1961/52 zurück, so hätte er in diesem Bereich gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Gelingen diese nicht, bzw. wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es weiter abwärts gehen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,1946/44, bei 1,1938/36, bei 1,1929/27, bei 1,1921/19, bei 1,1913/11, bei 1,1905/03 und dann bei 1,1897/95 zu finden. Unter der 1,1897/95 wären die 1,1891/89, die 1,1884/82, die 1,1875/73 und dann die 1,1867/65 unsere nächsten Anlaufziele.

Erwartete Wochenrange auf Basis unseres Setups

1,2049 (1,2113) bis 1,1961 (1,1927)

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/aufwärts

 

 

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 22.04.2021: EUR – Zinsentscheid EZB
  • 23.04.2021: EUR – Einkaufsmanagerindex DE
  • 26.04.2021: EUR – ifo Geschäftsklimaindex DE
  • 28.04.2021: USA – Fed Zinsentscheid

 

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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.