EURUSD Analyse: Hoffnung auf Impfstoff beflügeln Märkte

Dezember 02, 2020 12:00
  • EUR/USD Analyse & Wochenausblick 02.12.2020 mit Set-ups - für aktive Forex-Trader

Die Aktienmärkte haben in dieser Woche von der Hoffnung profitiert, dass der Impfstoff gegen das Corona Virus schon zeitnah zur Verfügung stehen könnte. Die Bevölkerung kann dann im 1. Quartal geimpft werden. Die Details und die Zeitfenster sind aber noch nicht klar. Es wird auch darauf ankommen, dass sich möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen lassen. Nur das wird zu einer Normalisierung des öffentlichen Lebens führen.

Wir gehen davon aus, dass es im kommenden Jahr dann auch Diskussionen geben wird, wie die Schulden von 400 Mrd. EUR, die durch die Corona Krise verursacht wurden, zurückgezahlt werden. Da wir 2021 die Bundestagswahl haben werden, wird es eine Entscheidung über Steuererhöhungen oder einen Corona Zuschlag erst Ende 2021 geben. Wir sehen es als sicher an, dass zumindest Teile der Schulden über höhere Steuern finanziert werden, auch wenn die Entscheidung erst 2022 umgesetzt wird.

Eigentlich sollte die Einigung zum Brexit schon lange zur Abstimmung vorliegen, aber noch wird offensichtlich verhandelt. Das ist insgesamt als ein gutes Zeichen zu werten, allerdings gibt es noch einige Hürden zu überwinden. Zum einen müssen alle EU-Staaten dem Brexit Vertrag zustimmen, zum anderen aber, und das ist die große Unsicherheit, müssen dies auch die Briten tun. Ob sich das alles noch fristgerecht bis Jahresende umsetzen lässt kann man nur hoffen.

EURUSD-Rückblick (25.11.2020 - 01.12.2020)

Der EURO zum USD bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1897 und damit gut 20 Pips über dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Das Währungspaar formatierte bereits am Mittwoch das Tief im Betrachtungszeitraum. Von hier aus ging es bis Donnerstag Morgen zunächst sukzessive aufwärts. Am Donnerstag wurden aber die Gewinne der letzten 24 Stunden egalisiert. Der EUR lief allerdings nicht mehr das Tief von Mittwoch an. Es ging am Freitag zunächst in einer engen Box seitwärts, zum Wochenschluss aber dann vergleichsweise dynamisch aufwärts. Zu Wochenbeginn setzte sich dann Kaufdruck durch. Der EUR stieg in kleineren Impulsen immer weiter an. Es ging im Zuge dessen bis an die 1,2000, die erreicht, aber nicht nennenswert überschritten wurden. Nachdem im späteren Handel der gesamte Tagesgewinn abverkauft wurde und der EUR sich erst im Bereich der 1,1931 stabilisieren konnte, ging es bereits im Frühhandel zu Dienstag wieder aufwärts. Der EUR konnte sich dann im weiteren Handelsverlauf dynamisch über die 1,2000 schieben und dort auch etablieren. Es ging im Hoch bis an die 1,2075.

Das Hoch im Betrachtungszeitraum liegt deutlich über der 1,2000 und über dem Level der Vorperiode. Der EUR hat mit dem Move am Dienstag ein neues Jahreshoch formatiert und notiert damit so hoch wie zuletzt vor seit 30 Monaten. Das Tief im Betrachtungszeitraum wurde ebenfalls deutlich über dem Level der Vorperiode formatiert. Der Wochenschluss lag ebenfalls deutlich über dem Niveau der Vorwoche. Die Range mit 193 Pips war deutlich größer als in der Vorwoche. Die erwartete Wochenrange wurde auf der Oberseite fast vollständig ausgeschöpft.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten der 1,2017/19 weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 1,2025/27 laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das maximale Anlaufziel wurde erreicht und deutlich überschritten, das Setup hat damit nicht gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1891/89 nicht ganz an unser nächstes Anlaufziel bei 1,1880/78. Diese Marke wurde knapp verpasst.

  • Hoch*: 1,2075 Vorperiode: 1,1906
  • Tief*: 1,1882 Vorperiode: 1,1800
  • Wochenschluss: 1,1962 Vorwoche: 1,1855
  • Range*: 193 Pips Vorperiode: 106 Pips

* Betrachtungszeitraum 25.11.2020 – 01.12.2020 - Handelszeiten zwischen 08:00-22:00 Uhr

EURUSD: Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-WS: 1,2079.....1,2183...1,2259....1.2373....1.2433
  • Euro-US: 1,1880/52/24......1,791/34/15....1,1643....1,1581/66.....1,1467/13

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • Intraday-Marke 1,1992 und 1,1837
  • Tagesschlussmarken 1,2106 und 1,1739
  • Boxbereich 1,2555 bis 1,0504
  • Range 1,3479 bis 0,9631

Zum EURUSD in den kommenden fünf Handelstagen:

Chartcheck - Betrachtung im Weekly:


Der EUR hat sich mittlerweile über der SMA20 (aktuell bei 1,1817) etabliert. Es ging in den letzten Handelswochen und -monaten immer mal wieder an diese Durchschnittslinie, die aber auf Wochenbasis gehalten hat. Somit ist der übergeordnete Aufwärtstrend nach wie vor in Takt. Der EURUSD hat die Chance weiter zu steigen.

Solange der EUR über der SMA20 notiert, kann er theoretisch jederzeit weiter aufwärts gehen. Ein Anlaufziel könnte der Bereich bei 1,2150 und dann übergeordnet der Bereich bei 1,2550 sein. Rücksetzer könnten bis an die SMA20 gehen. Kommt es im Bereich dieser Linie nicht zu einer Erholung, bzw. wird sie deutlich unterschritten und auch ein Wochenschluss unter diesem Level formatiert, könnten sich die Abgaben weiter fortsetzen. Anlaufziel könnte dann die SMA200 (aktuell bei 1,1434) sein.

Daily:

Im Daily hat sich das Chartbild in der letzten Handelswoche weiter aufgehellt. Der EUR konnte sich mit Momentum über die SMA50 (aktuell bei 1,1792) und über die SMA20 (aktuell bei 1,1881) schieben und etablieren. Es ging Mitte November zwar noch einmal an die beiden Linien, der EUR konnte sich aber exakt an den beiden Durchschnittslinien erholen und wieder in Richtung Norden laufen. Somit ist auch das Daily als bullisch zu interpretieren.

Solange der EUR über diesen beiden Durchschnittslinien notiert, solange könnte es weiter aufwärts gehen. Der EUR konnte sich in zu Wochenbeginn über die 1,2000 schieben und hat sich mittlerweile auch über diesem Level etabliert. Damit könnten die genannten Ziele im Daily übergeordnet erreicht werden.

Rücksetzer haben das Potential bis an die SMA20/50 zu gehen. Selbst wenn die Linien unterschritten werden sollte, würde dies nicht unbedingt und notwendigerweise auf weitere Abgaben hindeuten. Wesentlich ist, dass es der EUR schafft, einen Tagesschluss über der SMA20 zu formatieren. Eintrüben würde sich das Chartbild aber erst mit einem Tagesschluss unter der SMA50 mit einer Bestätigung am Folgetag.

4H-Chart:

Der EUR hat sich in den letzten Handelstagen immer im Dunstkreis der SMA20 (aktuell bei 1,1986) bzw. der SMA50 (aktuell bei 1,1925) gehalten. Gestern gelang der Ausbruch nach Norden, der einen dynamischen Charakter hatte. Der EUR hat damit gute Perspektiven die 1,2100 zu erreichen und auch zu überschreiten. Übergeordnet könnte es in den kommenden Handelswochen auch in Richtung des Ziels 1,2550/60 gehen. Solange der EUR über der SMA20 notiert, solange wären diese Ziele erreichbar.

Rücksetzer könnten sich zunächst an die SMA20 gehen. Eintrüben würde sich das Chartbild, wenn der EUR unter die SMA50 rutscht und sich auch darunter etabliert. Dann könnte es auch übergeordnet bis an die SMA200 (aktuell bei 1,1824) gehen. Spätestens im Bereich der SMA200 sollten sich bei Rücksetzern, die diesen Bereich anlaufen, stabilisieren und erholen.

Fazit: die übergeordneten Chartbilder sind bullisch zu interpretieren. Der EURUSD hat damit die Chance weiter zu steigen. Anlaufziele könnten jetzt die 1,2150 sein. Solange der EUR über der SMA20 im 4h Chart notiert, solange wären neue Jahreshochs denkbar. Eintrüben würde sich das Chartbild mit einem Tagesschluss unter der 1,1790.

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario: 70 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario: 30 %

Erwartete Wochenrange EURUSD auf Basis unseres Setups:

  • 1,20 (1,2018) bis 1,1852 (1,1791)

EURUSD-Setups in den kommenden fünf Handelstagen:

Long-Setup: Kann sich der EUR über der 1,2080 behaupten, so könnte er versuchen unsere Anlaufziele bei 1,2087/89, bei 1,2099/1,2101, bei 1,2110/12, bei 1,2119/21 und dann bei 1,2128/30 zu erreichen. Geht es über die 1,2128/30, so wären unsere nächsten Anlaufziele bei 1,2135/37, bei 1,2144/46, bei 1,2152/54, bei 1,2159/61 und dann bei 1,2170/72 zu finden. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, so könnte sich die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann die 1,2182/84, die 1,2193/95, die 1,2202/04, die 1,2211/13 und dann die 1,2220/22.

Short-Setup: Kann sich der EUR nicht über der 1,2080 halten, so könnten die Rücksetzer zunächst unsere Anlaufziele bei 1,2069/67, bei 1,2058/56, bei 1,2045/43, bei 1,2035/33 und dann bei 1,2027/25 erreichen. Kommt es hier zu keinen Erholungen, so könnte sich die Abwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 1,2018/16, bei 1,2010/08, bei 1,1999/97, bei 1,1990/88 und dann bei 1,1985/83 zu finden. Unter der 1,1985/83 wären unsere nächsten Anlaufziele die 1,1978/76, die 1,1970/68, die 1,1961/59, die 1,1950/48, die 1,1939/37, die 1,1930/28 und dann die 1,1925/23.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/aufwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 03.12.2020: USA – Erstanträge Arbeitslosenhilfe
  • 04.12.2020: USA – Non-farm Payrolls
  • 08.12.2020: EUR – ZEW Konjunkturerwartung
  • 09.12.2020: USA – JOLTs Stellenangebote


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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.