Margin im Trading: Bedeutung, Berechnung und Margin Call
Die Margin im Trading ist eine Sicherheitsleistung, die Sie hinterlegen müssen, um eine gehebelte Position zu eröffnen und aufrechtzuerhalten. Sie entspricht nur einem bestimmten Anteil des gesamten Positionswerts und ist keine Gebühr. Wie hoch die erforderliche Margin ausfällt, hängt unter anderem von der Positionsgröße, dem gehandelten Finanzinstrument und dem verfügbaren Hebel ab. Wer mit Margin handelt, sollte außerdem Begriffe wie Margin Level, freie Margin und Margin Call verstehen, da Verluste bei gehebelten Produkten verstärkt werden können.

Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Konsultieren Sie einen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.
In diesem Guide erfahren Sie, was Margin im Trading bedeutet, wie Margin Trading funktioniert und wie Sie die Margin berechnen. Außerdem erklären wir anhand konkreter Beispiele den Zusammenhang zwischen Margin und Hebel und zeigen, was mit Margin Level, freier Margin, Margin Call und Stop Out gemeint ist.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Margin im Trading?
- Wie funktioniert Margin Trading?
- Wie kann man die Margin berechnen?
- Was ist der Unterschied zwischen Margin und Hebel?
- Was bedeuten Margin Level, verwendete und freie Margin?
- Was ist ein Margin Call und wann kommt es zum Stop Out?
- Häufig gestellte Fragen zur Margin im Trading
Was ist Margin im Trading?
Die Margin im Trading bezeichnet den Teil Ihres Kapitals, den Sie als Sicherheitsleistung für das Eröffnen und Halten einer gehebelten Position benötigen. Statt den vollständigen Nominalwert einer Position aufzubringen, wird lediglich ein bestimmter Prozentsatz davon als Margin gebunden.
Ein einfaches Beispiel: Möchten Sie eine Position mit einem Nominalwert von 10.000 EUR eröffnen und beträgt die Marginanforderung 5 %, werden 500 EUR Margin benötigt:
- 10.000 EUR × 5 % = 500 EUR Margin
Die Margin ist dabei weder eine Gebühr noch eine Transaktionskostenposition. Sie wird vielmehr während der offenen Position als Sicherheitsleistung auf dem Handelskonto gebunden. Wie hoch sie ausfällt, hängt von der jeweiligen Marginanforderung ab.
Warum wird beim Trading eine Margin benötigt?
Margin und Hebelwirkung hängen unmittelbar zusammen. Ein Hebel ermöglicht es, eine Position zu kontrollieren, deren Nominalwert höher als das dafür eingesetzte Kapital ist. Je niedriger die erforderliche Margin für eine bestimmte Position ausfällt, desto höher ist entsprechend der damit verbundene Hebel.
Wer beispielsweise bei einer Marginanforderung von 5 % handelt, benötigt für eine Position von 10.000 EUR eine Margin von 500 EUR. Dies entspricht rechnerisch einem Hebel von 1:20.
Wichtig ist jedoch: Gewinne und Verluste werden anhand der gesamten Position und nicht lediglich anhand der hinterlegten Margin bestimmt. Die Hebelwirkung kann deshalb sowohl positive als auch negative Kursbewegungen in Relation zum eingesetzten Kapital verstärken.
Mehr darüber, wie dieser Mechanismus funktioniert, erfahren Sie im Admirals Guide zum Trading mit Hebelwirkung.
Dieser Zusammenhang ist auch aus regulatorischer Sicht relevant. Abhängig von der jeweiligen Admirals Gesellschaft und dem anwendbaren regulatorischen Rahmen gelten für CFD-Privatkunden Schutzmaßnahmen wie Hebelbegrenzungen, Margin-Close-out-Regeln und der Schutz vor einem negativen Kontostand.
Margin Trading Beispiel
Die grundlegende Funktionsweise lässt sich mit einem einfachen Vergleich verdeutlichen:
Je geringer die Marginanforderung ist, desto weniger Kapital muss für denselben Positionswert hinterlegt werden. Gleichzeitig steigt mit einem höheren Hebel die Bedeutung eines angemessenen Risikomanagements.
Wie viel Margin für eine konkrete Position benötigt wird, hängt vom jeweiligen Finanzinstrument und den geltenden Handelsbedingungen ab. Im nächsten Abschnitt sehen wir uns deshalb zunächst genauer an, wie Margin Trading in der Praxis funktioniert.
Wie funktioniert Margin Trading?
Beim Margin Trading wird nur ein Teil des gesamten Positionswerts als Sicherheitsleistung hinterlegt. Die Margin entspricht dabei nur einem bestimmten Anteil des Nominalwerts der Position. Das Verhältnis zwischen Positionswert und erforderlicher Margin wird durch den jeweiligen Hebel bestimmt. Dadurch können Trader mit vergleichsweise wenig gebundenem Kapital eine größere Marktposition eingehen. Gleichzeitig verstärkt die Hebelwirkung sowohl mögliche Gewinne als auch mögliche Verluste.
Vereinfacht läuft der Prozess in vier Schritten ab:
- Sie wählen ein Finanzinstrument und die gewünschte Positionsgröße.
- Auf Basis der geltenden Marginanforderung wird berechnet, wie viel Kapital für die Position benötigt wird.
- Dieser Betrag wird als verwendete Margin auf dem Handelskonto gebunden.
- Solange die Position geöffnet bleibt, wirken sich Kursbewegungen auf das Eigenkapital und damit auch auf die noch verfügbare Margin aus.
Bei einer Position von 10.000 EUR und einer Marginanforderung von 5 % müssten beispielsweise 500 EUR als Margin hinterlegt werden. Der gesamte Positionswert bleibt jedoch 10.000 EUR. Deshalb können bereits kleinere Kursbewegungen einen vergleichsweise starken Einfluss auf das eingesetzte Kapital haben.
Welche Rolle spielt die freie Margin?
Nicht das gesamte Kapital auf einem Handelskonto ist automatisch als Margin gebunden. Der Teil des Eigenkapitals, der nach Abzug der verwendeten Margin noch verfügbar ist, wird als freie Margin bezeichnet.
Sie dient unter anderem als finanzieller Puffer für laufende Verluste und kann - sofern die jeweiligen Marginanforderungen erfüllt werden - für weitere Positionen zur Verfügung stehen.
Sinkt das Eigenkapital durch Verluste aus offenen Positionen, reduziert sich auch die freie Margin. Wird der verfügbare Puffer zunehmend kleiner, gewinnt das sogenannte Margin Level an Bedeutung. Darauf gehen wir weiter unten noch genauer ein.
Beim Handel mit gehebelten Produkten sollte deshalb nicht ausschließlich darauf geachtet werden, ob genügend Margin zur Eröffnung einer Position vorhanden ist. Entscheidend ist auch, wie sich ungünstige Marktbewegungen auf das gesamte Konto auswirken können.
Mehr dazu erfahren Sie im Admirals Ratgeber zum Risikomanagement im Trading.
Wie kann man die Margin berechnen?
Wer verstehen möchte, wie viel Kapital für eine Position gebunden wird, sollte die Margin berechnen können. Dafür werden vor allem der Nominalwert der Position und die jeweilige Marginanforderung benötigt.
Die grundlegende Formel lautet:
- Margin = Positionswert × Marginanforderung
Beträgt der Positionswert beispielsweise 20.000 EUR und liegt die Marginanforderung bei 5 %, ergibt sich:
- 20.000 EUR × 5 % = 1.000 EUR Margin
Für die Position müssen somit 1.000 EUR als Margin hinterlegt werden.
Ist stattdessen der Hebel bekannt, kann die erforderliche Margin vereinfacht auch folgendermaßen berechnet werden:
- Margin = Positionswert / Hebel
Bei einem Positionswert von 20.000 EUR und einem Hebel von 1:20 ergibt sich ebenfalls:
- 20.000 EUR / 20 = 1.000 EUR Margin
Margin berechnen - Beispiel mit unterschiedlichen Hebeln
Die Tabelle zeigt den direkten Zusammenhang zwischen Margin und Hebel: Je höher der Hebel bei gleichem Positionswert ausfällt, desto geringer ist die erforderliche Margin.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein höherer Hebel automatisch vorteilhaft ist. Die Gewinne und Verluste beziehen sich weiterhin auf den gesamten Positionswert. Ein höherer Hebel kann deshalb auch dazu führen, dass Verluste gemessen am eingesetzten Kapital schneller an Bedeutung gewinnen.
Die tatsächlich geltenden Marginanforderungen können sich je nach Finanzinstrument, Kontotyp und regulatorischen Vorgaben unterscheiden. Prüfen Sie deshalb vor dem Eröffnen einer Position stets die aktuellen Handelsbedingungen des jeweiligen Instruments.
Was ist der Unterschied zwischen Margin und Hebel?
Margin und Hebel beschreiben zwei eng miteinander verbundene Aspekte einer gehebelten Position. Die Margin gibt an, wie viel Kapital als Sicherheitsleistung benötigt wird. Der Hebel beschreibt dagegen das Verhältnis zwischen dem eingesetzten Kapital und dem gesamten Positionswert.
Ein Beispiel:
Bei einem Positionswert von 10.000 EUR und einem Hebel von 1:20 beträgt die erforderliche Margin 500 EUR beziehungsweise 5 % des Positionswerts.
Je höher der verfügbare Hebel, desto geringer ist bei ansonsten gleichen Bedingungen die erforderliche Margin. Gleichzeitig steigt jedoch die Wirkung von Kursbewegungen auf das eingesetzte Kapital. Ein höherer Hebel bedeutet daher nicht automatisch ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis.
Wer den Mechanismus genauer verstehen möchte, findet weitere Informationen im Admirals Artikel zum Trading mit Hebelwirkung.
Was bedeuten Margin Level, verwendete und freie Margin?
Neben der erforderlichen Margin für eine einzelne Position sind beim Margin Trading drei weitere Begriffe wichtig: verwendete Margin, freie Margin und Margin Level.
Verwendete Margin
Die verwendete Margin ist der Gesamtbetrag, der aktuell als Sicherheitsleistung für offene Positionen gebunden ist.
Freie Margin
Die freie Margin bezeichnet vereinfacht den Teil des Eigenkapitals, der nicht durch offene Positionen gebunden ist.
Freie Margin = Eigenkapital - verwendete Margin
Sie kann als Puffer für Verluste aus offenen Positionen dienen und - sofern die jeweiligen Anforderungen erfüllt sind - für weitere Positionen zur Verfügung stehen.
Margin Level berechnen
Das Margin Level zeigt das Verhältnis zwischen dem aktuellen Eigenkapital und der verwendeten Margin in Prozent:
- Margin Level = Eigenkapital / verwendete Margin × 100
Ein Beispiel: Beträgt das Eigenkapital 2.000 EUR und die verwendete Margin 500 EUR, ergibt sich:
- 2.000 EUR / 500 EUR × 100 = 400 % Margin Level
Sinkt das Eigenkapital aufgrund von Verlusten aus offenen Positionen, fällt entsprechend auch das Margin Level. Je niedriger dieses Verhältnis wird, desto kleiner ist der verbleibende Puffer auf dem Handelskonto.
Wird ein bestimmtes Niveau unterschritten, können je nach geltenden Handelsbedingungen ein Margin Call oder letztlich ein Stop Out relevant werden. Was diese beiden Begriffe bedeuten, erklären wir im nächsten Abschnitt.
Was ist ein Margin Call und wann kommt es zum Stop Out?
Ein Margin Call tritt auf, wenn das verfügbare Eigenkapital beziehungsweise das Margin Level so weit sinkt, dass die geltenden Marginanforderungen nicht mehr ausreichend erfüllt werden. Ursache dafür sind in der Regel Verluste aus offenen Positionen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Margin Call und Stop Out. Ein Margin Call bezeichnet grundsätzlich den Punkt, an dem die Margin-Situation kritisch wird. Beim Stop Out beginnt die Handelsplattform dagegen, Positionen automatisch zu schließen, wenn das festgelegte Stop-Out-Level erreicht wird.
Dadurch soll verhindert werden, dass sich Verluste aus offenen gehebelten Positionen unkontrolliert weiter ausweiten. Die konkreten Schwellenwerte hängen von den jeweiligen Handelsbedingungen und dem Kontotyp ab.
Weitere Informationen finden Sie im Admirals Ratgeber zum Stop Out Level im Trading.
Abhängig von der jeweiligen Admirals Gesellschaft und dem anwendbaren regulatorischen Rahmen gelten für CFD-Privatkunden Schutzmaßnahmen wie Margin-Close-out-Regeln und der Schutz vor einem negativen Kontostand. Dennoch bleiben CFDs aufgrund der Hebelwirkung komplexe und risikoreiche Finanzinstrumente.
Wie lässt sich das Margin-Risiko begrenzen?
Beim Trading mit Margin sollte nicht nur die Mindestanforderung zur Eröffnung einer Position berücksichtigt werden. Ebenso wichtig ist ein ausreichender Kapitalpuffer für mögliche Marktbewegungen.
Zu den grundlegenden Maßnahmen des Risikomanagements gehören:
- angemessene Positionsgrößen
- Überwachung von freier Margin und Margin Level
- Begrenzung der eingesetzten Hebelwirkung
- Einsatz von Stop-Loss-Orders, sofern sie zur gewählten Strategie passen
- Vermeidung einer zu hohen Gesamtbelastung des Kontos durch mehrere offene Positionen
Ein Stop-Loss kann mögliche Verluste begrenzen, garantiert jedoch insbesondere bei schnellen Marktbewegungen oder Kurslücken nicht, dass eine Position exakt zum gewünschten Preis geschlossen wird.
Wenn Sie die Funktionsweise von Margin zunächst ohne Einsatz von echtem Kapital kennenlernen möchten, können Sie diese in einem Demokonto unter realitätsnahen Marktbedingungen testen.
Häufig gestellte Fragen zur Margin im Trading
Was bedeutet Margin beim Trading?
Die Margin ist eine Sicherheitsleistung, die für das Eröffnen und Halten einer gehebelten Position benötigt wird. Sie entspricht nur einem Teil des gesamten Positionswerts und wird während der offenen Position auf dem Handelskonto gebunden.
Ist Margin eine Gebühr?
Nein. Die Margin ist grundsätzlich keine Gebühr oder Transaktionskostenposition. Sie stellt Kapital dar, das als Sicherheitsleistung für eine offene gehebelte Position gebunden wird.
Was ist freie Margin?
Die freie Margin ist der Teil des Eigenkapitals, der nicht als Margin für offene Positionen gebunden ist. Vereinfacht lässt sie sich als Eigenkapital minus verwendete Margin berechnen.
Wie berechnet man das Margin Level?
Das Margin Level wird mit folgender Formel berechnet:
- Margin Level = Eigenkapital / verwendete Margin × 100
Je niedriger das Margin Level fällt, desto geringer ist der verfügbare Puffer des Handelskontos.
Was passiert, wenn die Margin nicht ausreicht?
Sinkt das Margin Level unter bestimmte Schwellenwerte, können weitere Positionen möglicherweise nicht mehr eröffnet werden. Wird das festgelegte Stop-Out-Level erreicht, kann die Handelsplattform offene Positionen automatisch schließen.
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