DAX Analyse: Die bärische Grundstimmung

Oktober 10, 2021 18:00

Die Volatilität an den Märkten hat in den letzten Wochen wieder zugenommen und historisch gesehen ist der Oktober ein schwieriger Börsenmonat. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit der bärischen Grundstimmung im DAX höher ein.

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DAX Rückblick: (04.0192021 - 08.10.2021)

Der DAX ging am Montagmorgen bei 15.142 Punkten in den vorbörslichen Handel. Der Index notierte damit 540 Punkte unter der ersten vorbörslichen Notierung am Montagmorgen der Vorwoche und 98 Punkte unter dem Wochenschluss am Freitagabend der Vorwoche. Am Montag konnte sich der Index zunächst etwas erholen, kam aber nicht an die 15.200 Punkte heran. Im späteren Handel kam es dann zu einem dynamischeren Rücksetzer, der bis knapp an die 15.000 Punkte lief. Zwar konnte sich der Index stabilisieren, die Erholung setzte aber erst am Dienstagnachmittag ein. Aber auch diese Erholungsbewegung ging nicht in den Bereich der 15.200 Punkte. Bereits im Rahmen des Frühhandels am Mittwoch gaben die Notierungen nach. Diese verstärkten sich mit Aufnahme des Xetra-Handels - der DAX40 wurde bis zur 14.811 Punkte-Marke durchgereicht. Erst hier gelangen die Stabilisierungen und die sukzessive Erholung, die bis Donnerstagabend anhielt. Im Zuge dessen konnte sich der Index bis in den Bereich der 15.260 Punkte erholen. Der Freitag war von abwartendem Handel geprägt. Der Index schwankte nur in einer Range von 88 Punkten.

Das Wochenhoch liegt deutlich unter dem Level der Vorwoche, das Wochentief ebenso. Der DAX hat jetzt in zwei Wochen hintereinander ein Wochentief unter der 15.000 Punkte-Marke ausgebildet. Obwohl das Wochentief deutlich unter diesem Level lag, hat der Index es geschafft, sich wieder in den Bereich der 15.200 Punkte zurückzuschieben. Aber auch in dieser Handelswoche wurde wieder ein kleiner Verlust ausgewiesen. Die Range war kleiner als in der Vorwoche, sie lag aber über dem Jahresdurchschnitt.

Wir hatten auf der Oberseite mit dem Überschreiten der 15.260/62 Punkte-Marke erwartet, dass der DAX weiter an unser nächstes Anlaufziel bei 15.271/73 Punkten laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde nicht ganz erreicht, das Setup hat damit nicht optimal gegriffen. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 14.954/52 Punkte Marke deutlich unter unser maximales Anlaufziel auf der Unterseite bei 14.939/37 Punkten.

DAX - Wie könnte es weitergehen:

DAX Widerstände

  • 15.227/54/79
  • 15.323/37/62/81/94
  • 15.447
  • 15.561
  • 15.633

DAX Unterstützungen

  • 15.190/68/42/37/06
  • 15.070/59/20/03
  • 14.971/48/32
  • 14.888

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres DAX40 Setups:

  • Intraday-Marke                                15.334  und  15.069
  • Tagesschlussmarken                     15.593  und  14.776
  • Break1  Bull (WochenSchluss)                 (13.979)
  • Break2  Bull (MonatsSchluss)                 (12.803)
  • Boxbereich                                  16.230  bis  6.669
  • Zyklische Bewegungen 2020 – 2033
  • Range                                         17.127  bis  1.778

DAX Chartcheck - Betrachtung im Daily / 4h Chart:

DAILY

Im Tageschart ist erkennbar, dass der DAX40 in den letzten Handelstagen mehrmals an und unter die SMA200 (aktuell bei 15.059 Punkten) gelaufen ist, es aber immer geschafft hat, keinen Tagesschluss unter dieser Durchschnittslinie zu formatieren. Auf der anderen Seite haben die Entlastungsbewegungen nicht die SMA20 (aktuell bei 15.394 Punkten) erreicht. Wir interpretieren die Kursmuster aktuell so, dass es durchaus möglich ist, dass die SMA200 in den kommenden Handelstagen erneut und auch nachhaltiger unterschritten werden könnte.

Die Bären würden ein Ausrufungszeichen setzen, wenn es ihnen gelingen würde, einen Tagesschluss unter der SMA200 zu formatieren. Würde dieser am Folgetag bestätigt werden, könnte dies ein Hinweis auf weitere Abgaben sein.

Solange sich der DAX aber über der SMA200 halten kann, hat er die theoretische Möglichkeit weiter in Richtung der SMA20 und dann bis an die SMA50 (aktuell bei 15.633 Punkten) zu laufen. Bullisch aufhellen würde sich das Chartbild aber erst dann, wenn es den Bullen gelingt einen Tagesschluss über dieser Durchschnittslinie zu formatieren.

  • Einordnung langfristiges Chartbild (Daily), Prognose: bärisch

4h Chart

Der DAX40 im Wochenverlauf zunächst unter die SMA20 (aktuell bei 15.142 Punkten) gefallen, hat es aber geschafft, sich erneut über diese Linie zu schieben und weiter in Richtung der SMA50 (aktuell bei 15.190 Punkten) zu laufen. Am Donnerstag ging es über diese Linie, die Bullen habe es aber am Freitag nicht geschafft, diesen Vorteil zu nutzen. Ganz im Gegenteil - sie hatten den ganzen Freitag damit zu tun gehabt, den Index über der SMA50 zu halten.

Damit sind für die neue Handelswoche diese Szenarien denkbar. Schaffen es die Bullen den DAX über der SMA50 zu halten und auch zu etablieren, so könnte es zu weiteren Erholungsbewegungen kommen, die übergeordnet bis in den Bereich der SMA200 (aktuell bei 15.561 Punkten) gehen könnten. Im Chart ist erkennbar, dass die SMA200 alles andere als leicht zu überwinden ist. Vorstellbar ist, dass eine Aufwärtsbewegung spätestens in diesem Bereich beendet sein könnte.

Geht es wieder unter die SMA50, so könnten sich weitere Abgaben bis in den Bereich der SMA20 einstellen. Rutscht der DAX40 unter diese Linie könnte es auch wieder schnell an die SMA200 und dann weiter bis zum Wochentief der Vorwoche gehen.

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  • Einordnung kurzfristiges Chartbild (4h), Prognose: bärisch

Fazit: der DAX muss sich über der SMA50 etablieren. Gelingt dies, so könnte es weiter aufwärts bis übergeordnet in den Bereich der 15.550/630 Punkte gehen. Geht es wieder unter die SMA20, so könnte das Tief der Vorwoche erneut angelaufen und im Zweifel auch unterschritten werden.

  • Wahrscheinlichkeit Bull Szenario auf Basis unseres Setups:     40 %
  • Wahrscheinlichkeit Bear Szenario auf Basis unseres Setups:    60 %

DAX Rahmenbedingungen:

Die Volatilität an den Märkten hat in den letzten Handelswochen wieder zugenommen. Nachdem der DAX sich über lange Monate hinweg in einer Box befunden hat, ist er nunmehr mehrmals an die 15.000 Punkte gelaufen und in dieser Handelswoche auch deutlicher darunter abgetaucht. Bisher haben die Bullen es immer wieder geschafft, den Index über dieses Level zurückzuschieben. Der Monat Oktober ist traditionell ein schwieriger Monat. Die beiden großen Crashs in der Geschichte haben jeweils im Oktober stattgefunden. Im Oktober 1987 fiel der Dow Jones um über 22 %, was bezogen auf den heutigen Stand des Index einen Verlust von gut 7.700 Punkten bedeuten würde. Mittlerweile sind eine ganze Reihe von Sicherheitsmechanismen eingezogen worden, die verhindern sollen, dass es zu einem Sell-Off und zu einem großen Crash kommt. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass der nächste Crash signifikant werden könnte. Es mehreren sich zunehmend mehr Stimmen, die genau vor so einem Ereignis warnen. Das Problem ist, dass es insbesondere in den USA einen steigenden Anteil an kreditfinanzierten Aktienkäufen gibt. Das ist auch ein Grund, warum die Börsen in den letzten Jahren hausiert haben. Fallen die Notierungen nachhaltig, würde es zu Margin Calls kommen, was das Angebot weiter erhöhen könnte, wenn diesen Calls nicht entsprochen wird.

Die US-Arbeitsmarktdaten sind am Freitag sind schwach ausgefallen. Die Zahl der neu geschaffenen Jobs lag deutlich unter den Erwartungen, allerdings ist die US-Arbeitslosigkeit unter die 5% Marke gerutscht. Wichtig wird es sein, wie die US-Verbraucherpreise und der Einzelhandelsumsatz für September ausfallen werden. Liegen die über den Erwartungen, bzw. enttäuschen diese, so dürfte sich zusätzlicher Druck auf die FED aufbauen.

Die Schuldengrenze der USA wurde kurz vor knapp angehoben, allerdings nur bis Anfang Dezember. Die Zeit bis dahin soll genutzt werden, um die beiden großen Projekte der US-Administration in beiden Kammern mehrheitsfähig zu machen. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.

DAX Trading Setups
Einschätzung für die neue DAX Handelswoche:

Long Setups: Die Bullen könnten zunächst versuchen, den DAX40 über der 15.190 Punkte-Marke zu etablieren. Sollte das gelingen, so könnte es weiter aufwärts gehen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 15.205/07, bei 15.211/13, bei 15.222/24, bei 15.236/38, bei 15.248/50 und dann bei 15.262/64 Punkten zu finden. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, so könnte sich die Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Unsere Anlaufziele wären dann bei 15.271/73, bei 15.280/82, bei 15.292/94, bei 15.303/05, bei 15.311/13, bei 15.317/19, bei 15.332/34, bei 15.344/46, bei 15.363/65, bei 15.381/83, bzw. bei 15.391/93 Punkten zu finden. Über der 15.391/93 Punkte-Marke wären die 15.410/12, die 15.422/24, die 15.430/32, die 15.444/46, die 15.455/57, die 15.467/69, die 15.479/81, die 15.494/96, die 15.502/04, die 15.511/13, die 15.521/23 und dann die 15.529/31 Punkte unsere nächsten Anlaufziele.

Short Setups: Kann sich der DAX40 nicht über der 15.190 Punkte halten, so könnten sich Abgaben einstellen, die unsere Anlaufziele bei 15.180/78, bei 15.167/65, bei 15.150/48, bei 15.140/38 Punkten erreichen könnten. Kann sich der DAX nicht im Bereich der 15.150/38 Punkte stabilisieren und erholen, bzw. wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es auch direkt weiter abwärts an unsere Anlaufziele bei 15.123/21, bei 15.110/08 und dann bei 15.098/96, bei 15.082/80, bei 15.066/64, bei 15.051/49, bei 15.038/36, bei 15.023/21, bei 15.010/08, bei 14.995/93, bei 14.980/78, bei 14.968/66, bei 14.954/52 und dann bei 14.939/37 Punkten zu gehen. Unter der 14.939/37 Punkte-Marke wären die 14.925/23, die 14.918/16, die 14.906/04, die 14.892/90, die 15.878/76, die 15.867/65, die 14.854/52, die 14.840/38, die 14.824/22, die 14.812/10, die 15.800/798, die 14.779/77 und dann die 14.765/63 Punkte unsere nächsten Anlaufziele.

Übergeordnete erwartete Tendenz in der KW 41 / 2021:

  • seitwärts / abwärts

 

Handelsoptionen des DAX40 Cash Indizes mit CFD in beide Marktrichtungen

Geht man von steigenden Kursen beim DAX aus, kann der risikobewusste Trader eine BUY-Position aufgeben. Geht man von fallenden Kursen aus, tätigt man eine SELL-Order. Wenn die Handelsstrategie aufgeht und der Händler auf der richtigen Marktseite ist, können in beiden Richtungen des Marktes Tradinggewinne erzielt werden. Geht die Handelsstrategie nicht auf, macht der Trader Verluste. Der Hebel bis zu 1:20 mit dem DAX40 CFD multipliziert dabei die möglichen Gewinne oder Verluste. 

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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.