Was ist ein Swap im Trading? Definition, Beispiele & Swap-Kosten

Ein Swap kann Verschiedenes bedeuten: In der Finanzwelt steht der Begriff für ein Swapgeschäft – also den Tausch von Zahlungsströmen, etwa bei Zins- oder Währungsswaps. Eine ausführliche englische Definition finden Sie hier – Rollover (Swap), wo die Funktionsweise von Swaps im internationalen Finanzmarkt erklärt wird.

Im Trading dagegen beschreibt der Swap eine Übernacht-Gebühr (Swap-Gebühr), die beim Halten von Positionen über Nacht entsteht. Diese Gebühr kann positiv oder negativ sein, abhängig von Richtung, Markt und Zinsdifferenz. 
 

Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Bildungszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Konsultieren Sie einen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.

 

In diesem Artikel erfahren Sie:

  • was ein Swap im Trading-Kontext bedeutet,
  • wie Swap-Kosten berechnet werden,
  • und wie Sie Swap-Gebühren kontrollieren oder minimieren können.

Was ist ein Swap im Trading?  

Ein Swap, häufig auch Overnight-Swap genannt, ist die tägliche Zinsanpassung oder Finanzierungskosten-Gutschrift, die anfällt, wenn eine CFD- oder Forex-Position über Nacht gehalten wird.

Die Höhe dieser Anpassung hängt von der Zinsdifferenz der gehandelten Währungen, der Liquidität des Marktes und dem jeweiligen Swap-Satz ab. Aktuelle Referenzzinssätze finden Sie direkt bei der Europäischen Zentralbank, die regelmäßig die Leitzinsen für den Euroraum veröffentlicht.

In volatilen Phasen kann sich der Swap erhöhen oder verringern – er spiegelt also die laufenden Marktbedingungen wider.

Der Swap-Markt ist damit ein Mechanismus, über den Broker Finanzierungskosten ausgleichen und Händler Transparenz über ihre Haltekosten erhalten. 
  
Kurz gesagt: Der Swap ist kein einmaliger Aufschlag, sondern eine tägliche Kosten- oder Ertragskomponente, die beim langfristigen Trading entscheidend ist.

Unterschied zwischen Swap-Geschäften und Swap-Kosten im Trading  

Ein Swapgeschäft im klassischen Finanzwesen beschreibt den Tausch von Zahlungsströmen – zum Beispiel Zins- oder Währungs-Swaps zwischen Banken. 
Im Trading-Alltag meint der Begriff dagegen die Swap-Kosten, also die Übernacht-Finanzierungskosten für gehaltene CFD- oder Forex-Positionen. 
Diese Gebühren entstehen, weil beim Margin Trading Kapital geliehen wird, um größere Positionen zu bewegen.

Der Broker erhebt dafür den Swap-Satz, der sich aus Zinsdifferenzen, Marktbedingungen und Kontotyp zusammensetzt.

Für Trader bedeutet das: Bei der Broker-Auswahl sollten neben Spreads auch die Swap-Gebühren berücksichtigt werden, da sie das Ergebnis langfristig spürbar beeinflussen können.

Ein moderates Swap-Risiko und transparente Konditionen sind entscheidende Qualitätsmerkmale eines seriösen Swap-Brokers.

So beeinflussen Swap-Kosten Ihr Trading-Ergebnis

Swap-Kosten können über Zeit einen deutlichen Einfluss auf Ihr Handelsergebnis haben – besonders, wenn Positionen mehrere Tage oder Wochen offen bleiben.

Jede Nacht erfolgt eine Zinsanpassung gemäß dem aktuellen Swap-Satz. Diese kann zu einer Gutschrift (positiver Swap) oder zu einer Belastung (negativer Swap) führen.

Drei-Tage-Swap als besonderer Mechanismus

Um das Wochenende auszugleichen, wird an einem bestimmten Wochentag (meist Mittwoch) der sogenannte Drei-Tage-Swap berechnet. 
Er deckt die Finanzierungskosten für Freitag bis Sonntag ab.

Gerade bei größeren Positionen kann dieser Effekt sichtbar ins Gewicht fallen, weshalb professionelle Trader Swap-Spitzen im Voraus einplanen.

Beispiel: Berechnung des Swap-Satzes

Zur Veranschaulichung nehmen wir eine EUR/USD-Position über 1 Lot (100 000 Einheiten): 

Parameter  Beispielwert  Berechnung  Ergebnis 
Swap-Satz Long  – 5,0 Punkte  1 Lot * 10 USD/Pip * (–5,0 Punkte / 10 000)  – 5,00 USD pro Nacht 
Swap-Satz Short  + 2,0 Punkte  1 Lot * 10 USD/Pip * ( 2,0 / 10 000 )  + 2,00 USD pro Nacht 

Hinweis: Beispielhafte Berechnung des Swap-Satzes im Forex-Trading (EUR/USD). 
 
Diese Werte sind vereinfachte Beispiele. Die tatsächliche Swaprate variiert nach Markt, Hebel und Kontotyp. Aktuelle Daten finden Sie in den Kontraktspezifikationen oder über den Handelsrechner.

Praxisbedeutung für Trader

  • Swing- und Positions-Trader sollten Swap-Gebühren regelmäßig prüfen, da sie langfristig Gewinne mindern können.
  • Scalper oder Day-Trader vermeiden den Effekt oft vollständig, weil sie Positionen vor Tagesende schließen.
  • Mit Swap-Arbitrage-Ansätzen oder Hedging-Strategien lassen sich Kosten teilweise neutralisieren – allerdings mit entsprechendem Marktrisiko.

Wichtig

Die Swap-Kosten sind keine versteckten Gebühren, sondern ein normaler Bestandteil des Finanzierungssystems im CFD- und Forex-Handel. Ein bewusster Umgang damit hilft, Ihre Tradingresultate realistisch einzuschätzen und zu optimieren, ohne das Risikoprofil zu unterschätzen.

Swap-Gebühren im Überblick: Was Trader beachten sollten  

Swap-Gebühren können sich je nach Broker, Marktbedingungen und Zinsumfeld deutlich unterscheiden. Während einige Anbieter feste Swap-Sätze verwenden, passen andere diese täglich an die aktuellen Referenzzinsen und die Liquidität an.

Für Trader bedeutet das: Die tatsächlichen Finanzierungskosten können je nach Handelsinstrument, Kontotyp und Haltedauer variieren.

Ein genauer Blick auf diese Unterschiede hilft, das eigene Kostenprofil besser zu verstehen. Besonders wichtig ist, wie oft die Swap-Werte aktualisiert werden und ob sie transparent im Kundenportal oder in den Kontraktspezifikationen einsehbar sind. Auch der sogenannte Drei-Tage-Swap – meist mittwochs – sollte bei der Planung berücksichtigt werden, da er das Wochenende abdeckt.

Ein transparenter Broker informiert regelmäßig über seine aktuellen Swap-Sätze und ermöglicht es, diese vor jedem Trade einzusehen.

Prüfen Sie Ihre individuellen Swap-Raten direkt im Admiral Markets Handelsrechner, um mögliche Finanzierungskosten im Voraus zu berechnen und Ihre Strategie entsprechend anzupassen.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

  • Swap-Spread: kleiner Spread = geringere Gesamtkosten
  • Aktualisierungshäufigkeit: tägliche Anpassung signalisiert Markttransparenz
  • Kontotyp & Hebel: beeinflussen den individuellen Swap-Satz
  • Regulierung & Transparenz: geprüfte Anbieter mit klarer Gebührenstruktur bevorzugen

Strategien, um Swap-Kosten zu senken

Swap-Kosten lassen sich nicht vollständig vermeiden – aber gezielt reduzieren. Die folgenden Strategien helfen, den Finanzierungseffekt zu steuern und Ihr Kapital effizienter einzusetzen.

Strategien zur Swap-Reduzierung

  • Swap-Arbitrage: Positionen in gegensätzlicher Richtung kombinieren, um positive und negative Swaps auszugleichen.
  • Swingtrading: Kürzere Haltedauer – Positionen werden nur wenige Tage geführt, wodurch weniger Nächte berechnet werden.
  • Swap-Hedging: Eine Long- und eine Short-Position in verwandten Instrumenten halten, um Zinsdifferenzen abzufedern.
  • Instrumentwahl: Manche Index-CFDs oder Futures-ähnliche Produkte haben geringere oder keine Swap-Gebühr.
  • Kontotyp prüfen: Swap-freie Konten können für bestimmte Strategien eine Alternative sein.

Beispiel für mögliche Ersparnis

Angenommen, eine Long-Position verursacht – 5 USD pro Nacht.

Wer die Haltedauer von 10 auf 5 Tage verkürzt, spart ≈ 25 USD an Kosten pro 1 Lot.

Bei wiederkehrenden Trades summiert sich dies erheblich.

Tipp: Nutzen Sie den Admiral Markets Handelsrechner, um den Swap-Einfluss schon vor Ordereröffnung zu prüfen und Ihre Strategie entsprechend anzupassen.

Swap-freies Trading für Muslime: Sharia-konforme Konten erklärt

Für Trader, die nach islamischen Grundsätzen handeln, bietet Admiral Markets spezielle Swap-freie Konten an. Bei diesen Konten fallen keine Übernacht-Gebühren (Swaps) an, da keine Zinskomponente berechnet wird.

Stattdessen können alternative Verwaltungsgebühren gelten, die transparent in den jeweiligen Kontobedingungen beschrieben sind. Damit ermöglicht Admiral Markets auch muslimischen Tradern den Handel mit Forex- und CFD-Instrumenten unter Sharia-konformen Bedingungen.

Fazit: Warum Swaps beim Trading wichtig sind

Swap-Kosten sind ein normaler Bestandteil des modernen CFD- und Forex-Handels.  Wer sie versteht und in seine Strategie einbezieht, kann Kosten besser kalkulieren und potenzielle Erträge realistisch planen.

Testen Sie die Auswirkungen verschiedener Haltedauern risikofrei im Demokonto und entwickeln Sie so ein Gefühl für den Einfluss von Swaps auf Ihre Ergebnisse.

FAQ – Häufige Fragen zu Swaps im Trading

 

Wann werden Swap-Gebühren berechnet?

Swaps werden einmal täglich nach Handelsschluss verbucht. Der genaue Zeitpunkt hängt vom jeweiligen Markt und Instrument ab. 

 

Kann ich positive Swaps erhalten?

Ja. Wenn Sie die höher verzinste Währung oder Position halten, kann der Swap zu einer Gutschrift führen. 

 

Werden Swaps am Wochenende berechnet?

Ja, in Form des Drei-Tage-Swaps, meist am Mittwoch. Er deckt Freitag bis Sonntag ab. 

 

Wie wirken sich Swaps auf verschiedene Handelsstile aus?

Day-Trader umgehen sie meist vollständig. Swing- und Positions-Trader sollten sie aktiv einkalkulieren, um das Ergebnis realistisch zu bewerten. 

 

INFORMATIONEN ZU ANALYTISCHEN MATERIALEN:

Die angegebenen Daten liefern zusätzliche Informationen zu allen Analysen, Schätzungen, Prognosen, Vorhersagen, Marktübersichten, wöchentlichen Ausblicken oder anderen ähnlichen Einschätzungen oder Informationen (im Folgenden „Analyse“), die auf den Websites der unter der Marke Admiral Markets tätigen Investmentfirmen (im Folgenden „Admiral Markets“) veröffentlicht werden. Bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen, achten Sie bitte besonders auf Folgendes:

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