DAX Analyse: Es bleibt stürmisch!

März 29, 2020 20:00
  • Aktuelle Analyse, Wochenausblick (30.03. - 03.04.) und Setups für den deutschen Leitindex DAX – Chartanalyse für aktive Trader

Rückblick: (23.03.2020 - 27.03.2020)

Der DAX ging am Montagmorgen der vergangenen Handelswoche bei 8.485 Punkten mit einem deutlichen GAP down in den vorbörslichen Handel. Der Index notierte damit 275 Punkte unter der ersten vorbörslichen Notierung der Vorwoche und 123 Punkte unter dem Wochenschluss am Freitag der Vorwoche. Der DAX formatierte gleich am Montagmorgen sein Wochentief und stieg von hier aus dynamisch an. Es ging im Zuge dessen bis über die 9.100 Punkte, wobei der Index das Niveau nicht halten konnte. Im Rahmen des Frühhandels ging es dann wieder deutlich unter die 9.000 Punkte-Marke. Am Dienstag setzten sich die freundlichen Notierungen fort, die den DAX am Mittwoch dann bis an die 10.138 Punkte brachten. Von hier aus kam es zunächst zu einem scharfen Rücksetzer, der bis zum späten Abend aber wieder zurückgekauft wurde. Nachdem es am Donnerstag zunächst in einer engen Box seitwärts ging, kam es am Nachmittag zu einer erneuten Bewegung über die 10.000 Punkte. Der DAX konnte sich aber nicht auf diesem Niveau halten - es ging am Freitag dann sukzessive abwärts. Der Index schaffte es aber, einen Wochenschluss über der 9.500 Punkte-Marke zu formatieren.

Damit hat der DAX nach fünf (!) Verlustwochen hintereinander erstmals wieder einen Gewinn ausweisen können. Eine derart lange Verluststrecke gab es zuletzt im Herbst 2018. Der Index hat damit einen kleinen Teil der Verluste der Vorwochen aufholen können. Der Wochenschluss liegt gut 80 Punkte unter dem Wochenschluss der KW 11/2020. Das Wochenhoch lag über dem Level der Vorwoche und über den 10.000 Punkten. Auch das Wochentief lag über dem Level der Vorwoche. Die Range war mit knapp 1.700 Punkten deutlich größer als in der Vorwoche. Sie lag auch über dem Jahresdurchschnitt.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der DAX mit dem Überschreiten der 9.538/40 Punkte Marke weiter bis maximal an die 9.556/58 Punkte laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde mehr als deutlich übertroffen, das Setup hat damit nicht gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 8.460/58 Punkte nicht ganz an unsere nächste Anlaufmarke bei 8.442/40. Hier haben 2 Punkte gefehlt, damit hat das Setup auf der Unterseite wesentlich besser gepasst.

DAX 2020 Statistik

Wochenhoch

Wochentief

Wochenschluss

Wochenergebnis

Wochenrange

01/2020

13.445

13.108

13.176

-125

337

02/2020

13.548

12.945

13.457

281

603

03/2020

13.557

13.361

13.537

80

196

04/2020

13.639

13.381

13.521

-16

258

05/2020

13.400

12.882

12.931

-590

518

06/2020

13.602

12.988

13.476

545

614

07/2020

13.788

13.446

13.752

276

342

08/2020

13.796

13.497

13.557

-195

299

09/2020

13.325

11.721

11.927

-1.630

1.604

10/2020

12.280

11.421

11.544

-383

859

11/2020

11.040

8.977

9.618

-1.926

2.063

12/2020

9.197

8.184

8.608

-1.010

1.013

13/2020

10.139

8.444

9.536

928

1.695

Durchschnittliche Range 2020

800

Gewinn- zu Verlustwochen

5 / 8

* Marken gelten für die Handelszeiten 08:00 - 22:00 Uhr

DAX - Wie könnte es weitergehen:

  • DAX-WS 9.632/80....9.764/92....9.856....9.907/65.....10.000/75......10.141....10.233
  • DAX-US: 9.538....9.436....9.395/03....9.270/25.....9.136....90.58....8.934....8.871....8.785

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres DAX Setups:

  • Intraday-Marke 9.681 und 9.395
  • Tagesschlussmarken 9.856 und 9.270
  • Break1 Bull (WochenSchluss) (12.674)
  • Break2 Bull (MonatsSchluss) (13.135)
  • Boxbereich 13.790 bis 6.669
  • Zyklische Bewegungen 2020 – 2033
  • Range 16.722 bis 1.778

DAX Chartcheck - Betrachtung im 4h Chart:

Der DAX hat sich in den letzten Handelstagen erholen können. Gleich zu Wochenbeginn ging es zunächst dynamisch über die SMA20 (aktuell bei 9.755 Punkten) und dann auch über die SMA50 (aktuell bei 9.105 Punkten). Damit hat der Index den Grundstein für eine deutlichere Erholung gelegt, die sich dann auch eingestellt hat. Am Freitag ging es aber wieder unter die SMA20, was das Chartbild insbesondere auf Wochenschlussbasis eingetrübt hat. Der DAX hat seine Erholung übrigens exakt bis in den Bereich der SMA20 im Daily (aktuell bei 10.038 Punkten) ausgedehnt, kam an dieser Linie aber dann nicht weiter. Da der Index nun unter der SMA20 im 4h Chart als auch im Daily notiert, spricht aktuell nicht für die Bullen.

Bullen Szenario: der DAX kann sich zu Wochenbeginn wieder über die SMA20 schieben und etablieren. Dann wäre Luft bis in den Bereich der 9.800/10.000 Punkte, was aktuell nicht sehr viel ist. Darum muss der DAX auf Tagesschlussbasis über die SMA20 im Daily kommen. Dieser Tagesschluss muss am Folgetag bestätigt werden. Dann hätte der DAX die Möglichkeit übergeordnet in den nächsten Wochen wieder bis in den Bereich der 11.500/12.000 Punkte zu laufen. Die Wahrscheinlichkeit auf unserer Interpretation der Kursmuster beläuft sich auf 30%.

Bären Szenario: der DAX schafft es nicht, sich über die SMA20 zu schieben und könnte weitere Rücksetzer ausbilden. Diese könnten zunächst bis in den Bereich der SMA50 gehen. Sollte es hier zu keinen Erholungen kommen, könnte es auch wieder unter die 9.000 Punkte gehen. Dann wäre das Jahrestief bzw. die 7.800 Punkte eine denkbare Anlaufmarke. Wahrscheinlichkeit auf unserer Interpretation der Kursmuster beläuft sich auf 70%.

Sicher ist nur eines: die extreme Volatilität an den Börsen bleibt uns erhalten, bis die Corona-Weltkrise vorüber ist. Wann dies ist, weiß niemand. Es bleibt also "stürmisch".

Fazit: Der DAX muss über die SMA20 im 4h Chart als auch im Daily. Sollte er es schaffen, sich über der 10.050 Punkte-Marke zu etablieren, so könnte es übergeordnet weiter in Richtung Norden gehen. Schafft er es nicht und bleibt er unter der SMA20 könnte es zunächst an die SMA50 gehen. Darunter würde das Jahrestief, bzw. die 7.800 Punkte denkbare Anlaufmarken sein.

  • Einschätzung kurzfristiges Chartbild: bärisch
  • Einschätzung übergeordnetes Chartbild: bärisch

DAX – Das große Bild:

Am Donnerstag wurden die wöchentlichen US-Arbeitsmarkten veröffentlicht. Diese fielen so schlecht aus wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Dennoch sind die Indizes nicht abgetaucht, sondern dynamisch gestiegen. Der Dow Jones gewann an diesem Tag über 10% hinzu. Hintergrund für diese Entwicklung war, dass der amtierende US-Finanzminister gesagt hat, dass die aktuelle Meldung nicht relevant ist, da die Daten aus einem Zeitraum herrühren, wo es noch keine staatlichen Maßnahmen gegeben hat. Bedeutet im Umkehrschluss: die nächsten Meldungen werden deutlich besser ausfallen, da die staatlichen Maßnahmen greifen werden. Die Anleger sind dieser Argumentation gefolgt, wobei man auch eine völlig andere Sichtweise dazu haben kann. In den USA sind die sozialen Sicherungssystem ganz anders als im Vergleich beispielsweise zu Deutschland. Bedingt durch den konsequenten Shutdown in vielen amerikanischen Großstätten kündigen viele Unternehmen, die ihre Geschäfte schließen müssen, den Mitarbeitenden direkt. Das wird kurzfristig zu einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA führen. Die US-Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden, könnten bereits einen Teil dieser Entlassungen widerspiegeln. Wir gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote deutlich ansteigen wird, wobei das tatsächliche Ausmaß erst mit der Meldung im Mai deutlich werden könnte.

Die deutsche Bundesregierung hat die ersten Vorona-bedingten Hilfspakete freigegeben. Es wird erwartet, dass sich viele kleine Unternehmen für die Gelder bewerben. Größere Unternehmen werden nach Überbrückungskrediten nachfragen. Die ersten Ketten haben aber bereits Insolvenz angemeldet. Andere Markenhersteller haben angekündigt, die Mieten für den April nicht zu zahlen. Gesetzlich kann der Vermieter für die nächsten beiden Monate bei Mietrückstand keine Kündigungen aussprechen. Die Entwicklung zeigt aber auf, dass die Bekämpfung des Virus das eine ist, die wirtschaftlichen Herausforderungen nach dem Virus das andere. Es wird in unseren Augen in den nächsten Monaten sehr herausfordern sein.

Setups / Einschätzung für die neue DAX Handelswoche:

Long Setups: Die Bullen könnten zunächst versuchen, den DAX über der 9.530 Punkte-Marke zu etablieren. Sollten sich die Bullen durchsetzen können, so könnte der Index im Nachgang versuchen, unsere Anlaufziele bei 9.555/57, bei 9.570/72, bei 9.591/93, bei 9.618/20, bei 9.635/37, bei 9.652/54, bei 9.678/80 und dann bei 9.699/9.701 Punkten erreichen. Kann er sich über die 9.699/701 Punkte schieben, so könnte er dann unsere Anlaufziele bei 9.722/24, bei 9.739/41, bei 9.750/52 Punkten erreichen. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, so könnte die Aufwärtsbewegung weitergehen und unsere Anlaufziele, bei 9.788/90, bei 9.808/10, bei 9.819/21, bei 9.836/38, bei 9.857/59, bei 9.878/80, bei 9.895/97, bei 9.909/11 und dann bei 9.923/25 Punkten erreichen. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, könnten sich weitere Erholungsbewegungen einstellen. Unsere Anlaufziele wären bei 9.942/44, bei 9.968/70, bei 9.982/84, bei 9.796/94, bei 10.007/09, bei 10.022/24 und dann bei 10.035/37 Punkten zu finden Kann sich der DAX bis an die 10.007/37 Punkte schieben, so könnte es in diesem Bereich schwer werden weiter zu kommen. Eventuell ist die Aufwärtsbewegung hier auch beendet. Kommt es aber zu keinen Rücksetzern, bzw. wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es direkt weiter zu unseren nächsten Anlaufmarken bei 10.047/49, bei 10.077/79, bei 10.092/94, bei 10.110/12, bei 10.123/25, bei 10.136/38, bei 10.149/51, bei 10.168/70, bei 10.184/86, bei 10.192/94 und dann bei 10.209/11 Punkten gehen. Über der 10.209/11 Punkte-Marke wären unsere nächsten Anlaufziele die 10.223/25, die 10.237/39, die 10.249/51, die 10.269/71, die 10.280/82, die 10.301/03, die 10.313/15, die 10.333/35 und dann die 10.348/50 bzw. die 10.367/69 Punkte.

Short Setups: Kann sich der DAX nicht über der 9.530 Punkte-Marke halten, so könnten Rücksetzer zunächst unsere Anlaufmarken bei 9.511/09, bei 9.485/83, bei 9.465/63, bei 9.448/46, bei 9.422/20, bei 9.404/02, bei 9.388/86 und dann bei 9.366/64 Punkten erreichen. Geht es unter die 9.366/64 Punkte wären unsere nächsten Anlaufziele die 9.347/45, die 9.330/28, die 9.313/11, die 9.298/96, die 9.278/76, die 9.260/58, die 9.233/31, die 9.215/13, die 9.199/97, die 9.175/73, die 9.161/59, die 9.140/38, die 9.122/20 und dann die 9.112/10 bzw. die 9.105/03 Punkte. Setzt der Index bis an die 9.122/05 Punkte zurück, so hätte er in diesem Bereich vergleichsweise gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Gelingen diese nicht, bzw. wird das Level mit Dynamik und Momentum angelaufen, so könnte es direkt weiter an unsere nächsten Anlaufziele bei 9.088/86, bei 9.065/63, bei 9.050/48, bei 9.027/25, bei 9.009/07, bei 8.990/88, bei 8.971/69, bei 8.945/43, bei 8.917/15, bei 8.896/94, bei 8.877/75 und dann bei 8.859/57 Punkten gehen. Geht es unter die 8.859/57 Punkte, wären unsere nächsten Anlaufziele die 8.823/21, die 8.797/95, die 8.770/68, die 8.748/46, die 8.727/25, die 8.709/07, die 8.685/83, die 8.665/63 und dann die 8.643/41 Punkte. Gelingen bei 8.643/41 Punkten keine Erholungen, so könnten sich weitere Abgaben einstellen, die unsere Anlaufziele bei 8.628/26, bei 8.615/13, bei 8.599/97, bei 8.575/73, bei 8.558/56, bei 8.537/35, bei 8.520/18, bei 8.499/697, bei 8.479/77, bei 8.460/58 und dann bei 8.442/40 Punkten erreichen könnten. Geht es unter die 8.442/40 Punkte, wären unsere nächsten Anlaufziele bei 8.427/25, bei 8.406/04, bei 8.389/87, bei 8.368/66, bei 8.349/47, bei 8.335/33, bei 8.319/17 und dann bei 8.301/8.299 Punkten zu finden. Kommt es hier zu keinen Erholungen, so könnten sich weitere Abgaben einstellen, die unsere Anlaufziele bei 8.281/79, bei 8.259/575, bei 8.239/37, bei 8.216/14, bei 8.195/93, bei 8.173/71, bei 8.160/58 und dann bei 8.145/43 Punkten erreichen könnten.

  • Übergeordnete erwartete Tendenz in der KW 14 / 2020: seitwärts / abwärts


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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.