DAX Analyse: Das Coronavirus drückt auf den DAX

Februar 23, 2020 19:00
  • Aktuelle Analyse, Wochenausblick (24.02. - 28.02.) und Setups für den deutschen Leitindex DAX – Chartanalyse für aktive Trader

DAX Rückblick:

Der DAX ging am Montagmorgen der vergangenen Handelswoche bei 13.796 Punkten in den vorbörslichen Handel. Der Index notierte damit 283 Punkte über der ersten vorbörslichen Notierung der Vorwoche und 44 Punkte über dem Wochenschluss am Freitag der Vorwoche. Der Index formatierte bereits am Montagmorgen sein Wochenhoch. Von hier aus ging es dann in einer engen Box von 44 Punkten seitwärts. Der DAX eröffnete den vorbörslichen Handel am Dienstag mit einem GAP down. Er setzte bis an die 13.654 Punkte zurück und wurde dann wieder von den Bullen in Richtung der 13.700 Punkte geschoben. Über dieser Marke bewegte sich der DAX dann am Mittwoch, ebenfalls in einer kleineren Range von nur 78 Punkten. Am Donnerstag startete der DAX freundlich, gab im Handelsverlauf dann aber nach. Es ging bis an die 13.647 Punkte, wo die Bullen erneut eingriffen und den Index zurück über die 13.700 Punkte schoben. Am Freitagmorgen gab der DAX zunächst deutlich nach und rutschte unter die 13.600 Punkte, schaffte es bis zum Nachmittag aber wieder fast an die 13.700 Punkte zu laufen. Dann kam es zu einem scharfen Abverkauf. Der Index gab im Zuge dessen bis unter die 13.500 Punkte nach, schaffte es aber einen Handelsschluss über der 13.500 Punkte-Marke zu formatieren.

Der deutsche Leitindex hat in dieser Handelswoche ein neues Allzeithoch formatiert. Er ist am Mittwoch bei 13.789 Punkten aus dem Xetra-Handel gegangen, so hoch wie noch nie in seiner Geschichte. Das Wochentief lag gut 50 Punkte über dem Niveau der Vorwoche. Durch den Rutsch am Freitagnachmittag hat der DAX doch ein größeres Wochenminus formatiert. Der vierte Wochenverlust in diesem Jahr. Nach zwei Gewinnwochen hintereinander wurde in dieser Woche ein Verlust formatiert. Die Range ist, trotz der deutlichen Abwärtsbewegung am Freitagnachmittag die zweitkleinste in diesem Jahr. Sie lag unter dem Level der Vorwoche und unter dem Jahresdurchschnitt. Stichtagsbezogen liegt der DAX immer noch gut 2.100 Punkte über dem Level des Vorjahres.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der DAX mit dem Überschreiten der 13.786/88 Punkte weiter an unsere nächste Anlaufmarke bei 13.795/97 Punkte laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde exakt getroffen, das Setup hat damit perfekt gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 13.505/03 Punkte nicht an unsere nächste Anlaufmarke bei 13.494/92 Punkten. Hier hat das Setup nicht gepasst.

     

DAX 2020 Statistik

   
 

Wochenhoch

Wochentief

Wochenschluss

Wochenergebnis

Wochenrange

           

01/2020

13.445

13.108

13.176

-125

337

02/2020

13.548

12.945

13.457

281

603

03/2020

13.557

13.361

13.537

80

196

04/2020

13.639

13.381

13.521

-16

258

05/2020

13.400

12.882

12.931

-590

518

06/2020

13.602

12.988

13.476

545

614

07/2020

13.788

13.446

13.752

276

342

08/2020

13.796

13.497

13.557

-195

299

           

Durchschnittliche Range 2020

   

396

           

Gewinn- zu Verlustwochen

   

4 / 4

 

* Marken gelten für die Handelszeiten 08:00 - 22:00 Uhr

DAX - Wie könnte es weitergehen:

  • DAX-WS 12.586....12.623/78/92....13.707/47/95....13.836/52/68
  • DAX-US: 13.474/30....13.398/71/21....13.256....13.185/63/05....13.047/38

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres DAX Setups:

  • Intraday-Marke 13.624 und 13.332
  • Tagesschlussmarken 13.751 und 13.210
  • Break1 Bull (WochenSchluss) (12.674)
  • Break2 Bull (MonatsSchluss) (13.135)
  • Boxbereich 13.790 bis 6.669
  • Zyklische Bewegungen 2020 – 2033
  • Range 16.722 bis 1.778

DAX Chartcheck - Betrachtung im 4h Chart:

Die Bullen haben bereits am Donnerstag Schwäche gezeigt. Der DAX ist am Nachmittag unter die SMA20 (aktuell bei 13.706 Punkten) gefallen und im Rahmen des Frühhandels zu Freitag auch unter die SMA50 (aktuell bei 13.720 Punkten). Er hat im Nachgang zwei rote Kerzen hintereinander unter dieser Linie ausgebildet. Der Rücksetzer am Freitag ist exakt an die SMA20 im Daily (aktuell bei 13.496 Punkten) gegangen. Das Chartbild hat sich in der zweiten Wochenhälfte etwas eingetrübt, die Bullen haben aber noch alle Chancen, ein neues All-time-high zu formatieren.

Dazu müssen so schnell wie möglich zurück an die SMA20/50. Da beide Linien aktuell nahe zusammenliegen, könnte es nicht ganz so einfach werden, über diese beiden Durchschnittslinien zu kommen. Denkbar ist, dass die Erholung bis in den Bereich der 13.700/20 Punkte gehen könnte. Die SMA20/50 könnten am einfachsten mit Dynamik und mit Momentum oder mit einem GAP up überwunden werden. Sollten die Bullen das schaffen und zwei grüne Kerzen hintereinander über der SMA 50 ausbilden, so könnte es in Richtung des Allzeithochs gehen.

Es spricht aber aktuell auch einiges für die Bären. Der Kaufdruck in der letzten Handelswoche war alles andere als bullisch. Normalerweise sollte ein Allzeithoch zusätzlichen Kaufdruck aufbauen, das hat aber völlig gefehlt. Der DAX ist mehrmals an der Aufwärtslinie gescheitert. Sollten die Bären es schaffen, den DAX unter die SMA20 (aktuell bei 13.476 Punkten) drücken und etablieren können, so könnte es übergeordnet bis an die 13.050/13.000, bzw. bis an die 12.900/880 Punkte gehen. Ein Tagesschluss unter der 13.330 Punkte-Marke wäre ein erster Hinweis darauf, dass die Bären sich durchsetzen könnten.
Finanzpsychologisch durchaus seltsame Zeiten aktuell. Der DAX ist am Allzeithoch, also am Beststand aller Zeiten, und dennoch ist die allgemeine Börsenstimmung seit langem neutral bis betrübt…

Fazit: Die Bullen haben die Chance das Blatt erneut zu drehen. Dazu müssen Sie den DAX wieder über die 13.720 Punkte bringen und dort etablieren. Dann wäre die Perspektive auf das Allzeithoch gegeben. Setzen sich die Bären durch, was mit einem Tagesschluss unter der 13.330 Punkte wahrscheinlicher wäre, könnte es übergeordnet bis an die 13.000/12.880 Punkte gehen.

  • Einschätzung kurzfristiges Chartbild: neutral
  • Einschätzung übergeordnetes Chartbild: bullisch

DAX – Das große Bild:

Thema in den letzten Handelstagen war erneut das Coronavirus, was offenbar immer mehr um sich greift. Nordkorea hat den Kampf gegen das Virus als nationale Aufgabe bezeichnet, ein Zeichen, dass es auch dort schon Krankheitsfälle gibt. Da dem Land viele medizinische Geräte fehlen, ist davon auszugehen, dass nicht einmal die Verdachtsfälle diagnostiziert werden können. Auch in Südkorea ist die Zahl der Krankheitsfälle sprunghaft angestiegen. Einzig in China verflacht die Kurve der Neuinfektionen, was aber eher daran liegt, dass die Zählweise geändert wurde. Auch wenn viel der Zensur unterliegt, kommen aus dem Land immer neue alarmierende Informationen, auch aus anderen Provinzen. Die WHO hat auch Alarm geschlagen und gesagt, dass sich das Zeitfenster für die Eindämmung des Virus langsam schließt. Zudem scheint es wohl so zu sein, dass die Inkubationszeit länger als 14 Tage ist. Menschen werden negativ auf den Virus getestet, die Krankheit bricht aber bei Ihnen aus.

Welchen Impact das Virus auf die Wirtschaft hat, wird sich erst langsam zeigen. Fakt ist, dass deutsche Unternehmen besonders betroffen sind. In China sind in den ersten beiden Wochen 92% weniger Autos verkauft worden wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insbesondere für VW ist der chinesische Markt ein Kernmarkt - somit ist der Konzern von China besonders abhängig, bzw. auch betroffen. Es wird von chinesischer Seite betont, dass das Minus im Jahresverlauf aufgeholt werden kann, allerdings setzt das voraus, dass die Menschen wieder arbeiten. Davon ist China aktuell noch entfernt.

Einschätzung für die neue DAX Handelswoche:

Long Setups: Die Bullen könnten zunächst versuchen, den DAX über der 13.550 Punkte-Marke zu etablieren. Sollten sich die Bullen durchsetzen können, so könnte der Index im Nachgang versuchen, unsere Anlaufziele bei 13.567/69, bei 13.576/78, bei 13.586/88, bei 13.594/96 und dann bei 13.604/06 Punkten zu erreichen. Über der 13.604/06 Punkte-Marke wären unsere nächsten Anlaufziele bei 13.611/13, bei 13.622/24, bei 13.633/35, bei 13.649/51, bei 13.666/68, bei 13.680/82, bei 13.695/97, bei 13.703/05, bei 13.711/13 und dann bei 13.718/20 Punkten zu finden. Kann sich der DAX bis in den Bereich der 13.703/20 Punkte schieben, so könnte es hier schwer werden weiter zu kommen. Eventuell ist die Aufwärtsbewegung auch hier beendet. Wird das Level mit Dynamik und mit Momentum angelaufen, so könnte es auch direkt weiter an unsere nächsten Anlaufziele gehen, die bei 13.730/32, bei 13.744/46, bei 13.751/53, bei 13.767/69, bei 13.775/77, bei 13.784/86, bei 13.797/99, bei 13.804/06, bei 13.815/17 und bei 13.827/29 Punkten zu finden wären.

Short Setups: Kann sich der DAX nicht über der 13.550 Punkte-Marke halten, so könnten Rücksetzer zunächst unsere Anlaufmarken bei 13.540/38, bei 13.525/23, bei 13.511/09, bei 13.505/03 und dann bei 13.497/95 Punkte erreichen. Unter der 13.497/95 Punkte-Marke wären unsere nächsten Anlaufmarken die 13.480/78, die 13.466/64, die 13.459/57, die 13.444/42, die 13.432/30, die 13.424/22, die 13.412/10 und dann die 13.405/03 Punkte. Kommt es hier zu keinen Erholungen, könnten weiter Abgaben den DAX an die 13.394/92, an die 13.382/80, an die 13.369/67, an die 13.351/49, an die 13.340/38 und dann an die 13.333/31 Punkte bringen. Setzt der Index bis an die 13.333/31 Punkte zurück, so hätte er hier gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung. Gelingen diese aber nicht, so könnten sich weitere Abgaben einstellen, die unsere Anlaufmarken bei 13.321/19, bei 13.311/09, bei 13.298/96, bei 13.282/80, bei 13.269/67, bei 13.252/50, bei 13.238/36, bei 13.228/26 und dann bei 13.217/15 Punkten erreichen könnten.

  • Übergeordnete erwartete Tendenz in der KW 09 / 2020: seitwärts / abwärts

 

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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.