DAX Wochenausblick: Weitere Abgaben sind denkbar!

Juni 12, 2022 17:15

In den letzten Handelstagen hat sich das Chartbild im DAX Aktienindex deutlich eingetrübt. Aktuell scheinen die weltweiten Inflationssorgen, verbunden mit immer noch vergleichsweise niedrigen Zentralbankzinsen, deutlich die Stimmung zu drücken!

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DAX Rückblick: (06.06.2022 - 10.06.2022)

Der DAX ging am Montagmorgen bei 14.544 Punkten in den vorbörslichen Handel. Der Index notierte damit 11 Punkte unter der ersten vorbörslichen Notierung am Montagmorgen der Vorwoche, aber 55 Punkte über dem Wochenschluss am Freitagabend der Vorwoche. Der DAX40 konnte sich am Pfingstmontag weiter und deutlicher erholen. Es ging im Zuge der Aufwärtsbewegung an und knapp über die 14.700 Punkte. Bereits im späteren Handel gab der Index wieder nach. Am Dienstag setzten sich die Abgaben moderat fort; die Bullen schafften es aber, den DAX im späteren Handel wieder über die 14.500 Punkte zu schieben. Am Mittwoch kam es dann zu erneuten Abgaben, diese setzten sich an den beiden folgenden Handelstagen weiter fort. Es ging mehr oder weniger kontinuierlich weiter abwärts. Die Aufwärts- und Entlastungsbewegungen, die sich eingestellt haben, wurden im Nachgang dessen immer wieder abverkauft. Am Freitagnachmittag kam es zu einer weiteren dynamischen Bewegung, die deutlich unter die 14.800 Punkte ging. Der DAX ging bei 13.787 Punkten aus dem Wochenhandel

Das Wochenhoch liegt gut 100 Punkte über dem Level der Vorwoche, das Wochentief hingegen deutlich unter dem Niveau der Vorwoche und unter der 14.000 Punkte-Marke. Die Range war mehr als dreimal so hoch wie in der Woche zuvor. Nach einem minimalen Verlust in der Vorwoche wurde in dieser Woche wieder ein veritabler Wochenverlust ausgewiesen. Stichtagsbezogen liegt der DAX gut 2.000 Punkte unter dem Level des Vorjahres, aber gut 1.000 Punkte über dem Niveau 2020.

Wir hatten auf der Oberseite mit dem Überschreiten der 14.703/05 Punkte damit gerechnet, dass der DAX40 weiter an unser nächstes Anlaufziel auf der Oberseite bei 14.711/13 Punkten laufen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde ganz knapp verfehlt, das Setup hat damit fast optimal gegriffen. Die Rücksetzer gingen mit Unterschreiten der 14.224/22 Punkten deutlich unter unser maximales Anlaufziel auf der Unterseite bei 14.206/04 Punkten. 

DAX - Wie könnte es weitergehen:

Dax Widerstände

  • 14.531/63/83/94
  • 14.611/27
  • 14.741/55/94
  • 14.806/91

Dax Unterstützungen

  • 14.478/70/38/08
  • 14.371/53/30
  • 14.293/65/57/06
  • 14.181/42/35
  • 14.088/71/58

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres Setups:

  • Intraday-Marke                                14.058  und  13.559
  • Tagesschlussmarken                     14.238  und  13.263
  • Break1  Bull (Wochen-Schluss)                    (14.167)
  • Break2  Bull (Monats-Schluss)                    (12.866)
  • Boxbereich                                  16.230  bis  6.669
  • Zyklische Bewegungen 2020 – 2033
  • Range                                         17.127  bis  1.778

DAX Chartcheck - Betrachtung im Daily / 4h Chart:

DAILY

Im Tageschart ist erkennbar, dass der DAX40 zunächst über die SMA20 (aktuell bei 14.247 Punkten) bzw. die SMA50 (aktuell bei 14.118 Punkten) laufen konnte. Es ging dann mehrere Tage in einer engen Box seitwärts, ohne dass sich der Index weiter nach oben schieben konnte. Zur Wochenmitte stellte sich dann breite Schwäche ein - die letzten vier Tageskerzen sind alle rot und damit negativ gewesen. Der DAX hat innerhalb von wenigen Handelstagen deutlich an Substanz verloren. Es ging im Zuge dieser Abgaben wieder an und unter die SMA20 bzw. unter die SMA50.

Solange der DAX per Tagesschluss unter der SMA50 notiert, solange sind weitere Abgaben möglich und denkbar. Die denkbaren Anlaufziele dieser Abwärtsbewegungen könnten die Marken erreichen, die im 4h Chart genannt wurden.


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Erholungen sind zunächst bis in den Bereich der SMA50 denkbar, knapp darüber verläuft die SMA20. Die Bullen müssen den DAX40 über beide Durchschnittslinien schieben und vor allem etablieren. Erst wenn das gelungen ist, wäre es denkbar, dass es wieder bis in den Bereich der SMA200 (aktuell bei 15.032 Punkten) gehen könnte.

  • Einordnung langfristiges Chartbild, Prognose (Daily): bärisch

4h Chart:

Im 4h Chart ist erkennbar, dass der DAX40 in der letzten Handelswoche zunächst über der SMA20 (aktuell bei 14.266 Punkten) bzw. der SMA50 (aktuell bei 14.408 Punkten) halten konnte. Es ging in der zweiten Wochenhälfte dann unter diese beiden Durchschnittslinien. Am Freitagmorgen hat der Index versucht sich im Bereich der SMA200 (aktuell bei 14.082 Punkten) zu stabilisieren, ist aber gescheitert. Es ging dynamisch abwärts bis in den Bereich der Abwärtslinie. Der DAX konnte sich am Freitagabend an dieser Linie stabilisieren. Damit hat sich auch das übergeordnet Chart nachhaltig bärisch eingetrübt.

Solange der DAX unter der SMA200 notiert, solange könnten sich weitere Abgaben einstellen, die übergeordnet an die 13.300/270 Punkte und dann weiter bis an das Jahrestief gehen könnten.

Erholungen, die sich einstellen könnten, haben das Potential zunächst bis an die SMA200 zu laufen. Gelingt es den Bullen den DAX40 über diese Linie zu schieben und vor allem zu etablieren, so könnten sich weitere Erholungen einstellen, die bis an die SMA20 gehen könnten. Bullisch aufhellen würde sich das Chartbild aber erst wieder, wenn es der Dax schafft, sich über der SMA50 zu etablieren.

  • Einordnung kurzfristiges Chartbild, Prognose (4h): bärisch

Fazit:  in den letzten Handelstagen haben sich die Chartbilder auf fast allen Zeitebenen deutlich eingetrübt. Der DAX muss sich im 4h Chart über die 50 Tage Linie schieben und etablieren. Erst dann besteht die Chance und die Möglichkeit, dass es zu weiteren Erholungen kommen könnte. Solange der DAX40 aber per Tagesschluss unter der 14.120 Punkte notiert, sind weitere Abgaben denkbar und möglich. 

  •   Wahrscheinlichkeit Bull Szenario auf Basis unseres Setups:      45 %
  •   Wahrscheinlichkeit Bear Szenario auf Basis unseres Setups:     55 %.

DAX Rahmenbedingungen:

Am Donnerstag ist die EZB zu ihrer turnusgemäßen Sitzung zusammengekommen. Sie hat hier das Ende der Anleihekäufe und eine Abkehr von der Nullzinspolitik angekündigt. Im Juli steht die erste Zinserhöhung seit Jahren an. Die Zentralbank will die Zinsen allerdings nur moderat erhöhen. Es darf bezweifelt werden, ob diese Maßnahme einen nennenswerten Einfluss auf die Inflation hat. Wir gehen davon aus, dass die Preissteigerung weiterhin hoch bleiben wird. Das hat die EZB indirekt mit einer Anpassung ihrer Inflationserwartung auch bestätigt. Die EZB hat aber durch ihr langes Warten jetzt das Problem, dass weitere Zinsschritte einen direkten Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben könnte. Die Zögerlichkeit der letzten Monate haben dazu geführt, dass die EZB nahezu vor einem unlösbaren Problem steht - entweder Inflationsbekämpfung oder das Wirtschaftswachstum aufs Spiel setzen.

Die US-Inflationsdaten, die am Freitag veröffentlicht wurden, waren für Investoren ein weiterer Schock. Anstatt auf einem hohen Niveau zu verharren, stiegen die Preise weiter an. Die Inflationsrate kletterte im Mai auf jetzt 8,6 % weiter an. Damit ist die Preissteigerung so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die Benzinpreise sind alleine im Mai um 17% gestiegen. Da in den USA praktisch alle auf das Auto angewiesen sind, merken die Amerikaner dies bei jedem Betanken ihrer Autos. Aber auch die Lebensmittelpreise haben deutlich angezogen. Das könnte die FED veranlassen die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch um weitere 0,5% zu erhöhen.

Jeden Morgen vor 09 Uhr neu für aktive Daytrader mit aktuellen Setups:

DAX Trading Setups
Einschätzung für die neue DAX Handelswoche:

Long Setups: Die Bullen könnten zunächst versuchen, den DAX über der 13.780 Punkte-Marke zu halten. Sollte das gelingen, so könnten sich weitere Erholungsbewegungen einstellen, die unsere nächsten Anlaufziele bei 13.784/86, bei 13.798/800, bei 13.811/13, bei 13.818/20, bei 13.834/36, bei 13.848/50, bei 13.863/65 und dann bei 13.875/77 Punkten erreichen könnten. Über der 13.875/77 Punkte-Marke könnte es weiter aufwärts an unsere nächsten Anlaufziele bei 13.888/90, bei 13.904/06, bei 13.917/19, bei 13.929/31, bei 13.947/49, bei 13.961/63, bei 13.974/76, bei 13.985/87, bei 13.995/97, bei 14.007/09 und dann bei 14.021/23 Punkten gehen. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, so könnte der DAX an unsere nächsten Anlaufziele bei 14.038/40, bei 14.051/53, bei 14.065/67, bei 14.078/80, bei 14.093/95, bei 14.110/12, bei 14.123/25, bei 14.133/35 und dann bei 14.148/50 bzw. bei 14.161/63 Punkten laufen.

Short Setups: Kann sich der DAX40 nicht über der 13.780 Punkte-Marke halten, so hätten die Bären die Möglichkeit den DAX an unsere nächsten Anlaufziele bei 13.758/56, bei 13.747/45, bei 13.735/33, bei 13.723/21, bei 13.711/09, bei 13.694/92, bei 13.680/78 und dann bei 13.669/67 Punkten zu drücken. Unter der 13.669/67 Punkte-Marke könnte der Index unsere nächsten Anlaufziele bei 13.651/49, bei 13.639/37, bei 13.628/26, bei 13.614/12, bei 13.602/600, bei 13.589/87, bei 13.575/73, bei 13.560/58, bei 13.545/43 und dann bei 13.534/32 Punkten anlaufen. Unter der 13.534/32 Punkte-Marke könnte es weiter abwärts an unsere nächsten Anlaufziele bei 13.521/19, bei 13.509/07, bei 13.495/93, bei 13.481/79, bei 13.468/66, bei 13.455/53, bei 13.442/40 und dann bei 13.429/27 Punkten gehen. 

Übergeordnete erwartete Tendenz in der KW 24 / 2022:

  • seitwärts / abwärts

Handelsoptionen des DAX40 Cash Indizes mit CFD in beide Marktrichtungen

Geht man von steigenden Kursen beim DAX aus, kann der risikobewusste Trader eine BUY-Position aufgeben. Geht man von fallenden Kursen aus, tätigt man eine SELL-Order. Wenn die Handelsstrategie aufgeht und der Händler auf der richtigen Marktseite ist, können in beiden Richtungen des Marktes Tradinggewinne erzielt werden. Geht die Handelsstrategie nicht auf, macht der Trader Verluste. Der Hebel bis zu 1:20 mit dem DAX40 CFD multipliziert dabei die möglichen Gewinne oder Verluste. 

Möchten Sie den DAX als Daytrader aktiv handeln? Dann eröffnen Sie ein kostenloses CFD Demokonto bei Admirals oder starten Sie live mit einem Tradingkonto zum aktivem DAX Daytrading. 

 

Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.