DAX Wochenausblick: ABWÄRTS - aber technische Gegenbewegungen sind denkbar

März 06, 2022 18:30

Der Russland/Ukraine-Konflikt ist für die Märkte weiter das alles beherrschende Thema! Der DAX hat innerhalb der letzten Handelswoche gut 10 % an Wert eingebüßt. Die Richtung lautet wohl weiter Abwärts - aber technische Gegenbewegungen sind möglich.

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DAX Rückblick: (28.02.2022 - 04.03.2022)

Der DAX ging am Montagmorgen bei 14.065 Punkten in den vorbörslichen Handel. Der Index notierte damit 1.090 Punkte unter der ersten vorbörslichen Notierung am Montagmorgen der Vorwoche und 602 Punkte unter dem Wochenschluss am Freitagabend der Vorwoche. Der DAX40 konnte sich am Montagvormittag zunächst etwas erholen, was aber eher eine technische Reaktion gewesen ist. Die Aufwärtsbewegung fand am Montagabend ihr Ende. Von hier aus ging es bereits im späteren Handel abwärts und hielt bis Dienstagnachmittag an. Hier gelang es den Bullen den Index zunächst einmal zu stabilisieren. Was folgte war dann bis Mittwochabend eine leichte Aufwärtsbewegung, die aber am Donnerstag bereits erneut abverkauft wurde. Der DAX gab nach einer kleineren Erholung sukzessive nach. Der Freitag eröffnet mit einem deutlichen GAP down. Mit der vorbörslichen Eröffnung sah es zunächst so aus, als ob die Verluste kompensiert werden könnten, aber die Abgaben setzten sich weiter fort. Bis zum Ende des Xetra-Handels ging es fast an die 13.000 Punkte. Im späteren Handel gab der Index zunächst weiter nach, konnte sich zum Handelsschluss wieder leicht erholen. Er ging bei 13.095 Punkten aus dem Tageshandel.

Das Wochenhoch liegt deutlich unter dem Level der Vorwoche, das Wochentief ebenso. Der Wochenverlust ist der größte seit zwei Jahren, die Range ebenso. Der Wochenschluss ist der tiefste seit der KW 50/2020. Der DAX40 hat mit sieben Verlustwochen und nur zwei Gewinnwochen der schlechteste Jahresstart seit Jahren abgebildet.

Unsere Anlaufziele auf der Oberseite wurde in dieser Handelswoche nicht angelaufen. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 14.250/48 Punkte Marke deutlich unter unser maximales Anlaufziel auf der Unterseite bei 14.229/27 Punkten. Damit hat das Setup in der letzten Handelswoche nicht gepasst.

DAX - Wie könnte es weitergehen:

Dax Widerstände

  • 13.131/64
  • 13.211/38/6490
  • 13.361
  • 13.446
  • 13.520
  • 13.601/32/79
  • 13.711/14/33

Dax Unterstützungen

  • 13.062/05
  • 12.964
  • 12.864/06
  • 12.785/00
  • 12.634
  • 12.565
  • 12.485

Die wichtigsten Marken auf Basis unseres DAX Setups:

  • Intraday-Marke                                13.237  und  13.005
  • Tagesschlussmarken                     13.446  und  12.806
  • Break1  Bull (Wochen-Schluss)                    (14.167)
  • Break2  Bull (Monats-Schluss)                    (12.866)
  • Boxbereich                                  16.230  bis  6.669
  • Zyklische Bewegungen 2020 – 2033
  • Range                                         17.127  bis  1.778

DAX Chartcheck - Betrachtung im Daily / 4h Chart:

DAILY

Der DAX40 hat seine Abwärtsbewegung in der letzten Handelswoche weiter fortgesetzt. Dies ist im Tageschart erkennbar. Am Freitag ging es dynamisch und mit Momentum an die 13.000 Punkte. Seit Jahresbeginn und dem Allzeithoch bei 16.286 Punkten hat der Index über 3.000 Punkte verloren. Die Abwärtsdynamik hat in der letzten Handelswoche noch weiter zugenommen. Das Chartbild ist bärisch zu interpretieren.

Solange der DAX unter der SMA20 (aktuell bei 14.711 Punkten) notiert, solange sind weitere Abgaben denkbar. Der Index könnte jetzt durchaus noch die 12.800/750 Punkte anlaufen.


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Im Monatschart hat er exakt auf der SMA200 (aktuell bei 13.113 Punkten) aufgesetzt. Somit ist denkbar, dass sich in den kommenden Handelstagen Erholungen technischer Natur einstellen könnten. Diese haben das Potential zunächst übergeordnet bis in den Bereich der SMA20 zu laufen. Erst mit einem Tagesschluss über der SMA20 würde sich das Chartbild wieder etwas aufhellen. Dann wären weitere Erholungen bis in den Bereich der SMA50 (aktuell bei 15.322 Punkten) bzw. die SMA200 (aktuell bei 15.561 Punkten) denkbar.

  • Einordnung langfristiges Chartbild, Prognose (Daily): bärisch

4h Chart

Im 4h Chart ist erkennbar, dass der DAX sich zur Wochenmitte noch einmal an die SMA20 (aktuell bei 13.714 Punkten) schieben konnte. Von hier aus ging es dann am Donnerstag und am Freitag deutlich nach Süden. Am Freitagabend wurde noch die 13.000 Punkte-Marke unterschritten.

Fakt ist, solange der DAX40 unter der SMA20 notiert, solange könnten sich weitere Tiefs einstellen, die die Perspektive haben die 12.800/750 Punkte und dann übergeordnet bis in den Bereich der 12.500/450 Punkte zu laufen.

Erholungen könnten sich zunächst bis in den Bereich der SMA20 einstellen. Sollte es der DAX es schaffen, sich über dieser Durchschnittslinie zu etablieren, so könnten sich weitere Aufwärtsbewegungen einstellen die bis an die SMA50 (aktuell bei 14.103 Punkten) laufen könnten. Aufhellen würde sich das Chartbild aber erst, wenn es der DAX es schafft, sich über der SMA50 zu etablieren. Kann sich der DAX  über dieser Durchschnittslinie etablieren, so könnte es weiter aufwärts bis an die SMA200 (aktuell bei 15.042 Punkten) gehen.

  • Einordnung kurzfristiges Chartbild, Prognose (4h): bärisch

Fazit: der DAX muss sich zunächst über die SMA20 im 4h Chart etablieren. Erst wenn das geschafft ist, könnten sich weitere Erholungsbewegungen an die 13.610/30 bzw. an die 13.700 Punkten einstellen. Solange der DAX40 aber unter der SMA20 im 4h Chart notiert, solange sind weitere Abgaben denkbar.

  •   Wahrscheinlichkeit Bull Szenario auf Basis unseres Setups:      40 %
  •   Wahrscheinlichkeit Bear Szenario auf Basis unseres Setups:     60 %.

DAX Rahmenbedingungen:

Der Russland/Ukraine-Konflikt ist für die Märkte weiter das alles beherrschende Thema! Der DAX hat innerhalb von einer Handelswoche gut 10 % an Wert eingebüßt. Insbesondere zum Wochenschluss hin war die Verunsicherung groß. Anleger wollten keine größeren Positionen über das Wochenende halten. Gleichzeitig sind die Kosten für Gas und Öl in den letzten Handelstagen weiter angestiegen. Brent-Öl ist in dieser Handelswoche um 23% angestiegen und hat ein Hoch bei 122 US-Dollar gemacht. Es kann verbindlich davon ausgegangen werden, dass sich eine Beruhigung der Energiepreise erst dann einstellen wird, wenn sich der Konflikt in der Ukraine entspannt. Davon ist aktuell noch nichts zu sehen.

Die steigenden Energiepreise haben die Inflation in den letzten Monaten angetrieben und werden dies auch in den kommenden Monaten noch tun. In dieser Woche tagt die EZB. Es wird sehr spannend werden, wie sich die Zentralbank aus der Ecke manövrieren will, in die sie sich in den letzten Jahren gebracht hat. Sie steht auf der einen Seite der hohen Inflation gegenüber, auf der anderen Seite setzt sie auch das Wirtschaftswachstum aufs Spiel, wenn die Zinsen erhöht werden. Den Druck auf die Staatsfinanzen durch die steigenden Zinsen ist ein weiterer Aspekt. Wir gehen davon aus, dass die EZB einen ersten Zinsschritt nach den französischen Präsidentschaftswahlen durchsetzen wird. Solange wird sie wahrscheinlich noch kommunikativ alles Denkbare tun, um die Märkte von dieser Seite zu beruhigen. Insgesamt ist die Situation für die europäische Zentralbank aktuell in unseren Augen schwierig.

Die guten US-Arbeitsmarktdaten wurden heute von Anlegern praktisch gar nicht groß beachtet. Die US-Arbeitslosenquote liegt bei 3,8% und damit auf dem Niveau der vor Corona Zeit. Die Arbeitsmarktdaten verfestigen auch die Einschätzung, dass die FED bei der nächsten Sitzung einen Zinsschritt wagen wird. Dieser wird vielleicht eine Anpassung von 0,25% sein, da die Zentralbank, im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation das Wirtschaftswachstum nicht abwürgen will.

Frische Analyse Tages-Updates

Jeden Morgen vor 09 Uhr neu für aktive Daytrader mit aktuellen Setups:

DAX Trading Setups
Einschätzung für die neue DAX Handelswoche:

Long Setups: Die Bullen könnten zunächst versuchen, den DAX über der 13.120 Punkte-Marke zu etablieren. Sollte das gelingen, so könnte es weiter aufwärts an unsere nächsten Anlaufziele bei 13.133/35, bei 13.148/50, bei 13.167/69, bei 13.179/81, bei 13.198/200, bei 13.211/13, bei 13.222/24, bei 13.238/40, bei 13.249/51 und dann bei 13.262/64 Punkten gehen. Kommt es hier zu keinen Rücksetzern, so könnten sich weitere Aufwärtsbewegungen einstellen, die unsere Anlaufziele bei 13.275/77, bei 13.290/92, bei 13.310/12, bei 13.324/26, bei 13.339/41, bei 13.355/57 bzw. bei 13.372/74 Punkten erreichen könnten. Über der 13.372/74 Punkte-Marke könnte der DAX dann unsere Anlaufziele bei 13.392/94, bei 13.404/06, bei 13.424/26, bei 13.440/42, bei 13.454/56, bei 13.473/75, bei 13.488/90, bei 13.502/04, bei 13.515/17, bei 13.521/23, bei 13.536/38 Punkten anlaufen. Sollte es über die 13.536/38 Punkte gehen, so wären unsere nächsten Anlaufziele bei 13.555/57, bei 13.568/70, bei 15.382/84, bei 15.594/96, bei 15.604/06, bei 13.614/16, bei 13.625/27 und dann bei 13.632/34 Punkten zu finden.

Short Setups: Kann sich der DAX40 nicht über der 13.120 Punkte halten, so könnten sich Abgaben einstellen, die unsere nächsten Anlaufziele bei 13.105/03, bei 13.080/78, bei 13.059/57, bei 13.040/38, bei 13.019/17, bei 12.995/93, bei 12.978/76, bei 12.961/59 und dann bei 12.945/43 Punkten erreichen könnten. Kommt es hier zu keinen Erholungen, so könnten sich weitere Abgaben einstellen, die an unsere nächsten Anlaufziele bei 12.925/23, bei 12.910/08, bei 12.890/88, bei 12.869/67, bei 12.849/47, bei 12.830/28, bei 12.815/13 und dann bei 12.806/04 Punkten gehen könnten. Unter der 12.806/04 Punkte-Marke wären unsere nächsten Anlaufziele bei 12.793/91, bei 12.780/78, bei 12.765/63, bei 12.748/46, bei 12.733/31, bei 12.724/22, bei 12.711/09, bei 12.692/90, bei 12.678/76 und dann bei 12.662/60 Punkten zu finden.

Übergeordnete erwartete Tendenz in der KW 10 / 2022:

  • Abwärts, mit denkbaren kurzen technischen Gegenbewegungen

Handelsoptionen des DAX40 Cash Indizes mit CFD in beide Marktrichtungen

Geht man von steigenden Kursen beim DAX aus, kann der risikobewusste Trader eine BUY-Position aufgeben. Geht man von fallenden Kursen aus, tätigt man eine SELL-Order. Wenn die Handelsstrategie aufgeht und der Händler auf der richtigen Marktseite ist, können in beiden Richtungen des Marktes Tradinggewinne erzielt werden. Geht die Handelsstrategie nicht auf, macht der Trader Verluste. Der Hebel bis zu 1:20 mit dem DAX40 CFD multipliziert dabei die möglichen Gewinne oder Verluste. 

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Quellen: Eigenanalyse, genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4.

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Jens Chrzanowski
Jens Chrzanowski Niederlassungsleiter und Mitglied des globalen Group Management Boards | Berlin |

Gründer und Leiter des deutschen Büros von Admirals seit 2011. Vorherige berufliche Stationen bei FXCM, E*TRADE und der Deutschen Bank.