Der Euro zieht gegenüber dem US-Dollar endlich an

April 12, 2021 16:00

Der Euro zieht gegenüber dem US-Dollar endlich an

Letzte Woche kapitulierte der US-Dollar vor der positiven Stimmung, die in der Welt vorherrscht. Als die Aktienmärkte sowohl in den USA als auch in Europa neue Allzeithochs erreichten, verkauften die Anleger den US-Dollar und entschieden sich in Erwartung höherer Renditen für riskantere Währungen.

USD

Die Daten in den USA waren sehr stark und zeigten eine positive Stimmung und Erholung der Wirtschaft. Der PMI-Index für das verarbeitende Gewerbe sprang auf 64,7 Punkte, von 60,8 im Vormonat und einer Marktprognose von mehr als 61,5, das beste Ergebnis seit 1983. Der ISM-Service-PMI-Index stieg auf 63,7 Punkte, deutlich über 55,3 im letzten Monat. Das Ergebnis in diesem Monat war das höchste in der Geschichte seit Beginn der Indexdatenerhebung im Jahr 1997. Das Wachstum des Erzeugerpreisindex erreichte mit 4,2 % den höchsten Wert seit 2011 und deutet auf einen wachsenden Preisdruck aus dem Industriesektor hin. Die Zahl der neuen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sank leicht von 0,79 auf 0,74 Millionen pro Woche. 

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hat sich jedoch ebenfalls weiter beschleunigt. Der Wochendurchschnitt stieg von 586 auf 638 Tausend Fälle pro Tag. Die Situation in den USA hat sich stabilisiert und der Wochendurchschnitt lag bei 68 Tausend, verglichen mit 66 Tausend neuen Fällen pro Tag im letzten Jahr. Die Zahl der im Lande injizierten Impfstoffe stieg von 158 auf 179 Millionen, ein Anstieg von 21 Millionen und mäßig schneller als in der Vorwoche. In den Vereinigten Staaten insgesamt stieg die Zahl der Menschen, die mit mindestens einer Dosis geimpft wurden, von 30,7 % auf 34,5 % der Bevölkerung und nahm innerhalb einer Woche um fast 4 % zu. In Großbritannien stieg die Zahl der Menschen, die mindestens eine Dosis erhalten haben, von 47% auf 48%, während in Litauen die Zahl von 13,5% auf 16,6% stieg, was die bisher beste Woche war. Mit der Zertifizierung neuer Impfstofffabriken in Europa wird der Impfstoffvorrat im zweiten Quartal 2021 auf 360 Millionen ansteigen, was etwa dem 3,5-fachen des ersten Quartals dieses Jahres entspricht. Damit dürfte etwa die Hälfte der europäischen Bevölkerung geimpft und die Ausbreitung des Virus deutlich reduziert werden. 

Euro

Das Hauptwährungspaar EUR/USD spiegelte die gestiegene Risikobereitschaft auf dem Markt wider. Investoren waren aktive Käufer des Euro, als das Paar von 1.175 auf 1.190 stieg. Zu den Wirtschaftsdaten in Europa gehörten die PMI-Indizes des Dienstleistungssektors, die größtenteils in der neutralen Zone lagen: Deutschland 49,6 Punkte, Frankreich 48,2. In Italien 48,6. Im Allgemeinen ist die Stimmung in Europa positiv und verbessert sich. Es wird erwartet, dass sich die Wirtschaft des alten Kontinents im Jahr 2021 schnell erholen und Wachstum zeigen wird. Das Währungspaar EUR/USD schloss die Woche mit einer Aufwertung von +1,2 %. 

JPY

Das asiatische Top-Paar USD/JPY fiel von seinem 12-Monats-Hoch zurück von 110,7 auf 109,6 Punkte, wobei es kurzzeitig bis auf 109,0 Punkte sank. Zu den Wirtschaftsdaten gehörte der PMI-Index für den Dienstleistungssektor, der bei 48,3 Punkten lag. Der Konsum der privaten Haushalte fiel im Jahresvergleich um -6,6 %, aber das Vertrauen stieg auf 36,1 Punkte und war das höchste seit März 2020. USD/JPY beendete die Woche mit einem Rückgang von -0,9 %.

GBP

Das Währungspaar GBP/USD stieg zu Beginn der Woche bis auf 1.390 Punkte, korrigierte aber später auf 1.370 Punkte und zeigte den entgegengesetzten Trend zur allgemeinen Stimmung am Markt. Es gab nur wenige wichtige Wirtschaftsdaten, von denen der Index des Dienstleistungssektors 56,3 Punkte betrug und Optimismus zeigte. GBP/USD beendete die Woche mit einem Minus von -0,9 %.

Wirtschaftsmeldungen

Diese Woche beginnt mit Einzelhandelsdaten aus Europa, wobei am Dienstag chinesische Exporte und andere internationale Handelsdaten erwartet werden, sowie die Industrieproduktion in Großbritannien, Daten der deutschen und europäischen ZEW-Wirtschaftsindizes und US-Inflationszahlen. Die europäische Industrieproduktion wird am Mittwoch beobachtet, die US-Einzelhandels- und Industrieproduktionsvolumina am Donnerstag, und am Freitag werden Investoren wichtige chinesische Industrie- und Handelsindikatoren sowie die europäische Inflation beobachten.

Laut den Marktstimmungsdaten von Admiral Markets halten 26 % der Anleger Long-Positionen im Währungspaar EUR/USD (minus 42 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche). Im wichtigsten asiatischen Paar USD/JPY besitzen 37% der Investoren Long-Positionen (plus 11 Prozentpunkte). Im Paar GBP/USD erwarten 68% der Teilnehmer einen Anstieg (plus 33 Prozentpunkte). Solche Handelsdaten müssen mit fundamentalen Projektionen und technischer Analyse kombiniert werden, um als aussagekräftig zu gelten.

Quellen: bloomberg.com, reuters.com, Admiral Markets MT4 Supreme Edition, investing.com

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